Lehrter SV greift nach dem Titel

Typische Szene für Till Dreißigacker vom Lehrter SV, der mit einem Sprungwurf den Weg zum Tor sucht. (Foto: Holger Staab)

Handball-Oberligateams ausnahmslos in Heimspielen gefordert

ALTKREIS (hs). Der Weg ist nicht mehr weit, aber er kann steinig werden. Das trifft sowohl auf den Lehrter SV im Titelkampf in der Handballoberliga zu, wie auch für TuS Altwarmbüchen im verbissenen Kampf gegen den Abstieg. Am kommenden Wochenende haben alle Altkreisvertreter in der Oberliga Heimrecht und wollen wichtige Punkte für die Realisierung ihrer Ziele einspielen. Dabei wird es vier Spieltage vor dem Saisonende keine leichten Aufgaben geben. Auch die Frauen der TSV Burgdorf kämpfen in eigener Halle um eine bessere Platzierung im Saisonendspurt.
Der Niedersachsenmeistertitel ist greifbar nah, das muss auch der Trainer des Lehrter SV, Lutz Ewert, eingestehen. Bei noch vier ausstehenden Spielen hat der Titelfavorit sechs Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten VfL Hameln und zudem das von der Papierform leichtere Restprogramm. Darauf schauen die Lehrter aber nicht. Sie wollen von Spiel zu Spiel denken. Das nächste Spiel ist immer das schwerste Spiel und mit TV 87 Stadtoldendorf am Sonnabend, 17. April, reist auch kein leichter Gegner zum LSV in die Halle an der Schlesischen Straße. Ab 18.30 Uhr sind alle Akteure aus Lehrte mit viel Engagement gefordert, den komfortablen Vorsprung in der Liga zu verteidigen.
Die Gäste stehen zwar noch in der Abstiegszone, haben aber in einigen Spielen bereits ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt. Am 24. Spieltag bezwangen sie völlig überraschend den VfL Hameln, den ärgsten Verfolger des LSV mit 34:32-Toren. Mit Domenik Niemeyer haben sie einen starken Rückraumspieler im Kader, der von der linken Seite zu einfachen Toren kommen könnte. Auf ihn müssen die LSVer besonders achten und seine Würfe abblocken. Der Schlüssel zum Erfolg dürfte wieder einmal in der Abwehr liegen, die mit gutem Stellungsspiel versuchen wird, die Stadtoldendorfer Angriffe abzuwehren. Wenn dann im Angriff bei Marcel Wendt, Till Dreißigacker und Tobias Schmidt keine Ladehemmung herrscht, dann sollte auch dieses Heimspiel erfolgreich abgeschlossen werden können. Es wäre ein großer Schritt in Richtung Titel und Aufstieg in die Regionalliga.
Für TuS Altwarmbüchen wird am Sonntag, 18. April, um 16 Uhr ein ganz wichtiges Spiel angepfiffen. Die Spieler um Coach Ralf Graafmann haben gegen den Favoriten MTV Großenheidorn ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Sie benötigen dringend die nächsten zwei Pluspunkte und das egal gegen wen. Auch gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel müssen jetzt Erfolge verbucht werden, wenn die Oberligazugehörigkeit nicht schon jetzt zu den Akten gelegt werden soll. Die Altwarmbüchener stehen auf einem Abstiegsplatz und haben bereits sechs Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Da noch vier Spiele zu bestreiten sind, lohnt sich der Einsatz, aber ob am Sonntag nur der Wille entscheiden wird, ist fraglich. Die Gäste haben mit Bertrand Salzwedel, Sven Seegers und Thorben Buhre torgefährliche Spieler im Kader, die von der TuS-Defensive erst einmal neutralisiert werden müssen. Dennoch hofft der Gastgeber auf eine Überraschung und einen Hoffnungsschimmer im Kampf um den Klassenerhalt.
Die TSV Burgdorf II ist am Sonnabend ab 19.30 Uhr darauf aus, zwei weitere Punkte auf ihrem Konto anzusammeln. Aber auch die möglichen Zähler gegen TV Eiche Dingelbe werden nicht für eine bessere Platzierung reichen. Nach der Erfolgsserie in der Rückrunde wird der 9. Platz wohl nur gesichert werden können. In eigener Halle in Burgdorf an der Grünewaldstraße will sich die Reserve des Bundesligateams aber mutig präsentieren und ihren Zuschauern ein weiteres Erfolgserlebnis präsentieren. Im Hinspiel bei TV Eiche Dingelbe in Schellerten gab es eine bittere 25:33-Niederlage, die sich in den Köpfen der TSVer festgesetzt hat. Zur Beseitigung dieser Narben wollen Trainer Dirk Pauling und seine Spieler mit einer überzeugenden Leistung und einem doppelten Punktgewinn beitragen.
In der Frauenoberliga steht die TSV Burgdorf vor einem weiteren Heimerfolg. Am Sonnabend ab 15.30 Uhr wollen die Spielerinnen gegen die abstiegsbedrohte Mannschaft der HSG Rhumetal erfolgreich sein. Im vorletzten Spiel der Saison könnte der 8. Tabellenplatz verteidigt werden. Das wäre für den Aufsteiger ein tolles Resultat und die nächste Serie in der höchsten niedersächsischen Spielklasse könnte mit viel Selbstvertrauen geplant werden. Schon im Hinspiel waren die TSV-Frauen mit 36:19-Toren klarer Sieg in Rhumetal. Roxana Löw und ihre Mitspielerinnen wollen auch am Sonnabend einen ähnlichen Erfolg realisieren. Im letzten Punktspiel der Saison steht dann in einer Woche die Partie beim HSC Hannover auf dem Spielplan.