Ein Nachbarschaftsderby um die „Goldene Ananas“

Sebastian Beyer von der TSV Burgdorf II hofft auf weniger Gegenwehr im Spiel gegen den Titelträger TS Großburgwedel. (Foto: Holger Staab)

TSV Burgdorf II erwartet Niedersachsenmeister TS Großburgwedel

ALTKREIS (hs). Am Sonnabend, 21. Mai, kommt es in der Handball-Oberliga Niedersachsen zu einem Nachbarschaftsderby zwischen der TSV Burgdorf II und TS Großburgwedel. Es sollte eigentlich ein Spiel mit vielen Emotionen sein, denn es hätte eine entscheidende Partie um die Meisterschaft geben können. Neben dem Derbycharakter ist aber zu diesem Zeitpunkt keine weitere Brisanz im Spiel, denn die TSG steht bereits als Titelträger fest und die TSV II hat sich im Mittelfeld einen guten Platz erarbeitet, mehr ist nicht möglich und auch nicht angestrebt worden.
Es geht in dieser Partie am Sonnabend ab 19 Uhr in der Halle der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Grünewaldstraße in Burgdorf eigentlich nur noch um die „Goldene Ananas“, also um keine tabellenrelevanten Auswirkungen. Das ist auch dadurch erkennbar, dass der bereits feststehende Meister TSG am Freitag, 20. Mai, ab 20 Uhr sein verlegtes Spiel bei MTV Post/Eintracht Celle austrägt. Zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden wären bei einer noch offenen Entscheidung über den Titel nicht so terminiert worden.
Gegen die TSV II könnten allerdings noch Ehrgeiz und Prestige in die Waagschale geworfen werden. Die Turnerschaft Großburgwedel möchte die Saison bis zum Ende in der kommenden Woche ohne Niederlage überstehen und mit großem Vorsprung in eigener Halle die Niedersachsenmeisterschaft gebührend feiern. Die TSVer um ihren Coach Carsten Schröter sind heiß, sich für die bittere 28:37-Hinspielniederlage zu revanchieren. Allerdings steht für die A-Jugendlichen im Team einen Tag später das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft an. Schröter wird seine jungen Akteure deshalb schonen und keiner Belastung aussetzen.
Aber die Burgdorfer wollen den erfahrenen Spielern der TSG zeigen, dass sie einiges drauf haben und mit dem Spitzenreiter mithalten können. Dagegen wollen die Spieler um TSG-Trainer Heidmar Felixson ihre Ausnahmestellung in der Liga unter Beweis stellen. Die erfahrenen Robertas Pauzuolis, Jörg-Uwe Lütt und Felixson gegen die Youngster der TSV, ein Spiel Jung gegen Alt, das sicher seinen Reiz hat und viele Zuschauer in die Burgdorfer Halle locken wird.
Die TSG-Spieler um Paul Schirmer wollen sich bereits für die neue Saison in der 3. Liga in den Vordergrund spielen, denn in den nächsten Wochen werden wohl einige Personalentscheidungen in Burgwedel fallen. Da nehmen die Verantwortlichen des neuen Drittligisten ihren jetzigen Kader genau unter die Lupe. Wer hat das Zeug, in der neuen Spielzeit auch in der höheren Spielklasse bestehen zu können? Wem muss gesagt werden, dass er durch einen neuen Akteur ersetzt wird? Keine schöne Aufgabe für einen Aufsteiger, aber so ist die Entwicklung und noch können sich alle Spieler für den neuen Kader empfehlen.
Die TSV fürchtet die TSG-Mannschaft nicht, die Schnelligkeit und die gute Angriffsleistung des Gastgebers, besonders bei Spielen vor den eigenen Fans, ist schon beeindruckend und könnte den Felixson-Schützlingen gefährlich werden. Sie stützen sich aber auf ihren Torwart Lütt, der neben der guten Abwehr mit dem Mittelblock Pauzuolis und Felixson wie ein Fels in der Brandung im Kasten steht
Für die TSV-Angreifer ein schwer zu überwindendes Hindernis. Dennoch wollen Kreisläufer Robin Kothe und sein Team versuchen, die Defensive und den TSG-Torwart zu überwinden und möglichst lange eine Entscheidung in dieser Begegnung hinauszögern. Vielleicht gelingt dann in der Schlussphase eine gute Chancenverwertung und ein Erfolg der Jugend über die erfahrenen Spieler der Gäste. Das wäre aber aufgrund der geringen Bedeutung des Spielausgangs eher eine Überraschung.