Hans-Jürgen Engelbrecht hat noch große Ziele vor sich

Als Vorsitzender der Fußball-Abteilung der TSV Burgdorf hat Hans-Jürgen Engelbrecht die Zügel fest im Griff. (Foto: Klaus Depenau)

Finanzielle Konsolidierung steht weiter im Mittelpunkt

BURGDORF (mj). Große Feierlichkeiten sind nicht angesagt, wenn Hans-Jürgen Engelbrecht am 14. Oktober seinen 60. Geburtstag feiern kann. Der Betreiber und Geschäftsführer des Burgdorfer Veranstaltungszentrums ist eher ein Mann der leisen Töne: „Groß zu feiern, liegt mir persönlich fern. Es sei denn, meine Gäste wollen feiern. Da stehe ich immer gerne mit Rat und Tat zur Seite.“ Genauso ist es bei seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Fußball-Abteilung der TSV Burgdorf der Fall, der der dynamische Unternehmer nun schon seit drei Jahren vorsteht. „Wir haben innerhalb unserer Abteilung sehr gute Strukturen geschaffen. Zum Beispiel mit der Installation eines Ligarates“, kommt Hans-Jürgen Engelbrecht nicht darum herum, sich einmal selber zu loben.
Erst recht, wenn die Rede auf die Stadionanlage an der Sorgenser Straße kommt, die seine Abteilung in Eigenregie in Ordnung hält. „Unsere Anlage ist jetzt ein Schmuckstück, seitdem wir sie von der Stadt Burgdorf übernommen haben und selber in Ordnung halten“, freut sich der TSV-Chef, den nur eines ärgert. „Ich kann es schon nicht mehr hören, wenn wir als Krösus der Landesliga hingestellt werden, bei denen das Geld nur so herumliegt.“ So legt der 59-Jährige Wert auf die Feststellung, dass ein enormer Teil der finanziellen Mittel in die Pflege der Anlage gesteckt wird. „Es ist nicht so, dass die Spieler der ersten Mannschaft nur die Hand aufhalten brauchen, um abzukassieren. Ich möchte hiermit einmal in aller Deutlichkeit feststellen,dass es unser Hauptanliegen ist, unsere Schulden abzubauen.“
Hans-Jürgen Engelbrecht gab zu, dass die Umgestaltung der Trainingsplätze teurer als geplant ausgefallen ist. „Als ich die Leitung der Abteilung Fußball übernommen habe, hatten wir 110.000 Euro an Verbindlichkeiten, wobei 43.000 Euro aus dem laufenden Geschäftsbetrieb resultierten. Jetzt sind es nur noch 40.000 Euro, die wir an Verbindlichkeiten haben“, freute sich der TSV-Chef. Nicht ohne sich selber ein Ziel zu stecken, wann es soweit sein soll, dass seine Abteilung wieder ohne Verbindlichkeiten dasteht. „In spätestens dreieinhalb Jahren wollen wir unsere Schulden los sein. Das ist unser Ziel und auch des Ligarates.“
Das aber auch die sportliche Seite stimmen muss, ist Hans-Jürgen Engelbrecht klar. „Der Abstieg unserer zweiten Mannschaft aus der Kreisliga war nicht eingeplant. Doch führten eigene Fehler zum unnötigen Abstieg“, ärgerte sich der TSV-Chef, der aber keine Schuldzuweisungen mehr verteilen wollte. „Fehler haben wir alle gemacht.“ Auch das Abschneiden der Bezirksoberligamannschaft entsprach nicht den Vorstellungen von Hans-Jürgen Engelbrecht. „In der Rückserie hat nichts mehr gepasst. Deshalb haben wir jetzt auch die Reißleine gezogen und die Mannschaft personell erheblich verändert.“
Aufgrund von neun Abgängen, dem ebenso viele Neuzugänge gegenüberstehen, wird sich die TSV-Mannschaft in Zukunft in einer personell deutlich veränderten Formation präsentieren. Vor allem im Offensivbereich, bei dem es in der abgelaufenen Saison mehr als einmal haperte, wird es bei den TSVern zu Veränderungen kommen. Das ist jedenfalls der Wunsch von Hans-Jürgen Engelbrecht, der mit seinen Vorstellungen im Gleichklang mit seinem Trainer Ulrich Pigulla ist.
Statt nur mit einer Sturmspitze zu agieren, werden in Zukunft aller Voraussicht nach zwei Angreifer auflaufen, wobei derzeit nach den ersten Eindrücken den letztjährigen Oberligaspielern Sergej Ginger (RSE) und Patrick Hiber (SCL) die besten Chancen eingeräumt werden, in der Anfangsformation zu stehen. Keine Frage, dass auch Langenhagens Abwehrspieler Fabian Hoheisel in der Innenverteidigung gesetzt ist. Auch die anderen Neuzugänge wie Dennis Yeboah, Michael Duraj, Daniel Trochymiuk und Christopher Reinecke hinterließen in den bisherigen Trainingseinheiten einen starken Eindruck und dürften sich als Verstärkungen erweisen. Doch ist die Saison noch lang, so dass sicherlich die ein oder andere Überraschng nicht ausbleiben wird. Die Weltmeisterschaft mit einem Spieler wie Thomas Müller hat es gerade gezeigt...