Für HHB ist jetzt jede Partie ein Endspiel

Auf Maurice Dräger könnte am Sonnabend gegen SV Anhalt Bernburg das Spiel ausgerichtet sein. (Foto: Holger Staab)

Im Abstiegskampf der Handball 3. Liga wollen die Burgwedeler gegen den SV Anhalt Bernburg zwei Pluspunkte holen / TSV II im Derby beim HSV Hannover

ALTKREIS (st). Für den Drittligisten Handball Hannover Burgwedel geht am kommenden Wochenende der Kampf um den Klassenerhalt weiter. Noch hat HHB sechs Chancen, um Punkte gegen den Abstieg aus der 3. Liga Nord-Ost zu holen. Im Heimspiel gegen den SV Anhalt Bernburg sollen zwei Pluspunkte eingespielt werden. Die TSV Burgdorf II will sich im Nachbarschaftsderby bei HSV Hannover in der gleichen Liga für die knappe 27:28-Heimniederlage im Oktober 2019 revanchieren. Ein Auswärtssieg würde gleichzeitig ein wichtiger Schritt in Richtung gesichertem Mittelfeld sein.
Was können die Spieler aus Burgwedel noch leisten? In den bisherigen Spielen des neuen Handballjahres haben sie gezeigt, dass sie in die 3. Liga gehören. Aber nach nur vier Pluspunkten in der Hinrunde ist es schwer den rettenden 13. Platz zu erreichen. In den verbleibenden sechs Partien müssen fleißig Punkte gesammelt werden, denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Mannschaften wie Anhalt Bernburg, TSV Burgdorf II, Oranienburger HC und SC Magdeburg II spielen ebenfalls wichtige Punktgewinne ein und lösen sich aus der gefährdeten Zone. Jedes Spiel wird demnach für HHB ein Endspiel sein.
Erschwerend hinzu kommt das nicht leichte Restprogramm, denn Burgwedel muss noch zum designierten Meister Dessau-Rosslauer HV, zu HC Empor Rostock und zum Abschluss der Serie zu den Füchsen Berlin Reinickendorf II reisen. In eigener Halle empfängt HHB nach Bernburg noch den 1. VfL Potsdam und den Oranienburger HC. Die Heimspiele und mindestens ein Auswärtsspiel sollten die Spieler um Maurice Dräger für sich entscheiden, um den Ligaerhalt zu ermöglichen.
Am Samstag, 7. März, ab 19 Uhr wird die Partie gegen die Anhaltiner also eine besondere Aufgabe sein und die zwei Punkte sollten in Burgwedel bleiben. Bernburg ist aber ein extrem unbequemer Gegner. Das bekamen die Spieler um das Trainerduo Marius Kastening und Kay Behnke bereits im Hinspiel zu spüren. Mit 31:33-Toren mussten sie ohne Punkte die Heimreise antreten. Besonders in der Defensive konnte HHB keine gute Figur machen. Das soll diesmal anders werden! Nach guter Videoanalyse wollen Steffen Schröter als Abwehrspezialist und seine Mitspieler die Bernburger Angreifer früher stören und in ihrem Wirkungskreis stoppen. Gelingt das und hat die Mannschaft eine gute Torquote im Angriff, dann sollte die Hoffnung auf den Verbleib in der 3. Liga bestehen bleiben.
Die TSV Burgdorf II darf sich noch nicht zu sicher sein. Die Voraussetzungen sind aber besser, als bei HHB. Die junge Mannschaft um ihren engagierten Trainer Heidmar Felixson kann in den verbliebenen sieben Begegnungen (ein Nachholspiel) den Klassenerhalt aus eigener Kraft sicherstellen und hat von der Papierform her ein etwas leichteres Restprogramm. Das darf aber nicht heißen, dass die Jungrecken nachlässig werden dürfen. Im Abstiegskampf ist alles möglich, auch eine Niederlagenserie, die zum Absturz in der Tabelle führen könnte.
Der Blick sollte also starr auf die Auswärtspartie am Samstag ab 19.30 Uhr bei HSV Hannover gerichtet sein. Die beiden Teams haben eine ähnliche Qualität. Anderten hat sich in diesem Jahr noch nicht so gut präsentiert, zudem wurde bekannt, dass Trainer Stephan Lux zum Saisonende die Mannschaft abgeben wird. Das dürfte die Leistungen nicht beeinflussen, könnte aber im Unterbewusstsein eine kleine Blockade auslösen. Vielleicht ist das ein Punkt, der für die Burgdorfer von Vorteil sein kann. Wenn die Jungrecken sich in guter Form vorstellen und die Schwächen aus den letzten Begegnungen in der Defensive abstellen, dann ist ein doppelter Punktgewinn realisierbar. In diesem Derby wird aber die Tagesform eine große Rolle spielen und da hofft TSV-Coach Heidmar Felixson auf eine starke Konstitution seiner jungen Spieler.