Kann die TSV Hannover-Burgdorf die gute Leistung aus dem März wiederholen?

Beim ersten Auswärtsspiel in Melsungen schaffte die TSV, mit dem Durchsetzungsvermögen von Aivis Jurdzs, den ersten Erfolg der Saison. (Foto: Holger Staab)

Hannoverscher Handball-Erstligist reist als krasser Außenseiter nach Mannheim

BURGDORF (hs). Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das schwerste Spiel. Das Anfangsprogramm der TSV Hannover-Burgdorf in der TOYOTA Handball-Bundesliga ist allerdings mehr als extrem, denn bis auf den THW Kiel muss Trainer Aron Kristjánsson mit seine Mannschaft gegen alle Topteams der Liga in den ersten sieben Begegnungen der Saison antreten. Am heutigen Mittwoch, 29. September, ist das nicht anders – die Rhein-Neckar Löwen warten in Mannheim auf ihren Gegner.
Ab 20.15 Uhr werden die TSVer auf einen gewarnten Gegner treffen. In der vergangenen Serie schrammten Lars Lehnhoff und seine Mitspieler bei den Löwen an einer faustdicken Überraschung haarscharf vorbei. Nach einer Klasseleistung und einer Führung kurz vor Schluss kassierten sie Sekunden vor dem Ende noch den 27:26-Siegtreffer des Favoriten. Kann die TSV die gute Leistung aus dem Spiel im März diesen Jahres wiederholen?
Es spricht einiges dagegen, denn bisher konnten sie gegen die Spitzenteams Füchse Berlin, SG Flensburg-Handewitt und HSV Hamburg nicht annähernd einen Punktgewinn verbuchen. Aber die Mannschaft kämpfte und wollte sich auch nach jeweiligem Rückstand nicht ohne engagierte Leistung verabschieden. Das zeigt die Moral, die im TSV-Team steckt. Können Aivis Jurdzs und seine Mitspieler dieses Kämpferherz auch in die nächsten Spiele mitnehmen, dann könnte irgendwann eine Überraschung gelingen oder die Mannschaft gegen Clubs mit ähnlichen Qualitäten, wie TSG Friesenheim, HBW Balingen oder HSG Ahlen-Hamm die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt holen. Ein Nachlassen der Einsatzbereitschaft und damit der Resignation aufgrund des Spielplanes, darf es nicht geben. Torge Johannsen, Jan-Fiete Buschmann und alle Akteure der TSV müssen Ruhe ins Team bringen und abwarten, bis sich die Chance für die nächsten Pluspunkte im Abstiegskampf bietet.
Der heutige Gastgeber sicherte sich mit dem 4. Platz und 49:19-Punkten nach dem Wildcardturnier Anfang der Saison die Champions-League-Teilnahme und gewann am vergangenen Wochenende mit dem neuen Trainer Gudmundur Gudmundsson mit 31:30-Toren beim Vorjahresfinalisten FC Barcelona. Ein positives Ausrufezeichen gleich zu Beginn der Saison. Die Rhein-Neckar-Löwen wollen den Abstand zu Kiel und HSV Hamburg weiter verkürzen und träumen vom ersten ganz großen Triumph, der deutschen Meisterschaft, in Mannheim. Die Löwen konnten zum Vorbereitungsstart die Neuzugänge Robert Gunnarsson von VfL Gummersbach, Andy Schmid von Bjerringbro-Silkeborg (Dänemark), Börge Lund vom THW Kiel und Ivan Cupic vom slowenischen Vertreter RK Velenje begrüßen. Obwohl auch neun Abgänge und damit eine Ausdünnung der Löwen erfolgte, wächst die Qualität der Mannschaft. das hat sie bereits in den ersten Partien der Spielzeit gezeigt. Mit 8:2-Punkten sind die Löwen dem überraschenden Spitzenreiter Füchse Berlin auf den Fersen und wollen diese Bilanz auch gegen die TSV Hannover-Burgdorf nicht trüben. Alles andere als ein Sieg für die Gudmundsson-Schützlinge wäre eine Sensation.
Die TSV will sich weiter einspielen und gegen Spieler wie Rückraumspieler Olafur Stefansson, Linksaußen Uwe Gensheimer, Kreisläufer und Abwehrspezialist Oliver Roggisch oder Rückraumshooter Karol Bielecki nicht verstecken.
Zudem soll der Angriff weiter an Qualität gewinnen und die exzellenten Torwarte der Rhein-Neckar Löwen Henning Fritz und Slawomir Szmal einige Male überwunden werden. Dazu gehören in der SAP-Arena in Mannheim eine mutige Spielweise und ein wenig Glück im Abschluss. Die TSV schaut auf die Partien ab Mitte Oktober und November, jetzt sind Punktgewinne nur zusätzlich Motivationsschübe, erst dann beginnt für Trainer Kristjánsson und seine Akteure die Saison erst richtig. Denn in der nächsten Woche, am 6. Oktober, folgt bereits das nächste Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt und auch hier wird es schwer, einen Punktgewinn zu erreichen.