Heesseler SV und RSE stehen sich im finalen Endspielderby gegenüber

Im Halbfinale zwischen dem SV Ramlingen/Ehlershausen und der TSV Burgdorf kämpften der RSEer Patrik Ehlert (links) und Fabian Hoheisel (rechts) mit „Haken und Ösen“. (Foto: Kamm)
 
Heeßels Torhüter Marco Dubberke (rechts) kann gemeinsam mit seinem Abwehrschef Fabian Hellberg (Mitte) kurz vor dem heranstürmenden Lehrter Michael Duraj (links) retten. (Foto: Kamm)

FC Lehrte und TSV Burgdorf spielen im „kleinen Finale“ um Platz 3

BURGDORF (kd). Seit Donnerstag sind in der Burgdorfer MARKTSPIEGEL-Arena auch beim MARKTSPIEGEL-Cup in den Halbfinalspielen die Entscheidungen gefallen. Mit dem SV Ramlingen/Ehlershausen und dem Heesseler SV setzten sich die Favoriten durch, die am heutigen Sonnabend die Finalpaarung beim MARKTSPIEGEL-Cup bestreiten. Das Endspiel wird um 18 Uhr in der MARKTSPIEGEL-Arena (Stadion der TSV Burgdorf, Sorgenser Straße) angepfiffen. Während sich die Heeßeler im Halbfinale vor 230 Zuschauern mit 3:1 gegen den FC Lehrte behaupten konnten, hatte der SV Ramlingen/Ehlershausen gegen die TSV Burgdorf erheblich mehr Mühe, um den letztjährigen Pokalsieger TSV Burgdorf mit 2:1 zu besiegen.
Die Verlierer FC Lehrte und TSV Burgdorf müssen sich daher am heutigen Sonnabend bereits von 14 Uhr an mit dem Spiel um den 3. Platz begnügen. Zwischen den beiden Finalspielen findet von 16 Uhr an noch das Endspiel im MARKTSPIEGEL-Pokalwettbewerb für Kreismannschaften statt, das der 1. FC Burgdorf und der Mellendorfer TV bestreiten. In beiden Pokalwettbewerben werden neue Pokalsieger gekürt, da die Pokalverteidiger TSV Burgdorf und SV 06 Lehrte den Einzug in das Endspiel verpassten.
Schade nur, das sowohl die Unparteiischen als auch ihre Assistenten in beiden Spielen den hohen Ansprüchen nicht gerecht wurden und teilweise mit fragwürdigen Entscheidungen sowohl die Spieler als auch die Zuschauer gleichermaßen in Erstaunen versetzten.

FC Lehrte -
Heesseler SV 1:3 (1:2)

Einen spannenden Verlauf nahm vom Anpfiff an die Begegnung zwischen dem FC Lehrte und dem Heesseler SV, die nach 70 Minuten mit einem 3:1 (2:1)-Sieg der Heeßeler endete. Der klassentiefere Bezirksligist aus Lehrte überraschte einmal mehr auch den kleinen HSV mit einem Blitzstart. Gerade einmal neun Minuten waren gespielt, als Michael Duraj seinen Mannschaftskameraden Patrick Heldt so geschickt in Szene setzte, dass dieser keine Mühe hatte, seinem Ruf als Torjäger gegen seinen ehemaligen Verein gerecht zu werden und die 1:0-Führung erzielte. Auf der Gegenseite war es Kesip Caran, der exakt nach einer Viertelstunde die gute Vorarbeit von Jonas Künne nutzte und gegen seinen früheren Verein den 1:1-Ausgleich erzielte.
Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass sich beide Seiten nichts schenkten und es zu vielen Nickligkeiten kam. Eine davon führte in der 35. Minute zu einem Strafstoß, nachdem der Schiedsrichter in der Attacke von Mateusz Duraj gegen Manuel Owsianski auf einen Strafstoß statt auf einen Freistoß erkannte. „Er hat sich in der Pause für seine Entscheidung bei uns entschuldigt“, ereiferte sich später Lehrtes Abwehrspieler Robert Weiss über das seiner Meinung nach nicht berechtigte Elfmetertor von Jonas Künne zur 2:1-Führung für den Heesseler SV, was gleichzeitig der Halbzeitstand war.
„Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft trotz der glücklichen Führung überhaupt nicht zufrieden. Wir spielen viel zu behäbig und lassen viele Mängel im Spielaufbau und in der Spieleröffnung erkennen“, gab in der Halbzeitpause Heeßels Trainer Niklas Mohs zu, der in der Pause dann in seiner Mannschaft einige personelle Korrekturen in Form von Aus- und Einwechslungen vornahm.
Nach dem Seitenwechsel ging der Heesseler SV weitaus engagierter vor und drückte den Lehrtern mit seiner Spielweise den Stempel auf. Einen weiteren Treffer verhinderte zunächst Lehrtes Torhüter Alexander Dieser, der mit einigen Paraden glänzte. Machtlos war Lehrtes 38-jähriger Keeper allerdings in der 61. Minute, als eine Kombination über Julian Rackl, Moritz Peithmann und Yannick Bahls der Letztgenannte mit dem Treffer zum 3:1 abschloss. Während sich Niklas Mohs zufrieden mit der deutlichen Leistungssteigerung seiner Mannschaft in der 2. Halbzeit zeigte, trauerte Willi Gramann dem umstrittenen Strafstoß gegen seine Mannschaft nach. „Wir haben so gut angefangen. Nach dem Witzelfer zur 2:1- Führung der Heeßeler haben wir uns taktisch nicht mehr so klug wie am Anfang verhalten. Doch bin ich alles im allem mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden. Sie hat sich gegen den Vizemeister der Landesliga prima geschlagen!“

SV Ramlingen/E. -
TSV Burgdorf 2:1 (0:1)

Nichts an Spannung ließ auch die Partie zwischen dem SV Ramlingen/Ehlershausen und dem Pokalverteidiger TSV Burgdorf zu wünschen übrig, die der SV Ramlingen/Ehlershausen mit Ach und Krach nach einem 0:1-Pausenrückstand noch mit 2:1 gegen eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft der TSV Burgdorf gewann. Für den RSE begann die Anfangsphase alles andere als nach Wunsch. So fingen sich die Ramlinger bereits in der 12. Minute nach einem Konter ein Tor von Burgdorfs Neuzugang David Bruns ein. „Diese Szene in der 1. Halbzeit war symptomatisch für unser Spiel. Wir kriegen einen Freistoß in der Hälfte unseres Gegners und fangen uns im Gegenzug einen Konter zum 0:1ein“, ärgerte sich Ramlingens Trainer Kurt Becker, dessen Mannschaft all zu schläfrig in der 1. Halbzeit wirkte, obwohl Patrik Ehlert nach einer halben Stunde Pech hatte, als er nur die Latte traf. In der Halbzeitpause nahm Ramlingens Trainer nach der alles anderen als überzeugenden Vorstellung seiner Mannschaft Korrekturen vor und wechselte mit Yilmaz Dag und Patrick Richter zwei neue Spieler für Sufjan Ankour und Gerhard Kwarteng ein. Eine Maßnahme, die sich als erfolgreich erwies. Gerade mal vier Minuten waren in der 2. Halbzeit gespielt, als Yilmaz Dag mit einem platzierten Flachschuss aus 20 Meter den 1:1-Ausgleich erzielte. In der 61. Minute schloss Patrick Richter mit einer Direktabnahme einen Flankenball des eingewechselten Björn Gassmann zum 2:1 und damit zur erstmaligen Führung der Ramlinger ab. Wer gedacht hatte, die Begegnung sei nun gelaufen, der irrte sich. In den letzten zehn Minuten entwickelte sich zwischen beiden Mannschaften ein offener Schlagabtausch, bei dem die Notbesetzung der TSV Burgdorf mit dem 38-jährigen Trainer Patrick Werner als Spieler immer wieder Nadelstiche setzte und damit vorwiegend über die linke Seite mit dem schnellen Tobias Schmitt und auch mit David Bruns die Ramlinger Abwehr mehr als einmal vor Probleme stellte. So hatten es die Gäste ihrem Torhüter Marcel Maluck zu verdanken, der allein in den Schlussminuten mit zwei Glanzparaden Kopf und Kragen riskieren musste, um gegen die frei vor ihm aufgetauchten TSVer Daniel Bothe und Tobias Schmitt ein dann fälliges Elfmeterschießen zu verhindern.
Auf der Gegenseite war es überwiegend Patrick Richter, der mehrere Male völlig freistehend die Chance vergab, vorzeitig für die Entscheidung zu Gunsten des RSE zu sorgen. „Es war ein Arbeitssieg meiner Mannschaft, die es sich sich nach einer verschlafenen 1. Halbzeit selber schwer gemacht hat, indem sie in der Schlussphase gleich mehrere Male die Chance ausließ, eine höhere Führung zu erzielen. So wurde es bei den überfallartig vorgetragenen Angriffen der TSVer für uns noch einmal eng. Doch konnte „Celli“ Maluck einmal mehr seine Klasse in Eins-zu-Eins-Situationen beweisen“, fand Kurt Becker. Mehr als zufrieden zeigte sich auch Patrick Werner trotz des Verpassen des Endspiels. „Ich bin total begeistert von meiner Mannschaft. Sie hat sich vor allem in der 1. Halbzeit taktisch sehr gut gegen eine Ramlinger Mannschaft verhalten, der wenig eingefallen ist. Wenn Maluck nicht so gut gehalten hätte und das Tor zum 2:1 für Ramlingen die Anerkennung wegen Abseits versagt worden wäre, hätten wir es möglicherweise mit unserer Notbesetzung schaffen können“, spekulierte Burgdorfs Coach.