Frank Weber folgt auf Holger Kaiser

Burgdorfs neuer Trainer Frank Weber. (Foto: Klaus Depenau)

Die Fußball-Landesligamannschaft der TSV Burgdorf hat einen neuen Trainer / Weber ist in der Region kein Unbekannter

BURGDORF (kd). Beim Fußball-Landesligisten TSV Burgdorf ist die Entscheidung über die Trainernachfolge gefallen: Frank Weber wird die Aufgabe vom 1. Januar an übernehmen, wie der vom Abstieg bedrohte Traditionsverein jetzt knapp drei Wochen nach der Trennung von Holger Kaiser bekannt gab. Bis dato trainierte Frank Weber den MTV Celle II, der in der Kreisliga Celle als Tabellendritter in die Winterpause ging. "Nun will ich alles daran setzen, in den verbleibenden 13 Spielen der Rückrunde mit der TSV Burgdorf den Klassenerhalt zu schaffen", betonte Weber in einem Exklusivinterview mit dem Marktspiegel.
Der MTV Eintracht Celle habe mir keine Steine in den Weg gelegt, als ihn die Anfrage der TSV Burgdorf erreichte, so Weber, der aus einer erfolgreichen und langjähriger Zeit als Trainer bei der Eintracht und auch zwei Jahre als Vizepräsident in Celle den Status einer Fußballlegende genießt. Seine aktive Fußballerlaufbahn startete Frank Weber beim SV Hambühren, bevor er unter Trainer Valto Nuggis als Herrenspieler zu Eintracht Celle wechselte. Zum ersten Mal ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geriet er als Defensivspezialist beim damaligen Verbandsligisten TSV Friesen Hänigsen, wo er unter dem bereits verstorbenen Trainer Albert Schaprian vor über drei Jahrzehnten seine bemerkenswerte Karriere als Fußballer begann.
"Bei den Friesen habe ich in meinem zweiten Jahr als Herrenspieler zwei Jahre lang zusammen mit Hilger Wirtz gespielt. Es war eine schöne Zeit", erinnert sich der 50-jährige. Danach ging es für ihn zum TuS Celle FC, der damals in der Regionalliga spielte. Dort blieb Weber vier Jahre, bevor ihn 1994 Holstein Kiel den Defensivspezialisten. Der heutige Zweitligist spielte damals noch unter Trainer Michael Krüger in der Regionalliga.
Ein Engagement beim FC Hansa Rostock kam in dieser Zeit zum Leidwesen von Frank Weber nicht zu Stande, da sein Mentor Horst Hrubesch zuvor entlassen wurde. Daher kehrte er nach Celle zurück. Hauptberuflich leitet er dort mittlerweile in der Stadtverwaltung die Abteilung Straßenverkehr. Weber ist verheiratet und Vater einer 20-jährigen Tochter Namens Pia sowie des bei Hannover 96 in der U-13 spielenden Mittelfeldtalents Ben aus der Mannschaft von 96-Trainer Leon Erler.
Neben großen sportlichen Erfolgen beim TuS Celle FC, unter anderem mit dem Erreichen der 1. Runde im DFB Pokal gegen München 1860, wo Frank Weber mit seinen Mitspielern 1997 mit 0:2 das Nachsehen hatte, nahm Frank Weber im Alter von 31 Jahren nach insgesamt 166 Regionalligaspielen und 57 Oberligaspielen Abschied vom großen Fußball und heuerte vor 19 Jahren beim SV Ramlingen/Ehlershausen an, wo er unter Trainer Kurt Becker drei Jahre lang spielte und einer der Leistungsträger war.
2003 lockte den B-Lizeninhaber erneut der Ruf des TuS Celle FC, zusammen mit Trainer Uwe Ronge wieder eine TuS-Mannschaft mit Perspektive aufzubauen, was als Spielertrainer mit dem Aufstieg auch gelang. Seit zehn Jahren ist Weber zunächst als alleinverantwortlicher Coach und danach zusammen mit Hilger Wirtz als Trainer und zuletzt drei Jahre lang als Trainer der 2. Mannschaft mit großem Erfolg beim MTV Eintracht Celle, die von der Bezirksliga bis zur Oberliga den Durchmarsch schaffte und der selbst nach einem Abstieg aus der Oberliga den sofortigen Wiederaufstieg gelang.
Eine beeindruckende Leistung, die auch Burgdorfs stellvertretender Vorsitzender Walter Eckhoff imponierte, nachdem Teammanager Alexander Tiegs den neuen Trainer ins Gespräch brachte. "Er ist unser Wunschkandidat", meinte dann auch Walter Eckhoff, während Frank Weber gespannt ist, welchen Eindruck seine künftige Mannschaft beim eigenen Hallenturnier am 21. Dezember beim ersten Kennenlernen auf ihn hinterlassen wird. "Wir werden uns dann im kommende Jahr intensiv auf die restlichen Spiele vorbereiten", sagt er.
"Vielleicht brauchen wir nur etwas am System ändern oder an den erforderlichen Stellschrauben zu drehen". meinte Frank Weber, der zunächst mit dem Kader von 20 Spielern weiter arbeiten wird. 22 Spieler wären zwar ideal. Doch hat Hilger Wirtz bei der Eintracht in der abgelaufenen Saison mit nur 14 Spielern den Wiederaufstieg in die Oberliga geschafft. Es geht also auch anders", meinte ein zufriedener neuer TSV-Trainer, der zuversichtlich ist, in der kommenden Saison keine Bezirksligamannschaft der TSV Burgdorf trainieren zu müssen.