Jetzt muss Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt nachlegen

Heinz Zieger aus Sehnde gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Drei Punkte gewonnen und die Abstiegsplätze der Fußball-Bundesliga verlassen. Es hätte ein Freudentag für Hannover 96 werden können. Wenn da nur nicht das dumme Handtor von Leon Andreasen gewesen wäre, was den 96ern in der 38. Minute beim 1. FC Köln einen wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg beschert hat.
Was 48.700 Zuschauer im Kölner Rhein-Energie-Stadion sahen, wollten Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock und seine Assistenten an der Linie, sowie der vierte Offizielle, einfach nicht gesehen haben. Das Siegtor zum entscheidenden 1:0 nach einem Eckball von Hiroshi Kiyotake und der dann folgenden Kopfballverlängerung von Christian Schulz beförderte der Däne eindeutig mit dem Unterarm über die Linie. Verständlich der Ärger der Kölner, deren Trainer Peter Stöger stinksauer zum Assistenten rannte und ihm spontan seine Brille anbot. Demgegenüber äußerte sich nach dem Abpfiff Kölns Manager Jörg Schmadtke weitaus sarkastischer, als er sich nach dem Abpfiff bei Sky in Galgenhumor flüchtete und spottete: „Schönen Gruß an den DFB. Ärgerlich, dass wir heute Handball-Schiedsrichter hier in Köln hatten und das Spiel durch einen Kempa-Trick entschieden wird. Wohl alle im Stadion hatten gesehen, was passiert war. Da erwarte ich von den Herren, dass sie es auch sehen müssen. Zumal sie sogar Geld dafür bekommen.“ Einsichtiger gab sich nach Ansicht der TV-Bilder Sünder Leon Andreasen, der dann auch zugab: „Das war ein klares Handspiel. Ich hatte nur gespürt, dass mich etwas am Arm trifft, aber es ging alles sehr schnell.“
Während Leon Andreasen nun mit dem Makel leben muss, das klarste Schummeltor der Bundesligageschichte erzielt zu haben, darf sich Hannover 96 Dank des irregulären Treffers freuen, nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen endlich die Abstiegsplätze verlassen zu haben. Mit nunmehr 9 Punkten rückten die Hannoveraner vom vorletzten Abstiegsplatz auf den 14. Tabellenrang vor.
Gute Aussichten für die kommenden Spiele. Vor allem für die Heimpartie am Sonnabend, 24. Oktober, um 15.30 Uhr, in der die Roten den Tabellennachbar Eintracht Frankfurt zu Gast haben, der weit von der Form der Anfangsspiele entfernt ist und in seinen letzten fünf Spiele ohne Sieg blieb.
Alarmstufe bei den Hessen herrscht allerdings nach den jüngsten beiden Pleiten. Bereits die 0:2-Niederlage gegen den FC Ingolstadt 04 sorgte für Unruhe bei der Eintracht, die sich dann am Sonnabend vor 50.700 Zuschauern in einem gellenden Pfeifkonzert entlud, als die Eintracht nach einer passablen 1. Halbzeit beim Stande von 1:1 nach dem Seitenwechsel im Sturmwirbel des Gegners Borussia Mönchengladbach unterging und noch mit 1:5 verlor. „Das war heute bei der Eintracht nicht bundesligatauglich. Nicht hinten, nicht vorne. Es war kein Leader auf dem Platz zu erkennen, da hat Frankfurts Trainer Armin Veh noch viel Arbeit vor sich", legte sich der Fernsehmoderator und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bereits fest.
In diesem Punkt unterscheidet sich Frankfurts Coach nicht von seinem Trainerkollegen aus Hannover, der nach dem glücklichen Sieg in Köln sehr wohl erkannte, dass bei seiner Mannschaft noch vieles im Argen liegt. So konnten sich die 96er in Köln in der 2. Halbzeit nicht eine einzige Torchance erarbeiten, was den 96-Coach dann trotz der Serie von drei Spielen ohne Niederlage zu der Erkenntnis brachte: „Es war heute ein glücklicher Sieg von uns, für den wir uns aber nicht entschuldigen müssen. In den ersten Spielen lief oft auch einiges gegen uns.“
Bereits am Dienstag, 27. Oktober, steht für Hannover 96 die nächste Pflichtaufgabe auf dem Programm. So will die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck von 20.30 Uhr an im Merck-Stadion am Darmstädter Böllenfalltor in der 2. Runde des DFB-Pokals alles daran setzen, endlich einmal die 3. Runde und damit den Einzug in das Achtelfinale zu schaffen. Beide Mannschaften hatten keine große Mühe, sich für die 2. Runde zu qualifizieren. So schafften die „Lilien“ am 7. August durch einen 5:0- Sieg beim West-Regionallisten TuS Erndtebrück den Einzug in die 2. Runde, während die 96er zwei Tage später mit einem 2:0-Sieg bei Hessen Kassel ebenfalls einen Vertreter der Regionalliga Südwest ausschalteten.
Bei dem Pokalspiel der beiden Bundesligisten am Dienstag in Darmstadt kommt es zu einer Neuauflage des Punktspiels vom 1. Spieltag am 17. August, das vor 17.000 Zuschauern 2:2 (1:0) endete, wobei Marcel Heller beide Tore für den Aufsteiger erzielte, während die Tore der 96er aus einem Eigentor des Darmstädters Aytac Sulu und des derzeit verletzten Hannoveraners Charlison Benschop resultierten. Ein Wiedersehen in diesem K.O.-Spiel, bei dem es auf jeden Fall einen Sieger geben wird, kann es für die „Roten“ mit Darmstadts Freistoßspezialisten Konstantin „Kocka“ Rausch geben, der nach seinem missglückten zweijährigen Abstecher zum VfB Stuttgart bei den „Lilien“ wieder zu alter Form aufblüht und in der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster nun schon seit Wochen zu den herausragenden Spielern zählt.
Immerhin fünf Teilnehmer/innen bei unserem Ergebnis-Gewinnspiel hatten den 1:0-Sieg der „Roten“ in Köln getippt. Live dabei beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Sonnabend, 15.30 Uhr in der HDI-Arena ist Heinz Zieger aus Sehnde, der per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.