Für die TSV Hannover-Burgdorf folgt die Kür in der Bundesliga

Wer steigt am höchsten und hat den besten Überblick. In dieser Szene kann sich Lars Friedrich von der TSV Hannover-Burgdorf die Abspielmöglichkeit aussuchen. (Foto: Holger Staab)

Klassenerhalt ist geschafft, TSV will jetzt Werbung für die nächste Saison machen

BURGDORF (hs). In der Hinrunde stand die TSV Hannover-Burgdorf vor dem Heimspiel in der AWD-Hall gegen TBV Lemgo kurz vor den Weihnachtsfeiertagen mit 7:21-Punkten und einem hauchdünnem Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf dem 14. Tabellenplatz. Der 26:25-Sieg entfachte viel Euphorie und in Hannover einen echten Run auf Karten für die Handballspiele zur Rückrunde der TOYOTA-Handball-Bundesliga. Am heutigen Mittwoch, 19. Mai, ist das Rückspiel in Lemgo angesetzt und die TSV reist optimistisch in die Lipperlandhalle.
Nach dem Unentschieden bei GWD Minden und der 24:33-Niederlage des TSV Dormagen bei Frisch Auf Göppingen steht der Klassenerhalt fest. Nach dem großen Handballfest gegen THW Kiel vor ausverkauftem Haus ist der 14. Tabellenplatz erreicht. Der TBV kann kommen und läutet gleichzeitig die Endphase der Saison für die TSV Hannover-Burgdorf ein. In den letzten drei Begegnungen haben es die Spieler um Coach Frank Carstens ausnahmslos mit Topgegnern zu tun. Nach Lemgo folgt beim HSV Hamburg das nächste Auswärtsspiel und am letzten Spieltag erwartet die TSV die SG Flensburg-Handewitt.
Am heutigen Mittwoch geht es aber erst einmal mit breiter Brust in Richtung Westfalen. Ab 20.15 Uhr sind Lars Friedrich und Co bereit für die Kür in dieser so erfolgreichen Premierensaison für den Aufsteiger Hannover-Burgdorf. Und die TSV trifft in Lemgo auf eine absolute Topmannschaft, die den Kampf um die Europapokalplätze noch nicht aufgegeben hat und deshalb gegen die Underdogs aus Hannover unter Druck steht.
Das könnte ein Vorteil für die Carstens-Schützlinge sein. Sie haben den Klasseneerhalt sicher, freuen sich auf die letzten drei Partien der Saison und können vollkommen befreit aufspielen. Die Mannschaft hat angekündigt, keinesfalls zurückzuziehen, sondern möchte die Spiele gegen die Favoriten engagiert angehen. Mit forschem Auftritt sollen die Topteams der Liga geärgert werden - vielleicht springt der eine oder andere Punktgewinn dabei heraus.
Der TBV Lemgo ist, trotz des Erfolges im Dezember, klar favorisiert. Im Kader stehen mit Holger Glandorf, Carsten Lichtlein, Martin Strobel, Rolf Hermann, Florian Kehrmann und Sebastian Preiß deutsche Nationalspieler. Auch ein weiterer Nationalspieler, Michael Kraus, ist nach seiner Rippenprellung wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und wird eine wichtige Verstärkung sein. Weitere starke Handballpersönlichkeiten sind Keeper Martin Galia, Rechtsaußen Tamas Mocsai, Rückraumspieler Daniel Kubes und Linksaußen Lori Geirsson. Eine interessante Partie wird es auch für Vignir Svavarsson, der nach der Saison zur TSV Hannover-Burgdorf wechselt. Er will seine Stärken bereits gegen seine zukünftigen Mitspieler zeigen und ist als Kreisläufer zuletzt immer besser in Schwung gekommen.
Der TBV wird gegen die TSV mit Volldampf zur Sache gehen, auch wenn ein paar Tage später das wichtige EHF-Cup-Finale gegen die Kadetten Schaffhausen auf die Mannschaft wartet. Torwart Lichtlein und seine Vorderleute haben die Niederlage in Hannover nicht vergessen und wollen sich revanchieren. Zudem steht noch eine bessere Platzierung in der Abschlusstabelle im Raum. Lemgo will an die letzten vier Jahre anknüpfen, als sie jeweils zwischen Platz 7 und 3 ins Ziel kamen. Dafür brauchen sie aber einen doppelten Punktgewinn.
Die Pflicht mit dem Vermeiden des Abstiegs ist erledigt, die TSV will sich in den nächsten Spielen mit guten Vorstellungen von dieser Saison verabschieden, ihren Coach Carstens gebührend und mit bestem Dank in Richtung SC Magdeburg ziehen lassen und ihre Fans auf die neue Saison einstimmen. Vielleicht gelingt mit der Lockerheit des Klassenerhalts auch in Lemgo eine Überraschung. Die würde die Mannschaft und die ganze TSV gerne mitnehmen, denn es zeigt sich immer mehr, das Hannover-Burgdorf in der Bundesliga kein Dorfverein mehr ist, sondern sich zu einem etablierten Verein entwickeln könnte.