Kann die TSV Hannover-Burgdorf den Vorjahressieg wiederholen?

Er könnte die RECKEN der TSV Hannover-Burgdorf am Sonntag gegen die Rhein-Neckar Löwen zum Sieg führen - Tamás Mocsai. (Foto: Holger Staab)

Mit den Rhein-Neckar Löwen kommt wieder ein Spitzenteam in die AWD-Hall

BURGDORF (hs). In der Hinrunde der DKB-Handball-Bundesliga begrüßt die TSV Hannover-Burgdorf vier Teams der Top5-Mannschaften der vergangenen Saison in der AWD-Hall in Hannover. Am Sonntag, 21.Oktober, ab 17.30 Uhr kommen die Rhein-Neckar Löwen. Die RECKEN wollen es dem Favoriten aber schwer machen und ihrem Publikum einen Überraschungssieg bescheren.
Nach dem THW Kiel (30:36) und dem HSV Hamburg (26:30) kommt mit den Löwen eine weitere Spitzenmannschaft in die AWD-Hall. Zumindest in den beiden Begegnungen gegen den THW und den HSV zeigten sie eine Klasseleistung und hatten die Favoriten nah an einer Niederlage. Bereits in drei Wochen, am 10.November, stellt sich dann die SG Flensburg/Handewitt in Hannover vor. Der Spielplan macht den RECKEN keine Geschenke.
Ein Erfolg könnte gegen die Löwen aber gelingen. In der vergangenen Serie schaffte die TSV am dritten Spieltag die Sensation und bezwang die ambitionierte Mannschaft um Coach Gudmundur Gudmundsson mit 33:32-Toren. Die AWD-Hall stand Kopf und die Zuschauer kamen aus dem Staunen nicht heraus. Eine tolle Atmosphäre und eine tolle Leistung bescherten Hannover-Burgdorf viel Aufmerksamkeit. Eine Wiederholung scheint nicht ausgeschlossen.
Aber der Saisonstart der Truppe um den Abwehrspezialisten Oliver Roggisch spricht eine andere Sprache. Die Löwen konnten einen grandiosen Lauf hinlegen und sich nach sieben Spieltagen mit einer makellosen Bilanz von sieben Siegen in der Spitze festsetzen. Auch jetzt ist die Spitzengruppe weiter das Ziel, aber die verjüngten Löwen sprechen nicht mehr von ihren hohen Zielen. Das hat gute Gründe, denn durch die finanzielle Schieflage des einstigen Großsponsors Jesper Nielsen musste das Saisonbudget drastisch heruntergefahren werden. Manager Thorsten Storm hatte vor der Serie alle Hände voll zu tun, um neue Sponsoren zu akquirieren und die lukrativen Verträge einiger Stars anzupassen. Deshalb konnten einige Leistungsträger auch nicht gehalten werden. Michael Müller (zur HSG Wetzlar), Karol Bielecki, Krzysztof Lijewski und Ivan Cupic (alle zu KS Vive Kielce nach Polen), Henning Fritz, Robert Gunnarsson (zu Paris HB), Niklas Ruß (SG Leutershausen) und Börge Lund (Füchse Berlin) verließen den Verein. Wer allerdings gedacht hätte, dass die Lücken nicht geschlossen werden könnten, der hat die Rechnung ohne den Löwen-Manager gemacht, denn der leistete ganze Arbeit.
Mit Kim Ekdahl Du Rietz (von HBC Nantes aus Frankreich), Matthias Gerlich (TV Hüttenberg), Gedéon Guardiola (BM Atletico Madrid aus Spanien), Isaias Guardiola (SDC San Antonio, Spanien), Niklas Landin (Bjerringbro Silkeborg, Dänemark), Jonas Maier (SG Kronau-Östringen), Alexander Petersson (Füchse Berlin), Marius Steinhauser (HG Oftersheim/Schwetzingen) und Nils Kretschmer (VfL Bad Schwartau) wurden neue Akteure verpflichtet.
Die Mannschaft ist so jung und so hungrig wie nie, titelte die SportBild und das zeigten sie in der ersten Saisonphase. Die Löwen haben sich vorgenommen, begeisternden und leidenschaftlichen Handball zu spielen. Mit den Voraussetzungen und finanziellen Einschränkungen ist das schwierig, aber die Mannheimer haben immer noch einen außergewöhnlich guten Kader und einen Etat, der mehr als das Doppelte des Etats der TSV ausmacht.
Deshalb werden die Recken sich auch strecken müssen, um so eine tolle Leistung zeigen zu können, wie zuletzt beim 31:27-Auswärtssieg bei der HSG Wetzlar. Nur eine überdurchschnittliche Leistung, ein wenig Glück und eine intensive Unterstützung von den Zuschauern könnten einen Punktgewinn zur Folge haben.