Gelingt der TSV ein weiterer überraschender Erfolg?

Kann die TSV bei der HSG Wetzlar einen wichtigen Punktgewinn schaffen. Morten Olsen hofft darauf, seinen Gegenspielern zu entwischen und frei vor dem Torwart sich die Ecke aussuchen zu können. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf kann Auswärtsspiel locker angehen

BURGDORF (hs). Einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt schaffte die TSV Hannover-Burgdorf. Im Kellerduell wurde die HSG Ahlen-Hamm mit 28:23 bezwungen. Die Voraussetzungen für den Klassenerhalt in der TOYOTA Handball-Bundesliga sind für die TSV Hannover-Burgdorf also erheblich gestiegen. Dennoch geht der Kampf um den Klassenerhalt weiter, denn schon am kommenden Wochenende kann ein weiteres Kapitel aufgeschlagen werden. Die Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer haben bei der HSG Wetzlar die Chance, wichtige Punkte einzuspielen und sich weiter von den Abstiegsplätzen zu entfernen.
Die Spiele, in denen die Mannschaft der TSV unbedingt Erfolge benötigte, sind zunächst einmal vorbei. Sie wurden erfolgreich abgeschlossen und Jacek Bedzikowski und seine Mitspieler haben sich eine gute Ausgangsposition geschaffen, um auch in der Saison 2011/2012 in der Eliteliga des deutschen Handballs zu spielen. Die Begegnungen gegen TSG Friesenheim (31:29), gegen HBW Balingen-Weilstetten (26:25) und der sensationelle Sieg bei Frisch Auf Göppingen (31:29) ebneten mit wichtigen Punkten den Weg. Damit steht die TSV auf dem 15. Tabellenplatz und der würde am Ende der Spielzeit den Klassenerhalt bedeuten.
Aber es sind noch fünf Spieltage zu überstehen, zehn Punkte werden noch vergeben. Bei drei Heimspielen stehen noch zwei Partien in fremden Hallen auf dem Spielplan. Und das Restprogramm ist nicht einfach zu bewältigen. Spiele bei HSG Wetzlar, gegen SC Magdeburg, gegen THW Kiel, bei TuS Nettelstedt-Lübbecke und gegen DHC Rheinland sind keine Pflichtaufgaben und Erfolge nur schwer realisierbar.
Aber die Mannschaft ist zuversichtlich und will bis zum Umfallen kämpfen, um noch einige Pünktchen zu erobern. Das soll auch am Sonnabend, 30. April, bei der HSG Wetzlar so sein. Ab 19 Uhr könnte eine Überraschung gelingen. Der Gastgeber hat zwar in den letzten Wochen starke Partien abgeliefert und souverän den Klassenerhalt perfekt gemacht, aber vielleicht ist jetzt ein wenig die Luft raus und die TSV hat dadurch eine Außenseiterchance.
Im Hinspiel in Hannover gab es eine hochdramatische Begegnung. Das Spiel war geprägt von einer Abwehrschlacht auf beiden Seiten. Erst 16 Sekunden vor dem Schlusspfiff machte Steffen Fäth von der HSG Wetzlar mit seinem Treffer zum 23:24 den Sieg für die Gäste perfekt. Die TSV stand mit leeren Händen da und will sich dafür revanchieren. Das kann aber nur mit einer exzellenten Leistung gelingen, denn die Wetzlarer sind in der Mittelhessenarena in Wetzlar sehr heimstark. Trainer Gennadij Chalepo wird keine Nachlässigkeiten in seinem Team akzeptieren und will einen weiteren Sieg.
Mit Philipp Müller steht Chalepo ein starker Rückraumspieler zur Verfügung. Er sorgt für die notwendigen Treffer von der linken Seite. Müller hat aber auch viel Übersicht und bedient am Kreis Kari Kristjan Kristjansson. Hat dieser erst einmal den Ball, dann ist ein Treffer oder ein Strafwurf fast unvermeidlich. Als Spielmacher fungiert Timo Salzer, der neben einer guten Organisation auch noch den Blick in Richtung Tor gelenkt hat und leichte Treffer aus der Fernwurfzone erzielt. Nicht ganz so gut besetzt sind die Außenpositionen mit Peter Jungwirth und Christian Rompf. Dennoch sollte die TSV-Deckung auch hier keinen Spieler unterschätzen.
Nicht zu vergessen ist der ehemalige TSV-Spieler Lars Friedrich, der in Wetzlar immer stärker wird und zum besten Torschützen der HSG avanciert. Friedrich ist auf der rechten Rückraumseite als Linkshänder stets gefährlich und kann sich mit seiner Kraft gut durchsetzen und zu Toren kommen. Insgesamt hat Wetzlar eine gut besetzte Mannschaft ohne echten Star - das zeichnet das Team aus. Da der Gastgeber mit dem Abstieg nicht mehr in Berührung kommen wird und auch nach oben kaum noch Luft für eine Verbesserung vorhanden ist, können sie ohne Druck ihre Heimstärke ausspielen.
TSV-Coach Nordmeyer wird sein Team wieder intensiv auf den Gegner vorbereiten. Gustav Rydergard und Co wollen ein intensives Spiel und noch weitere Punkte gegen den Abstieg sammeln, damit es nicht auf die letzten Partien ankommt. Der Kader der TSV ist, außer dem Knieverletzten Kapitän Hannes Jon Jonsson, komplett und somit hat Nordmeyer die „Qual der Wahl“, aber auch endlich wieder Alternativen in der personellen Besetzung. Gelingt im Angriff eine gute Quote bei der Chancenverwertung und in der Abwehr wieder eine solide kämpferische Leistung, dann ist ein Punktgewinn durchaus realisierbar.