Im MARKTSPIEGEL-Pokal probten die Kleinen den Aufstand

Riesenjubel beim 1. FC Burgdorf nach dem Sieg im Elfmeterschießen. (Foto: Kamm)
 
Mit hohem Einsatz wurde im Viertelfinalspiel zwischen Hertha Otze und TSV Engensen um jeden Ball gekämpft. Engensens Finn Derben (unten rechts) kann hier jedoch einen Flugball von Otzes Tim-Oliver Titze nicht verhindern. (Foto: Kamm)

1. FC Burgdorf, SV 06 Lehrte, TSV Engensen und Mellendorfer TV bestreiten heute in Hänigsen das Halbfinale

BURGDORFER LAND (kd). Mit dem TSV Engensen, Mellendorfer TV und dem SV 06 Lehrte qualifizierten sich erwartungsgemäß in den Viertelfinalspielen des MARKTSPIEGEL-Pokalturniers, die in Otze und parallel dazu in Wehmingen vor einer stattlichen Zuschauerkulisse ausgetragen wurden, gleich drei der favorisierten Kreisligisten für das am heutigen Mittwoch, 30. Juli, ab 18 Uhr in Hänigsen stattfindende Halbfinale. Den vierten Teilnehmer hatte hingegen kaum einer auf der Rechnung. Ausgerechnet der 1. FC Burgdorf, der zum Saisonende als Absteiger den Weg in die 2. Kreisklasse antreten musste, versperrte in Otze mit einem 5:4 (2:2)- Sieg nach Elfmeterschießen dem Kreisligisten TSV Friesen Hänigsen den Zutritt in den Kreis der Semifinalisten, so dass die heutigen Halbfinalspiele in Hänigsen ohne den Gastgeber stattfinden müssen.

Friesen Hänigsen -
1. FC Burgdorf 4:5 (2:2) n.E.

Für eine faustdicke Überraschung sorgte zum Auftakt der Viertelfinalspiele in Otze der Kreisklassenverein 1. FC Burgdorf mit einem 5:4 (2:2/0:1)-Sieg über den Kreisligisten TSV Friesen Hänigsen. Mit diesem Ausgang hatten nicht einmal die größten Optimisten gerechnet. „Selbst ich hatte nach der sehr starken Leistung der Hänigser in der 1. Halbzeit meine Bedenken, ob wir das Spiel noch gewinnen können. Da es aber nur 1:0 für die „Friesen“ durch das Tor von Alexander Klingberg aus der 24. Minute stand, habe ich meinen Spielern in der Halbzeitpause gesagt, dass sie völlig befreit aufspielen sollen, da sie als Verein aus der 2. Kreisklasse ohnehin nichts zu verlieren hätten“, verriet FC-Coach Dogan Demiray.
Gesagt, getan. In der 2. Halbzeit legte der Außenseiter los wie die Feuerwehr und überrannte die „Friesen“ förmlich. Bereits in der 46. Minute erzielte Felix Zimbelmann den 1:1-Ausgleich, dem sieben Minuten später Danielo del Valle (53.) sogar die 2:1- Führung für den Außenseiter folgen ließ. „In dieser Phase waren wir wie gelähmt und wollten den Ball nur noch ins Tor tragen“, gestand Hänigsens Trainer Uwe Springfeld ein. „Nun rächte es sich, dass wir in der 1. Halbzeit vier klare Torchancen von Alexander Klingberg, Manuel Winkelmann und zwei mal durch Jason Mau kläglich vergeben hatten“, ärgerte sich Hänigsens Coach, der dennoch froh war, dass Manuel Winkelmann (65.) fünf Minuten vor dem Abpfiff noch der 2:2-Ausgleich gelang.
Das anschließende Elfmeterschießen eröffnete Florian Pszolla für den 1, FC Burgdorf mit einem Fehlschuss, dem sich der Hänigser Benjamin Otte prompt anschloss. Doch erwiesen sich auf Seiten des 1. FC Burgdorf danach Jacub Tüfekci, Sascha Haak und Ömer Savucu als sichere Elfmeterschützen, während bei den Hänigsern nur Marco Klingberg und Jason Mau trafen. Dagegen scheiterten neben Benjamin Otte auch noch Alexander Klingberg und Sven Heinemann mit ihren Strafstößen. So brauchte Felix Zimbelmann beim Stande von 5:4 für den 1. FC Burgdorf gar nicht mehr anzutreten, da Sven Heinemann zuvor als fünfter Hänigser Schütze mit seinem Lupfer Schiffbruch erlitten hatte. Während die „Friesen“ durch die Niederlage aus dem Wettbewerb ausschieden, trifft der 1. FC Burgdorf am heutigen Mittwoch in Hänigsen im Halbfinale des MARKTSPIEGEL-Pokals von 18 Uhr an auf den SV 06 Lehrte.

SV Hertha Otze -
TSV Engensen 0:3

Mehr als verdient war der 3:0 (1:0)-Sieg des TSV Engensen im zweiten Halbfinalspiel über den SV Hertha Otze. Die Engenser treffen nun am heutigen Mittwoch in Hänigsen im zweiten Halbfinale des Marktspiegel-Pokal von 19.30 Uhr an auf den Mellendorfer TV. „Ich glaube, unser Torhüter Leon Burkert musste in der 1. Halbzeit nur einen gefährlichen Schuss parieren“, ließ Engensens Trainer Jens Straßburg die einseitige Partie noch einmal Revue passieren. Es dauerte allerdings bis zur 20. Minute, ehe Till Seidlitz mit einem Kopfball nach einer Ecke von Ole Gerhardi die 1:0- Führung für den Bezirksligabsteiger gelang. „Wir haben bereits in dieser Phase keinen Zugriff auf das Spiel gefunden“, musste später Otzes neuer Trainer Michael Hoffmeister eingestehen, der dann auch von einem völlig verdienten Sieg des Gegners sprach.
Kein Wunder, dass die Engenser auch weiterhin das Spiel nach Belieben dominierten. Allerdings dauerte es bis zur 44. Minute, ehe es wieder im Kasten der Herthaner einschlug. Diesmal profitierte Ole Gerhardi von einem Abpraller, dem ein wuchtiger Schuss von Engensens Marvin Tkatzyk vorausgegangen war, den Otzes Torhüter nicht festhalten konnte. Die endgültige Entscheidung fiel bereits sechs Minuten später, als Finn Derben (50.) den Ball am Hertha-Keeper zum 3:0 vorbei schlenzte. Mit einem Elfmetergeschenk zu seinem 18. Geburtstag, den Engensens Neuzugang Jan Frister am Montag feierte, wollte Trainer Jens Straßburg seinen Youngster beglücken. Doch scheiterte Jan Frister mit seinem an Ümrah Duyar verursachten Foulelfmeter auch im Nachschuss am Otzer Keeper, so dass es beim 3:0-Sieg des TSV Engensen blieb, der Mitte der 2. Halbzeit noch weitere Gelegenheiten vergab, als die Herthaner alles daran setzten, eine Resultatsverbesserung zu erzwingen und dadurch ihre Abwehr über Gebühr entblößten.

TSV Haimar/D. -
Mellendorfer TV 1:2

Mit Ach und Krach wurde der Mellendorfer TV als Kreisligist seiner Favoritenrolle im Viertelfinalspiel des MARKTSPIEGEL-Pokalturniers beim 2:1 (0:0)-Sieg über den Kreisklassenverein TSV Haimar/Dolgen gerecht. Die Elf aus der Wedemark zieht durch den Sieg in das am heutigen Mittwoch stattfindende Halbfinale ein, in dem die Mellendorfer im Hänigser Stadion von 19.30 Uhr auf den TSV Engensen treffen. Allerdings bedarf es heute einer gewaltigen Steigerung, um in das Finale am Sonnabend einzuziehen, das von 16 Uhr an in der MARKTSPIEGEL-Arena im Burgdorfer Stadion an der Sorgenser Straße ausgetragen wird.
Trainer Alexander Fleischer muss sich am Montag im Viertelfinalspiel seines Mellendorfer TV im Sehnder Ortsteil Wehmingen vorgekommen sein, als säße er im falschen Film. Nahezu die gesamte Spielzeit gab der Außenseiter aus dem Großen Freien den Ton an und führte durch das Tor von Alex Peil aus der 36. Minute völlig verdient mit 1:0. „Was wir heute an Chancen versiebt haben, reicht normalerweise für zwei Spiele“, ärgerte sich Haimars Trainer Matthias Henning über die vergebenen Hochkaräter von Alex Peil (2), Jannik Holzhausen und Florian Hoffmann. Die an diesem Tag indisponierten Mellendorfer konnten in keiner Phase an die guten Leistungen anknüpfen, die sie noch in der Vorrunde gezeigt hatten, als sie bei Punktgleichheit mit dem TSV Hänigsen nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den Gruppensieg verpassten.
Als sich das Spiel dem Ende näherte, besann sich die Mellendorfer Mannschaft urplötzlich darauf, dass sie die Fahrt von der Wedemark in den äußersten Südosten der Region auf sich genommen hatte, um in das Halbfinale einzuziehen. Mit zum Stimmungsumschwung trug zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ein von Haimars Marcel Hilgert verursachter Foulelfmeter bei, den Ilyas Kraftschik in der 68. Minute zum nicht mehr erwarteten 1:1-Ausgleich verwandelte. Als sich alles bereits auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatte, schlugen die Mellendorfer noch einmal zu: Einen Freistoß zirkelte wiederum Peter Kraftschik (90 + 2) in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg für seine Mannschaft ins Netz. Während Haimars Trainer Matthias Henning zu Recht davon sprach, dass heute mit seiner Elf die bessere Mannschaft verloren habe, drückte es sein Mellendorfer Trainerkollege Alexander Fleischer etwas eleganter aus. „Wir haben heute sehr viel Glück gehabt. Genauer gesagt, davon noch dazu eine ganze Menge.“

SV 06 Lehrte -
TSV Wettmar 4:3

Erwartungsgemäß zog auch der SV 06 Lehrte in das am heutigen Mittwoch in Hänigsen stattfindende Halbfinale des MARKTSPIEGEL-Pokals ein, wo es die Mannschaft von Trainer Lars Bischoff nach dem 4:3 (4:0)-Sieg über den TSV Wettmar am heutigen Mittwoch bereits von 18 Uhr an mit dem Favoritenschreck 1. FC Burgdorf aus der 2. Kreisklasse zu tun hat. Allerdings wäre den 06ern dann zu raten, nicht das Fußballspielen nach einer Halbzeit einzustellen. Ansonsten könnte es heute in Hänigsen zu einer weiteren Überraschung kommen, von der die Wettmarer am Montag in Wehmingen nicht weit entfernt waren. Dabei schien in der 1. Halbzeit alles seinen gewohnten Verlauf zu nehmen. Tony Heidenreich entdeckte einmal mehr seine Torjägerqualitäten, als ihm zwischen der 15. und 24. Minute innerhalb von nur zehn Minuten mit drei Toren ein lupenreiner Hattrick zur 3:0-Führung gelang. Als Dennis Spiegel (30.) noch vor der Halbzeit für den 4:0-Pausenstand des SV 06 Lehrte sorgte, bahnte sich ein Schützenfest an.
Doch hatten sich die Lehrter bei ihrer Gedankenspielen gründlich geirrt. „Nachdem wir in der 1. Halbzeit noch weitere gute Möglichkeiten liegen gelassen hatten und selbst vor dem Anschlusstreffer des TSV Wettmar noch auf 5:0 hätten erhöhen können, war nach dem 1:4 in der 39. Minute bei uns alles wie weggeblasen“, musste Lehrtes Trainer eingestehen. So brachte es der TSV Wettmar fertig, innerhalb von nur fünf Minuten durch die Tore von Jonas Gräser (39. und 41.) und Julian Poth (43.) auf 3:4 zu verkürzen und für Alarmstimmung bei den Schwarz-gelben zu sorgen. „Die Lehrter haben geschwommen wie sonst was“, freute sich Wettmars Spielausschussobmann Robin Faulhaber über die Auferstehung seiner Mannschaft, die nun gegenüber der 1. Halbzeit nicht wiederzuerkennen war. „Wir haben unseren Teil auch dazu beigetan“, musste Lehrtes Coach eingestehen, der zugab: „Wenn es dumm gelaufen wäre, hätte es auch noch zum Elfmeterschießen kommen können.“ Wettmars Fußballexperte Robin Faulhaber legte noch einen drauf, als er sich zu der Aussage verstieß. „Wir haben nur noch auf ein Tor gespielt. Hätte die Partie noch zehn Minuten länger gedauert, wären wir als Sieger vom Platz gegangen.“