Hannover 96 muss gegen Hertha BSC Berlin jetzt den ersten Rückrundensieg einfahren

Ein Beitrag von Klaus Depenau - Rolf Bertram aus Aligse gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets vom MARKTSPIEGEL

HANNOVER (kd). Hannover 96 lebt noch. Das ist die erfreuliche Erkenntnis nach dem späten Ausgleichstreffer der 96er bei Eintracht Frankfurt. Dabei hatten wohl nur die treuesten der Treuen noch mit einem Teilerfolg der "Roten" gerechnet, die bereits mit 0:2 zurücklagen, ehe sie vor 49.600 Zuschauern in der Commerzbank-Arena mit Glück, Geschick und Können noch einmal zurück kamen und durch das 2:2 (1:0)- Unentschieden mit einem wertvollen Punkt aus Frankfurt die Heimfahrt antreten konnten.
Rätselhaft allerdings der voreilige übergroße Optimismus im Umfeld von Hannover 96, die durch die 0:2-Niederlage des SC Paderborn 07 bei Hertha BSC Berlin beflügelt wurde. Jenem Gegner von Hannover 96, der am Freitagabend, 10. April, um 20.30 Uhr der kommende Gegner der Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut in der HDI-Arena ist.
Trotz des Punktgewinnes in Frankfurt bleibt festzuhalten. Hannover 96 muss noch neben sieben anderen Klubs weiterhin um den Klassenerhalt in der Bundesliga bangen. Als einziger Bundesligist sind die "Roten" in der Rückrunde noch ohne Sieg und sind damit die mit Abstand erfolgloseste Mannschaft im Jahre 2015. Grund zum überschäumenden Jubel besteht daher für die Hannoveraner wahrlich nicht. Höchstens, weil die "Roten" Moral zeigten und ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch umbiegen konnten, um so wenigstens zu einem Teilerfolg zu kommen. Bei aller Freude über das Unentschieden sollte man die Realität aber nicht aus den Augen verlieren. Und die besagt nichts Gutes, wie die Zahlen und ein Blick auf die Tabelle belegen.
Außer der Tatsache, dass Hannover 96 nicht schon wieder als Verlierer den Platz verlassen musste, besteht kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, wie ein Blick auf die Tabelle belegt. So rutschten die "Roten" hinter dem mit 28 Zählern punktgleichen SC Freiburg sogar um einen Platz auf den 15. Tabellenrang ab und sind und damit unmittelbarer Nachbar des auf einem Relegationsplatzes liegenden Hamburger SV (25 Zähler), sowie der beiden auf einem Abstiegsplatz liegenden Teams vom SC Paderborn (24 Punkte) und des VfB Stuttgart (23 Zähler).
Nicht auszudenken also, wenn Hannover 96 also in dem so wichtigen Freitagspiel gegen Hertha BSC Berlin zu Hause nicht gewinnen sollte. Vom Verlieren erst gar nicht zu reden, da verlieren für Hannover 96 bis zur endgültigen Rettung ohnehin verboten ist.
Doch wer garantiert dafür, dass sich die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut nicht wieder solche Abwehrschnitzer wie am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt erlaubt. So in der 28. Minute, als die bis dahin dominierenden 96er bei einem Freistoß von Linksverteidiger Bastian Oczipka nur zusahen, so dass Innenverteidiger Alexander Madlung seinen Bewachern enteilen konnte und zur 1:0-Führung für die Eintracht einköpfen konnte.
Noch viel schlimmer war allerdings der folgenschwere Fehler von 96-Abwehrspieler Christian Schulz, dem in der 54. Minute ein eklatanter Rückpass unterlief. Haris Seferovic spitzelte den Ball vor Torhüter Ron-Robert Zieler zu Stefan Aigner, der den Ball nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte.
Glück für Hannover 96, dass Eintracht Frankfurt nach dem 2:0 komplett das Tempo aus dem Spiel nahm und damit die eigene Initiative ausnahmslos einstellte, was für die Eintracht in dieser Saison zum wiederholten Male negative Folgen hatte. Das erste Mal in der 69. Minute, als die Hannoveraner nach einer Ecke von Hiroshi Kiyotake durch Marcelo zum glücklichen Anschlusstreffer kamen, als dieser mit dem Rücken glücklich auf 1:2 verkürzte.
Da die "Eintracht" danach gute Möglichkeiten durch Sonny Kittel und Haris Seferovic nicht zu nutzen wusste, kam Hannover 96 doch noch zum Ausgleich. Einmal mehr war es 96-Kapitän Lars Stindl, der in der 82. Minute die Situation erkannte und zu Didier Ya Konan passte, der in seinem ersten Spiel von Beginn an den Ball auf seinen schwächeren linken Fuß legte und mit einem gefühlvollen Schlenzer ins lange Ecke zum 2:2 verwandelte.
Wen wundert es da, dass im Umfeld von Hannover 96 die Euphorie bereits wieder riesengroß ist, um am Freitagabend mit einem Sieg über Hertha BSC Berlin einen entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tun. Zumal dann auch wieder der in Frankfurt noch grippeerkrankte Joselu und Leonardo Bittencourt nach seiner gelb-roten Sperre wieder dabei sein werden.
Doch aufgepasst. Die Berliner bekleckerten sich beim 2:0 (0:0)-Sieg über den SC Paderborn 07 durch die Tore von Valentin Stocker (68.) und Nico Schulz (88.) zwar nicht mit Ruhm, doch gelten die Herthaner als äußerst konterstark. Im Gegensatz zu den 96ern hat die Elf von Trainer Pàl Dàrdai aber einen entscheidenden Vorteil aufzuweisen. Die Berliner weisen als Tabellellelfter bereits 32 Punkte und damit vier Punkte mehr als die 96er auf. Ein Grund mehr für die Korkut-Elf, alles daran zu setzen, um den 2:0 (1:0) Hinspielsieg zu wiederholen, der durch die Tore von Jimmy Briand und Hiroshi Kiyotake zu Stande kam.
Live dabei gegen die Hertha ist auch Rolf Bertram aus Aligse, der bei unserem Ergebnistipp-Gewinnspiel - wie 14 andere Teilnehmer/innen auch - das 2:2-Remis der 96er in Frankfurt richtig voraussagte. Der Zufallsgenerator bescherte ihm damit die beiden Sitzplatz-Tickets für die brisante Partie gegen die Berliner am Freitagabend in der HDI-Arena.