Innerhalb von vier Tagen heißt der Gegner zweimal TBV Lemgo

Kreisläufer Vignir Svavarsson muss in der nächsten Woche mit der TSV Hannover-Burgdorf gleich zweimal gegen seine alten Kameraden vom TBV Lemgo antreten. (Foto: Holger Staab)

DHB-Pokalspiel wird am Mittwoch in Vöhrum ausgetragen

BURGDORF (hs). Das Lospech scheint der TSV Hannover-Burgdorf an den Füßen zu kleben. Im vergangenen Jahr musste die TSV innerhalb einer Woche, im DHB-Pokal und in der Liga, zweimal gegen die Rhein-Neckar-Löwen spielen. Die Pokalauslosung für den heutigen Mittwoch erbrachte den TBV Lemgo als Gegner der 3. Runde im DHB-Pokal. Eigentlich ein attraktiver Partner, aber wieder müssen die TSVer zweimal innerhalb von vier Tagen gegen Lemgo antreten - wieder zweimal in eigener Halle.
Deshalb reagierten die Verantwortlichen der TSV Hannover-Burgdorf und verlegten das Pokalspiel nach Vöhrum (bei Peine). In der Halle des Berufsbildungszentrums (BBZ) in der Pelikanstraße 12, ganz in der Nähe der Pelikan-Produktionsstätte, haben knapp 700 Besucher Platz. Die Halle ist bereits ausverkauft. Zudem will TSV-Coach Aron Kristjánsson den Pokalgegner ärgern und mit seinem Team eine Überraschung schaffen. Er macht allerdings auch keinen Hehl daraus, dass die Punktspielpartie wenige Tage später wichtiger ist als das Weiterkommen im Pokal. Aber warum nicht zwei Siege einspielen, die dem Selbstvertrauen der Spieler um Keeper Nenad Puljezevic einen kräftigen Schub geben könnten.
Der TBV Lemgo ist allerdings gewarnt, Trainer Volker Mudrow kennt die TSV sehr gut und die bittere 25:26-Niederlage im vergangenen Jahr steckt den Lemgoern noch in den Köpfen. Sie werden die TSV nicht unterschätzen. Auf der TSV-Seite spielt ein Akteur, der die Gäste ebenfalls sehr gut kennt. Kreisläufer Vignir Svavarsson spielte beim TBV und wechselte bekanntlich erst im Juni zur TSV Hannover-Burgdorf. Er wird Kristjánsson wertvolle Tipps geben können, um die Gäste an den Rand einer Niederlage zu zwingen.
Mit Carsten Lichtlein und Martin Galia hat Lemgo zwei starke Torwarte im Kader. Aber auch die Namen der Feldspieler lassen Handballer aufhorchen. Die Kreisläufer Christoph Theuerkauf und Sebastian Preiß sind aktuelle deutsche Nationalspieler. Rückraumspieler Holger Glandorf und Rolf Hermann sind ebenfalls immer für Treffer aus der Fernwurfzone berüchtigt. Florian Kehrmann auf der Rechtsaußenposition und Jens Bechtloff von Linksaußen sorgen für ständige Gefahr. Und auch Martin Strobel als Spielmacher und Nachfolger von Michael Kraus, der zum HSV Hamburg wechselte, könnte dem TSV-Tor jederzeit gefährlich nah kommen. Zudem hat Mudrow auf der linken Rückraumseite ein Luxusproblem und kann mit Sergo Datukashvili, Ferenc Ilyes, Nikolai Link und Sebastian Schneider vier Spieler aufbieten. Insgesamt ein Team, das in der Bundesligasaison bisher noch nicht überzeugen konnte, aber auch nicht enttäuschte. Der 7. Tabellenplatz aus der vergangenen Spielzeit soll trotz hartem Sparkurs wiederholt werden.
Die TSV hat vor dem Gegner allerdings auch keine Angst, nur ein wenig Respekt, das zeigte der Sieg im vergangenen Jahr. Das Rückspiel gewann der TBV zwar mit 31:25-Toren, aber im Pokalwettbewerb sind Svavarsson und Co nicht ohne Chance. Die TSV-Mannschaft will sich in Vöhrum bei neuen potenziellen Handballfans kämpferisch präsentieren und eine gute Leistung abliefern. Vielleicht erwartet die Zuschauer in der BBZ-Halle ja sogar ein echter Pokalknüller mit Spannung bis zum Schluss oder sogar eine Verlängerung.