Ein „leichtes Spiel“ beim absoluten Topfavoriten

Im Hexenkessel Sparkassenarena in Kiel will Vignir Svavarsson von der TSV Hannover-Burgdorf Ruhe bewahren und wichtige Tore für seine Mannschaft erzielen. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf gastiert in der Sparkassenarena in Kiel

BURGDORF (hs). Es wird kein Spiel wie jedes andere. Denn als Spieler vor einem Publikum, das aus 10250 Kieler Anhänger besteht, spielen zu können, ist schon ein geiles Gefühl. Es wird aber auch eine Partie, in der die TSV Hannover-Burgdorf ohne Druck auflaufen kann und versuchen wird, die einkalkulierte Niederlage möglichst im Rahmen zu halten. Beim deutschen Serienmeister THW Kiel sind Trainer Christopher Nordmeyer und seine Spieler krasse Außenseiter. Sie stehen neben dem Kieler Publikum auch noch einem absoluten Weltklasseteam gegenüber.
Die Gastgebermannschaft strotzt nur so vor Selbstvertrauen, denn nach dem Gewinn des Supercups zu Saisonbeginn gegen den HSV Hamburg (24:23) gelang auch ein Traumstart in die Saison mit 10:0-Punkten. Die lange Zeit verletzten Spieler aus der vergangenen Saison, Daniel Narcisse und Kim Andersson, sind wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte und bärenstark. Das haben die zuletzt erzielten Ergebnisse gezeigt. Besonders von Andersson geht viel Gefahr aus, er erzielte reihenweise sehenswerte Treffer. Für die TSV sind schon diese beiden Spieler schwer zu bewachen, sie werden heute nach Kiel fahren, um für die nächsten Begegnungen zu lernen, ihre Abwehr nochmals gegen die starken Angreifer zu testen und sich in der Offensive einzuspielen. Es gab erstmals in Kiel keine Neuverpflichtungen und mit Jerome Fernandez auch nur einen Abgang. Der Franzose wechselte zu Toulouse Handball.
Im Spiel am heutigen Mittwoch ab 20.15 Uhr sieht Coach Nordmeyer aber auch Chancen für seine Mannschaft, denn immerhin hat die TSV in der vergangenen Saison, Ende Mai, dem THW Paroli geboten und das Spiel in der AWD-Hall lange offen gehalten. Bei der 22:24-Niederlage war das Team nicht chancenlos. Um einen ähnlich starken Eindruck zu hinterlassen wie Ende Mai müssen aber viele Faktoren aufeinandertreffen. Die TSVer müssen 100-prozentig fit sein und in Offensive und Defensive dürfen keine Fehler passieren.
Das wird aufgrund der Personalsituation schon schwierig, obwohl Mario Clößner nach seiner Knie-OP bereits wieder einsatzbereit ist und auch Aivis Jurdsz wieder dabei ist. Er fehlte am Sonnabend bei der 29:32-Niederlage bei der HBW Balingen-Weilstetten. Gustav Rydergard kann nach seiner Sprunggelenkverletzung aus der Partie beim Bergischen HC noch nicht dabei sein. Das gilt weiterhin auch für Torwart Nikolas Katsigiannis, der aber wieder im Mannschaftstraining dabei ist.
Fehler werden vom THW Kiel aber gnadenlos mit schnellen Kontern bestraft und keine Fehler zu machen, ist wohl recht unwahrscheinlich und kaum menschlich. Es bleibt die Hoffnung auf eine schwächelnde Heimmannschaft, die die TSV vielleicht unterschätzt. Nach dem starken Auftritt in den letzten Begegnungen ist aber auch das eher unwahrscheinlich. Jeder Kieler Akteur wird den nur knappen Sieg in Hannover noch im Hinterkopf haben und sich vornehmen, das es so eng gegen den Underdog aus der Bundesliga nicht mehr werden soll. In Kiel treffen die Burgdorfer also auf ein eingespieltes Topteam, das für die Deutsche Meisterschaft als erster Anwärter gehandelt wird. Nur noch der amtierende Meister HSV Hamburg könnte dem THW wohl den Titel streitig machen.
Nach dem Spiel in Kiel folgt eine Pause von zehn Tagen. Am 7. Oktober im Heimspiel gegen TV Großwallstadt wollen Piotr Przybecki und seine Mitspieler dann wieder Punkte sammeln.