Heesseler SV will Talente in „kalte Wasser“ schmeißen

Junge Talente können beim Heesseler SV in der Landesliga schnell „Höhenluft schnuppern". (Foto: Kamm)

Auch im Derby gegen die TSV Burgdorf setzt Niklas Mohs auf den Nachwuchs

HEESSEL (de). Es hat eine Zeit gedauert, ehe das ursprünglich für den 27. Februar vorgesehene Stadtderby der Fußball-Landesliga zwischen dem Heesseler SV und der TSV Burgdorf neu angesetzt wurde. Am kommenden Mittwoch, 18. Mai, ist es endlich so weit. Von 19 Uhr an kommt es in Heeßel zu einer Neuauflage des Duells der beiden Landesligisten, die sich im Hinspiel 1:1 trennten.
Zum Bedauern beider Trainer und auch ihrer Fans haben sowohl der Heesseler SV als auch die TSV Burgdorf mit der Vergabe des Meisterschaft nichts mehr zu tun, die nur noch der 1. FC Wunstorf und VfL Bückeburg unter sich ausmachen werden. Dabei kann sich die Platzierung beider Vereine sehen lassen. So belegen die Burgdorfer nach 27 Spielen mit 48 Punkten den 4. Tabellenplatz, während die Heeßeler mit 45 Zählern als unmittelbarer Tabellennachbar Platz fünf belegen.
Mit dem Erreichten sind beide Vereine aber durchaus zufrieden, wie sie gegenüber dem Marktspiegel wissen ließen. So stellt Heeßels Trainer Niklas Mohs fünf Spieltage vor Saisonschluss mit Genugtuung fest: „Wir wurden nach den zahlreichen Abgängen vor der Saison als Absteiger Nummer 1 gehandelt. Nun belegen wir einen Tabellenplatz auf Augenhöhe mit der TSV Burgdorf, die vor der Saison als großer Aufstiegsfavorit gehandelt wurde.“ Mit seiner Aussage stößt Heeßels Coach allerdings auf Widerspruch beim TSV-Fußballchef Hans-Jürgen Engelbrecht.
Schuldenabbau hat Vorrang
„Von offizieller Seite der TSV Burgdorf hatten wir nie die Meisterschaft als unsere Zielsetzung genannt. Das haben andere Vereine oder die Medien getan", verwies Burgdorfs 1. Vorsitzender auf andere Baustellen, die es zunächst zu beheben galt. So verwies Hans-Jürgen Engelbrecht mit Genugtuung darauf, dass es seiner Abteilung gelungen ist, die vor seiner Amtszeit aus Bauvorhaben entstandenen Verbindlichkeiten in Höhe von 110.000 Euro auf inzwischen 40.000 Euro zu reduzieren. „In zwei Jahren wollen wir schuldenfrei sein", hat sich der TSV-Chef zum Ziel gesetzt, dem es unter seiner Führung auch gelungen ist, mit seinem Team die am Boden liegende Jugendabteilung auf inzwischen sieben Juniorenmannschaften wieder aufzubauen.
Völlig anders stellt sich die Lage beim Heesseler SV da, wo Niklas Mohs immer wieder auf ein schier endloses Reservoir von talentierten Juniorenspielern zurückgreifen kann. So kamen in dieser Saison bereits neun Spieler zum Einsatz, die in der abgelaufenen Saison noch bei den A-Junioren spielten. Mit Nico Eccarius, Christoph Baumann, Louis Engelbrecht und Arne Külbeck bestanden zuletzt sogar vier noch für die A-Junioren spielberechtigte Nachwuchsspieler ihre Feuertaufe in der Landesligamannschaft. „Ich werde auf diese Talente auch im Spiel gegen die TSV Burgdorf zurückgreifen“, kündigte Heeßels Trainer bereits an.
NDR-Fernsehen ist dabei
Trainer Ulrich Pigulla von der TSV Burgdorf hat sich nach zuletzt starken und vor allem stabilen Leistungen seiner Mannschaft für den Endspurt neue Ziele gesteckt: „Unser Ziel ist es, nicht nur in Heeßel zu gewinnen, sondern am letzten Spieltag noch den 3. Platz zu erreichen. Außerdem wollen wir gerne Bezirkspokalsieger werden. Um das zu erreichen müssen wir zunächst in Lamspringe gewinnen und dann zu Hause voraussichtlich den 1. FC Wunstorf besiegen, um ins Endspiel einzuziehen“, sagte der TSV-Coach, der mit seiner Mannschaft und den Akteuren der TSV Burgdorf am Mittwoch unter besonderer Beobachtung der Medien steht.
So hat sich bei Heeßels Trainer Niklas Mohs bereits der NDR mit einem Team angemeldet, um Aufnahmen vom Spiel zu machen. Doch gilt das Interesse der Fernsehmacher aus Hannover nicht so sehr den Spielern beider Mannschaften, sondern der 20-jährigen Oberliga-Schiedsrichterin Lena Dittmann aus Stadthagen, die den Ruf genießt, eine der besten Schiedsrichterin unter den Männern aus Niedersachsen zu sein.