Kann die TSV Hannover-Burgdorf die übermächtige SG stoppen?

Morten Olsen von der TSV Hannover-Burgdorf wird, hart an der Grenze des Erlaubten, am Torwurf gehindert. (Foto: Holger Staab)

Im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt ist Hannover-Burgdorf nur krasser Außenseiter

BURGDORF (hs). Das ist für alle Handballfans in der Region Hannover kurz vor Weihnachten noch einmal ein Heimspiel, das sich die Zuschauer nur wünschen können. Die TSV Hannover-Burgdorf hat am heutigen Mittwoch in der TOYOTA Handball-Bundesliga den Traditionsclub SG Flensburg-Handewitt zu Gast und möchte ab 20.15 Uhr für eine positive Überraschung sorgen. Der Jahresabschluss ist das aber noch nicht, denn am Dienstag, 27. Dezember, ist die TSV noch bei TuS Nettelstedt-Lübbecke gefordert.
Eigentlich kann die Situation vor dem heutigen Spiel klar umschrieben werden. Die SG Flensburg-Handewitt kommt als klarer Favorit nach Hannover und die TSV ist in ihrem Wohnzimmer, der AWD-Hall, nach dem kurzen und erfolgreichen Ausflug in die TUI-Arena, als krasser Außenseiter anzusehen. Aber die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer hat in dieser Serie in der AWD-Hall schon so manchen Favoriten geärgert und die Rhein-Neckar Löwen (33:32) sogar zu Fall gebracht. Das wollen Mario Clößner und seine Mitspieler auch gegen Flensburg versuchen.
Dazu gehört aber nicht nur eine große Portion Selbstvertrauen, die Mannschaft muss aus den letzten Spielen auch ihre Lehren gezogen haben. Fehler, die gegen Eintracht Hildesheim und beim 33:33-Unentschieden zuletzt beim VfL Gummersbach gemacht worden sind, dürfen gegen eine Spitzenmannschaft wie der SG nicht auftreten. Der Unterschied zu abstiegsbedrohten Teams ist, dass Spitzenteams deren Fehler schnell bestrafen und zu ihrem Vorteil ausnutzen. So kann eine kurze Schwächephase schnell zu einem Vorsprung des überlegenen Gegners genutzt werden und es ist schwer für den Außenseiter, diesen noch auszugleichen.
Die Flensburger um ihren Coach Ljubomir Vranjes haben bisher eine begeisternde Saison gespielt. Nach dem 6. Platz in der vergangenen Spielzeit ist die Qualifikation für einen Europapokalplatz auch in dieser Serie das Ziel. Bisher sieht es ganz danach aus, denn mit 24:8-Punkten steht das SG-Team auf einem hervorragenden 4.Platz. Mit Holger Glandorf, Lars Kaufmann und Mattias Andersson haben die Norddeutschen drei hochkarätige Neuzugänge im Kader und so war die Einschätzung von Vranjes vor der Saison realistisch: „Klar ist, dass wir besser als auf Platz sechs wie im Vorjahr abschneiden wollen.“
Besonders die Kombination der Keeper mit Andersson und Sören Rasmussen beeindruckt, denn beide Torwarte sind ein ganz starkes Gespann und schwer zu überwinden, wenn sie eine gute Form mitbringen.
Neben den Neuzugängen stehen aber mit Michael Knudsen am Kreis, Lasse Svan Hansen und Andreas Eggert auf den Außenpositionen, Viktor Szilagyi und Thomas Mogensen als Spielmacher sowie Petar Djordjic und Tamas Mocsai als Rückraumschützen weitere Klassespieler bereit. Zudem hat der Gast der TSV eine der besten Abwehrreihen und kassierte bisher im Schnitt nur 27 Gegentreffer. Das ist aber auch ein Verdienst der Torwarte, die exzellent mit der Deckungsarbeit kooperieren.
Die Favoritenrolle ist also klar vergeben, aber die TSV Hannover-Burgdorf will sich mit einer ebenso stabilen Abwehr und mit konzentrierten Aktionen im Angriff gegen die drohende Niederlage zur Wehr setzen. Gelingt zusammen mit den begeisternden hannoverschen Zuschauern ein guter Start und können Lars Lehnhoff und Co bis in die Endphase des Spieles mithalten, dann liegt auch eine Überraschung in der Luft.