Heesseler SV startet mit völlig neuformierter Mannschaft

(Foto: Klaus Depenau)
 
Die Neuzugänge des Heesseler SV mit Trainer Niklas Mohs. (Foto: Klaus Depenau)

Nach zahlreichen Abgängen wird weiter auf den Nachwuchs gesetzt

HEESSEL (mj). Zuschauer, die sich für die Spiele des Heesseler SV interessieren, sollten sich darauf einstellen, in nächster Zukunft mit Block und Kugelschreiber den Weg zum Heeßeler Sportplatz zurückzulegen. So wird sich in dieser Saison eine völlig veränderte HSV-Mannschaft präsentieren. Von 22 Spielern, die der Verein offiziell im Vorjahr in seinem Kader aufführte, sind mit Pavel Peszek, Önder Duyar, Nick Poelmeyer, Florian Jackowski, Jens Röhl, Ilias Dag und Moritz Peithmann gerade mal noch sieben Spieler übrig geblieben. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass dem kleinen HSV das Trainergespann mit Chefcoach Niklas Mohs und seinem Assistenten Armin Peithmann erhalten blieb. Alle anderen Spieler verließen den Klub, was Niklas Mohs zu der Äußerung veranlasste. „Das ist das Los eines Ausbildungsvereins, wie wir es sind. Wir müssen also unsere eigenen A-Junioren an die Landesligamannschaft heranführen, was wir auch gerne tun.“
Dass alle Wechsel nicht unbedingt auf das Wohlwollen der Heeeßeler stießen, ist verständlich. So verlor der Klub mit Patrick Heldt und Mark Wielitzka seine beiden Torjäger, die es in der abgelaufenen Saison in der Bezirksoberliga auf jeweils 23 Tore brachten. Ein schwerer Verlust für den kleinen HSV, wie auch Niklas Mohs zugab. „Patti möchte sich noch einmal in der Oberliga beim SV Ramlingen/Ehlershausen beweisen, während Mark für ein halbes Jahr in die USA geht, um dort zu studieren. Für beide Wechsel habe ich Verständnis, zumal ich bei Mark Wielitzkla darauf hoffe, dass er im Winter zu uns zurückkehrt“, sagte Niklas Mohs.
Verständnis zeigte Heeßels Coach auch für den Weggang von Tobias und Florian Clausing sowie von Torhüter Daniel Lüders, der jetzt beim Kreisligisten TSV Germania Arpke die Trainerlaufbahn einschlägt. Bei Shahin Amany Malayer ärgerte sich Niklas Mohs darüber, dass der Verteidiger bereits in Heeßel zugesagt hatte, ehe er es sich anders überlegte und sich dem TuS Kleefeld anschloss.
Ungewohnt scharf reagierte Niklas Mohs auf die Wechsel von Mateusz und Michael Duraj sowie Dennis Yeboah, die sich alle drei dem Lokalrivalen TSV Burgdorf anschlossen. „Die aggressive Einkaufspolitik der TSVer ärgert uns“, gab Niklas Mohs zu, um auf der anderen Seite froh zu sein, nur das Dreigestirn an die Burgdorfer verloren zu haben. „Die TSVer haben sich nach meinen Informationen auch noch um Patrick Heldt, Mark Wielitzka und Moritz Peithmann bemüht. Ich habe die drei Spieler, die zur TSV Burgdorf wechseln, bereits zu ihren Verträgen beglückwünscht. Doch bleibe ich dabei. Sportlich ist es für die drei ein Rückschritt.“
Bei so einem verbalen Schlagabtausch wird es in Zukunft wohl zu keiner einvernehmlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Klubs kommen. Das bestätigte auch Niklas Mohs. „Die TSV Burgdorf ist bei uns unten durch. Doch sieht man sich immer zweimal im Leben.“ Und dies nicht erst am vierten Punktspieltag am 29. August in Burgdorf, sondern möglicherweise auch bei den Finalspielen um den Marktspiegel-Cup.
Niklas Mohs ist natürlich Realist genug, um zu wissen, dass mit seiner aus unteren Klassen und aus ehemaligen A-Jugendspielern zusammengestellten Mannschaft keine Wunderdinge zu erwarten sind. „Unser Ziel kann es nur sein, nach Möglichkeit den Klassenerhalt zu schaffen.“ Einziger Spieler aus einer höheren Klasse ist Torhüter Alexander Dieser, der vom VfV 06 Hildesheim kam und früher in Lehrte spielte. Fabian Hellberg gehörte zwar zum Oberligakader des TSV Havelse, doch kam der 20-jährige Abwehrspieler dort nur zu einem 13-minütigem Kurzeinsatz. Zu einer Verstärkung könnte Bartek Warchol vom TSV Barsinghausen werden, sofern er von weiteren Verletzungen verschont bleibt.
Als talentierte Kreisligaspieler machten sich Mirsa Aziri vom TSV Kleinburgwedel und Jannis Iwan vom TSV Friesen Hänigsen einen Namen. Nach langer Verletzungspause will Nils Poelmeyer vom FC Lehrte nun in Heeßel wieder Tritt fassen. Genauso wie Simon Marx, der nach seinem halbjährigen Gastspiel in Ahlten wieder nach Heeßel zurückgekehrt ist. Vom FC Stern Misburg wechselte Nachwuchsspieler Maximilian Cording zum Heesseler SV.
Den größten Block an Zugängen bilden die bisherigen A-Juniorenspieler des Heesseler SV, die in der Niedersachsenliga bereits ihre Feuertaufe für höhere Aufgaben bestanden. Mit Thorben Fritsch, Jan David, Benjamin Fette, Sven Madziarski, Fritz Michelssen, Philipp Hackbarth, Nick Poelmeyer, Lucas Straßburg, Marius Gogol und Benjamin Machnik sind es gleich zehn Spieler, die nur ein Ziel kennen: Stammspieler in der Landesligamannschaft ihres Vereins Heesseler SV zu werden.

Die Mannschaft des Heesseler SV für die Saison 2010/2011: hintere Reihe v.l. Florian Jackowski, Önder Duyar, Jens Röhl, Maximilian Cording, Bartek Warchol, Mirza Aziri, Ilias Diag; mittlere Reihe v.l. Trainer Niklas Mohs, Benjamin Fette, Jannis Iwan, Sven Madziarski, Niels Poelmeyer, Torwarttrainer Jörg Halm; vordere Reihe v.l. Fritz Michelssen, Philipp Hackbarth, Alexander Dieser, Thorben Fritsch, Jan David, Benjamin Machnik.