Kann die TSV zum Favoritenschreck werden?

Lars Lehnhoff hat eine Lücke gefunden. Die Gegenspieler können nur noch hinterher schauen wie der TSVer einen Treffer erzielt. (Foto: Holger Staab)

Frisch Auf Göppingen wurde in diesem Jahr bereits bezwungen

BURGDORF (hs). Den VfL Gummersbach bezwungen, TBV Lemgo aus dem DHB-Pokalwettbewerb geworfen und Frisch Auf Göppingen vor Augen. Die TSV Hannover-Burgdorf steht in der TOYOTA Handball-Bundesliga zwar nicht in der Spitzengruppe und hat durch das extrem schwere Auftaktprogramm auch die Abstiegszone noch nicht verlassen, aber die Mannschaft von Trainer Aron Kristjánsson will das in den kommenden Wochen ändern und auch am Sonnabend, 13. November, ab 19 Uhr zum Favoritenschreck werden.
Der Gegner am Sonnabend in der AWD-Hall in Hannover heißt Frisch Auf Göppingen und die Erinnerungen an die vergangene Saison zeigen, das Hannover-Burgdorf gegen diesen Gegner bereits eine Überraschung gelungen ist. Im Februar diesen Jahres konnte das erste Spiel nach langer Pause gegen Frisch Auf mit 30:29-Toren erfolgreich abgeschlossen werden. Der Auftakt einer starken TSV-Saisonphase, die letztlich verdient und frühzeitig den Klassenerhalt in der Bundesliga brachte.
Am Sonnabend ist die Situation aber eine andere. Nach zehn Spieltagen stehen bisher erst fünf Pluspunkte auf dem Konto der TSV. Ein Auswärtserfolg gegen MT Melsungen und der Sieg gegen Gummersbach sind die magere Ausbeute. Am vergangenen Wochenende gelang auch bei HBW Balingen-Weilstetten kein Sieg, aber ein respektables 30:30-Unenetschieden. So muss das Team um Kapitän Hannes Jon Jonsson weiter im Tabellenkeller aushalten. Allerdings in zahlreicher Nachbarschaft anderer abstiegsgefährdeter Vereine. Und die Begegnungen gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt folgen in den nächsten Wochen. Bei der HSG Ahlen-Hamm am 20. November und gegen HSG Wetzlar am 28. November werden wichtige Punkte vergeben und da sollte die TSV topfit sein.
Da könnte ein Erfolg gegen Göppingen, die allerdings im Heimspiel gegen SC Magdeburg eine überzeugende Leistung boten und mit 29:17-Toren erfolgreich waren, der richtige Motivationsschub werden. Aber die Gäste werden sich, gewarnt durch die Niederlage im Februar, nicht einfach überrumpeln lassen. Nach starkem Saisonauftakt mit 7:3-Punkten, unter anderem mit einem 37:26-Kantersieg gegen VfL Gummersbach, musste Göppingen Federn lassen. Nicht zuletzt durch die Schulterverletzung des besten Torschützen Lars Kaufmann rutschte die Mannschaft ins Mittelfeld ab und muss sich jetzt erst wieder nach oben vorarbeiten. Das Traumziel „Qualifikation zur Champions League“ scheint zunächst in weite Ferne gerückt.
„Die Stärken meiner Spieler bestehen darin, dass alle sehr ehrgeizig sind und einen unheimlichen Siegeswillen haben. Zudem ist meine Mannschaft sehr gut eingespielt, da wir ja nur zwei neue Spieler dazu bekommen haben“, meinte der Göppinger Trainer Velimir Petkovic vor der Saison. Da konnte aber noch nicht mit dem Ausfall von Kaufmann gerechnet werden.
Die Göppinger haben aber auch noch andere erstklassige Akteure im Kader, die die TSV-Abwehr sicherlich vor Probleme stellen werden. Mit Rechtsaußen Christian Schöne, Spielmacher Michael Haaß und den Kreisläufern Dalibor Anusic und Manuel Späth sind bereits einige genannt. Dann stehen aus dem Rückraum mit dem früheren TSV-Spieler Michael Thiede auf der rechten Seite, mit Pavel Horak als Ersatz für Kaufmann, mit Fabian Gutbrad auf der linken Angriffsseite sowie Dragos Oprea auf der Linksaußenposition noch weitere torgefährliche Angreifer zur Verfügung.
Es wird eine ganz schwere Partie für die TSV, die in eigener Halle mit dem tollen Publikum im Rücken wieder eine Überraschung schaffen möchte. Dazu will Trainer Kristjánsson sein Team wieder am Limit spielen lassen, denn nur dann kann eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga bezwungen werden. Das schaffen die TSVer um Torge Johannsen nur mit einer Topleistung. Im Angriff werden sie nach einem erfolgreichen Durchbruch durch die Göppinger Defensive zudem noch auf Torwart Enid Tahirovic treffen - und der Nationalspieler von Bosnien Herzegowina ist ein Meister seines Fachs. Die TSV wird also nur mit einer überdurchschnittlichen Leistung, den TSV-Anhängern im Rücken und auch ein wenig Glück im Abschluss eine kleine Handballsensation schaffen.