Klassenerhalt wurde erst nach einem Zwischenspurt gesichert

Mit vollem Krafteinsatz zum Erfolg – Vignir Svavarsson will mit der TSV Hannover-Burgdorf auch in der nächsten Saison gegen Fabian van Olphen und Steffen Coßbau vom SC Magdeburg bestehen können. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will sich in der Bundesligasaison 2011/2012 weiter verbessern

BURGDORF (hs). Es war eine intensive Saison, es gab dramatische Spiele, es gab Überraschungen, glückliche Zeiten lösten schwierige Zeiten ab, aber letztlich zählte für die TSV Hannover-Burgdorf in der TOYOTA Handball-Bundesliga nur eins – der Klassenerhalt. Die einzige Konstante in der vergangenen Saison war die Unterstützung der hannoverschen und Burgdorfer Fans, denn die standen in jedem Spiel geschlossen hinter dem Team und unterstützten lautstark ihre Mannschaft. Und das könnte auch der ausschlaggebende Faktor für eben diese Leistungssteigerung im letzten Drittel der Spielzeit gewesen sein.
Schon vor der Saison 2010/2011 gab es durch den Weggang von Trainer Frank Carstens zum SC Magdeburg und der schweren Verletzung von Neueinkauf Nikolas Katsigiannis, der Keeper konnte bisher kein einziges Spiel für die TSV absolvieren, schwierige Aufgaben zu bewältigen. Aber die Mannschaft wollte positiv und mit dem neuen Trainer Aron Kristjánsson auch erfolgreich in die zweite Bundesligasaison starten. Das gelang auch, denn nach der erwarteten 18:26-Niederlage gegen die Füchse Berlin, schafften Torge Johannsen und seine Mitspieler einen 27:24-Sieg bei MT Melsungen.
Es folgten erwartete Niederlagen gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel, aber auch ein überraschender 30:29-Heimsieg in der AWD-Hall gegen den VfL Gummersbach. Im Team von Aron Kristjansson steckte Potenzial, das war spätestens nach diesem doppelten Punktgewinn zu erkennen. Allerdings gab es in der Folge einige Rückschläge, denn bei den Aufsteigern TSG Ludwigshafen-Friesenheim (26:29) und bei der HSG Ahlen-Hamm (27:30) mussten Niederlagen quittiert werden. Umso bitterer, weil dies direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt waren und so das Tabellenende näher rückte.
Kurz vor dem Ende der Hinrunde und damit kurz vor Weihnachten brachten zwei Erfolge gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke (29:26) und bei DHC Rheinland (27:23) aber noch mal Ruhe in die Mannschaft. Mit 9:25-Punkten war immerhin der 14. Platz und damit ein Nichtabstiegsplatz erreicht. Der Rückrundenstart war mit fünf Niederlagen in Folge allerdings alles andere als Erstligareif und so entschlossen sich die Verantwortlichen der TSV zum Handeln. Für Aron Kristjánsson übernahm Christopher Nordmeyer den Trainerposten und auch der sportliche Leiter Stefan Wyss wurde freigestellt.
Bei den Niederlagen gegen die Rhein-Neckar-Löwen (25:36) und beim VfL Gummersbach (27:35) brachten diese Personalien noch keinen Erfolg, dann konnte die Handschrift von Nordmeyer sich im Team aber durchsetzen. Zwar wurde die gute Arbeit von Kristjánsson im Team auch deutlich, aber Nordmeyer brachte einfach neuen Schwung und neue Ideen. Das Abrutschen auf den 17. Platz, der am Ende den Abstieg bedeutet hätte, sollte einmalig in der Saison bleiben. Es darf aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die TSV mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte. Langzeitverletzte waren bis dahin Aivis Jurdsz, Gustav Rydergard, Nikolas Katsigiannis und auch Mark Hohenberg. Stammspieler, die nur schwer ersetzt werden konnten.
Mit dem 31:29-Sieg gegen TSG Friesenheim erfolgte der Durchbruch, die TSV-Mannschaft glaubte wieder an sich und sicherte in den folgenden Heimspielen gegen Mitkonkurrenten den Klassenerhalt. Beeindruckend auch der sensationelle 31:29-Sieg bei Frisch Auf Göppingen, der zum richtigen Zeitpunkt erfolgte, Bonuspunkte sicherte und der Mannschaft um ihren immer besser werdenden Torwart Nenad Puljezevic viel Selbstvertrauen gab. Auch in den Heimspielen gegen SC Magdeburg beim überraschenden 24:24-Unentschieden und gegen das Weltklasseteam des THW Kiel (22:24) wusste das Nordmeyer-Team zu überzeugen.
Der Klassenerhalt war gesichert, die TSV konnte frei aufspielen und auch die beiden letzten Begegnungen gegen TuS N.-Lübbecke (30:33) und DHC Rheinland (31:23) mit guten Leistungen abschließen.
In der Endabrechnung landete die TSV Hannover-Burgdorf mit 20:48-Punkten und 904:1010-Toren auf dem 14. Platz. Eine letztlich gute Leistung in der zweiten Saison in der Eliteliga in Deutschland. Besonders beeindruckend waren die Vorstellungen vor eigenem Publikum, dass zudem gezeigt hat, dass auch das Publikum erstligareif ist. Auch die Gäste der TSV bescheinigten Hannover, eine Bereicherung für die Liga zu sein. Insgesamt also eine Saison, die mehr Lust auf Handball in Hannover macht.
Die TSV hat sich bereits mit Mario Clößner und Csaba Szücs für die neue Saison verstärkt und zeigt damit, dass sie zusammen mit dem neuen Geschäftsführer Benjamin Chatton eine konkurrenzfähige Mannschaft für die Saison 2011/2012 aufbauen möchte. Ziel ist der Klassenerhalt, der soll aber möglichst früh geschafft werden und dann wird sich zeigen, was darüber hinaus möglich ist. Jetzt sind die Spieler zunächst im verdienten Urlaub. Erst am 18. Juli startet die Vorbereitungsphase und Trainer Nordmeyer bittet wieder zum Training. Vielleicht gelingt ja ein toller Saisonstart am ersten Wochenende im September mit dem Heimspiel gegen die Füchse Berlin.