Für die TSV Hannover-Burgdorf ist wieder Siegeswille gefragt

Im Auswärtsspiel bei HSG Ahlen-Hamm verloren die TSVer, bei DHC Rheinland wollen Hannes Jon Jonsson und seine Mitspieler erfolgreich sein. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf tritt im Abstiegsduell beim DHC Rheinland an

BURGDORF (hs). Die TSV Hannover-Burgdorf will am kommenden Mittwoch in der TOYOTA Handball-Bundesliga unter allen Umständen einen Erfolg schaffen. Und das wird keine leichte Aufgabe, denn beim DHC Rheinland wird purer Abstiegskampf die Partie bestimmen. Auch wenn der Kampfgeist beim starken 29:26-Erfolg gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke in die Mannschaft der TSV zurückgekehrt ist, in Dormagen sind auch starke Nerven, aber besonders eine stabile Abwehr und eine gute Chancenverwertung ausschlaggebend für einen doppelten Punktgewinn.
Die Situation am Tabellenende der Bundesliga sieht noch nicht rosig aus. Trainer Aron Kristjánsson und sein Team stehen tief im Kampf um den Klassenerhalt. Bis zum Jahresende sollen, wenn möglich, noch vier Punkte geholt werden. Dabei sind am Mittwoch, 22. Dezember, ab 20.15 Uhr die beiden Zähler beim DHC Rheinland mit eingeplant. In der HR-Commitment Arena in Dormagen treffen die TSVer auf den Tabellenletzten der Liga. Wenn hier keine Pluspunkte erobert werden, dann werden Jan Fiete Buschmann und seine Mitspieler bis auf einen Punkt an die „Rote Laterne“ heranrücken.
Von diesem Szenario spricht aber noch niemand, denn im Heimspiel gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke haben die TSVer gezeigt, zu welcher Spielqualität sie in der Lage sind. In den nächsten Tagen sind Torge Johannsen und Co aber im Dauereinsatz, denn am 2. Weihnachtsfeiertag ist bei den Füchsen Berlin zum Rückrundenstart ein weiteres Pflichtspiel angesetzt. Am 29. Dezember folgt dann die Partie gegen MT Melsungen in der AWD-Hall. Für Hannover-Burgdorf alles Wegweiser in Richtung Klassenerhalt oder in Richtung 2. Liga. Nach der Begegnung gegen Melsungen wird bis zum 9. Februar pausiert, ehe das Spiel bei der SG Flensburg-Handewitt die entscheidende Saisonphase einläutet. In der vergangenen Saison sicherte sich die TSV gegen den heutigen Gegner DHC Rheinland, damals noch TSV Dormagen, den Klassenerhalt mit einem 32:28-Auswärtssieg. Auch jetzt könnte das Spiel ein ganz wichtiges werden.
Der Gastgeber ist in keiner guten Verfassung, kehrte am Wochenende mit einer 24:34-Niederlage vom SC Magdeburg zurück und ist in jeder Woche zum Erfolg verdammt. Im Juni 2010 wurde erst in der Relegation der Klassenerhalt geschafft. Trainer Kai Wandschneider musste wichtige Spieler, wie Dinos Chantziaras, Nils Meyer und Spyros Balomenos, ziehen lassen. Nach der Namensänderung in DHC Rheinland wurden noch fünf Neuzugänge verpflichtet. Mit dem erfahrenen Jan-Olaf Immel ist auch ein ehemaliger Nationalspieler dabei. Bisher konnte aber nur Sigurbergur Sveinsson von der linken Rückraumposition Akzente setzen.
Wichtigste und torgefährlichste Spieler sind Rückraumspieler Kristian Nippes und Linksaußen Maximilian Holst. Auf diese Akteure muss die TSV-Defensive vorbereitet sein. Auch der quirlige Franzosen Kentin Mahé sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Er führt aus dem zentralen Rückraum Regie und bedient die Kreisläufer Sebastian Linder (zuletzt fünf Tore gegen den SCM) und Michael Wittig mit Anspielen. Zwischen den Pfosten stehen dem DHC mit Jens Vortmann und dem 36-jährigen Vitali Feshchanka zwei reaktionsschnelle Torwarte zur Verfügung.
In den letzten Wochen wurde viel über die Bereitschaft der Mannschaft diskutiert, im Abstiegskampf den Willen zu zeigen, „dorthin zu gehen, wo es wehtut“. Das Team um Kapitän Hannes Jon Jonsson hat sich zusammengerauft und will jetzt endlich zeigen, das es in die Bundesliga gehört. Nur eine Trotzreaktion kann dafür sorgen, dass die TSV den Anschluss an das gesicherte Mittelfeld nicht verliert. Gelingt die Vermeidung von leichten technischen Fehlern in entscheidenden Phasen des Spiels und der kompromisslose Einsatz vor dem gegnerischen Tor, dann ist auch ein Auswärtssieg in Dormagen realisierbar.