Gelingt der TSV Hannover-Burgdorf der Befreiungsschlag?

Kann Piotr Przybecki die Mauer überwinden? Die TSV will mit einem Erfolg gegen HSG Wetzlar einen großen Schritt zum Klassenerhalt machen. (Foto: Holger Staab)

Heimspiel gegen HSG Wetzlar könnte Vorentscheidung im Abstiegskampf bringen

BURGDORF (hs). Am Sonntag, 25. April, könnte der TSV Hannover-Burgdorf der große Wurf gelingen. Bei einem Erfolg gegen die HSG Wetzlar wäre ein wohl schon entscheidender Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Bei dann 19 Pluspunkten und einem großen Vorsprung auf den Relegationsplatz wäre die Mannschaft um Trainer Frank Carstens eigentlich nur noch theoretisch vom Abstieg bedroht. Aber es wird keine leichte Aufgabe gegen den Konkurrenten, denn die Wetzlarer sind auf Augenhöhe mit der TSV.
Die HSG hat 19 Pluspunkte auf dem Konto und steht auf dem 12. Tabellenplatz. Für die TSV ein weiterer Anreiz, in eigener Halle und mit dem tollen hannoverschen Publikum im Rücken, einen Erfolg zu feiern. Das wäre bereits der achte Sieg in der AWD-Hall in Hannover und ein ganz wichtiger obendrein. Die TSV könnte mit MT Melsungen, HSG Wetzlar und TuS-N-Lübbecke gleichziehen und sich im Mittelfeld etablieren.
Die Euphorie nach dem ersten Auswärtssieg beim TSV Dormagen (32:28) ist groß und die Zuversicht im Training der Mannschaft zu spüren. Erst am 13. April stieg das Team nach einer Erholungspause wieder ins Training ein, aber jetzt wollen die Carstens-Schützlinge für den Saisonendspurt alles geben und möglichst früh für die nächste Saison planen können.
Im Hintergrund der Bundesligamannschaft wird aber schon fleißig an einer neuen Spielzeit und einem neuen Team gearbeitet. Der Sieg in Dormagen hat ein wenig Planungssicherheit gebracht und so konnte der sportliche Leiter Stefan Wyss mit Kreisläufer Vignir Svavarsson, Rückraumspieler Asgeir Örn Hallgrimsson und Torwart Nikolas Katsigiannis Einigkeit erzielen. Alle drei passen perfekt in das Konzept der TSV, die für die nächsten Serien eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen möchte. Jetzt ist aber zunächst die Begegnung des 27. Spieltags im Fokus von Piotr Przybecki und seinen Mitspielern und hier heißt der Gegner HSG Wetzlar.
Vorsicht ist geboten, denn die Gäste dürfen trotz Euphorie nicht unterschätzt werden. Die TSV ist durch die Hinspielniederlage gewarnt. In Wetzlar kassierten die TSVer eine bittere 21:29-Pleite, die sie tief in den Abstiegsstrudel spülte. Diese Situation ist aber mittlerweile ausgestanden und die Position der TSV könnte nicht besser sein. Jetzt soll mit dem eigenen Publikum im Rücken ein weiterer Erfolg verbucht werden.
Die Gäste aus Wetzlar mit ihrem Coach Michael Roth haben bisher eine solide Saisonleistung abgeliefert. Darüber hinaus haben sie mit Sven-Sören Christophersen einen deutschen Nationalspieler im Kader, der aus dem linken Rückraum jederzeit für leichte Treffer gut ist. Neben dem Toptorschützen der HSG muss die TSV-Deckung auf Linksaußen Michael Allendorf und Timo Salzer achten und insgesamt wieder eine massive Defensive vorweisen. Nur so kann Wetzlar bezwungen werden. Die Gäste müssen auf ihren Kreisläufer Giorgios Chalkidis verzichten, der gesperrt ist. Für ihn wird Sebastian Weber auflaufen. Mit Nikolai Weber hat Wetzlar einen guten Torwart hinter seiner Abwehr, der zum Matchwinner werden könnte. Dagegen stehen bei der TSV mit Nenad Puljezevic und Jendrik Meyer aber zwei ebenso sichere Keeper.
Insgesamt haben die Gäste ein bundesligataugliches Team mit viel Erfahrung und gerade im Abstiegskampf bisher gute Karten. Die HSG ist seit Jahren zu einem etablierten Verein in der besten Liga der Welt geworden und konnte in den vergangenen zehn Jahren immer einen Platz zwischen 11. und 16. erreichen.
Mit dem Heimvorteil und vermutlich wieder über 3000 begeisterten Zuschauern in der AWD-Hall kann die TSV ihre Stärken ausspielen und wird von Beginn an mit viel Selbstvertrauen auftreten. Sind alle Spieler nach der Pause fit und auf ihrem höchsten Spielniveau, dann sollte ein interessantes Bundesligaduell und mit ein wenig Glück auch ein Sieg für Hannover-Burgdorf herausspringen.