Die entscheidende Phase der Saison beginnt

Kleiner Raum, dennoch versucht Hannes Jon Jonsson von der TSV durchzubrechen. Hoffentlich gelingt das auch im Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf startet nach kurzer Pause bei der HSG Wetzlar

BURGDORF (hs). Nach einer zweiwöchigen Ruhepause, in der kaum Punktspiele in der TOYOTA Handball-Bundesliga gespielt wurden, startet die TSV Hannover-Burgdorf gleich einen Tag nach den Osterfeiertagen, am Dienstag, 10. April, ab 20.15 Uhr, mit einem wichtigen Auswärtsspiel in die letzte Phase der Saison 2011/2012. Nach den bisherigen Partien in diesem Jahr hat die Mannschaft um Coach Christopher Nordmeyer bei der HSG Wetzlar durchaus Möglichkeiten, erneut einen Auswärtserfolg feiern zu können.
Die Situation im Kampf um den Klassenerhalt hat sich im März weiter zugespitzt. Bis zum Tabellenplatz 10 sind immerhin sieben Teams im Abstiegsstrudel und im Kampf, den 16. Tabellenplatz möglichst nicht zu erreichen. Die beiden Plätze 17 und 18 scheinen an die Mannschaften des TV Hüttenberg und Eintracht Hildesheim vergeben zu sein, die damit erste Absteiger sein könnten. Der dritte Absteiger, in dieser Serie wird es keine Relegationsspiele, sondern drei Pflichtabsteiger geben, steht keinesfalls fest, hier ist das Rennen noch völlig offen.
Damit die TSV Hannover-Burgdorf sich aus diesem Kampf heraushalten kann, wäre ein Erfolg bei der HSG Wetzlar ein wichtiger Schritt und gleichzeitig würde der Gegner tiefer in den Abstiegssog gezogen. Die Nordmeyer-Schützlinge haben zuletzt im Auswärtsspiel bei TV Großwallstadt (31:26) und auch im Heimspiel gegen TBV Lemgo (28:28) ihre Tauglichkeit für die deutsche Eliteliga bewiesen. Das könnten sie gern wiederholen, auch wenn das Heimspiel gegen MT Melsungen (29:31) einen Rückschlag bedeutete.
Bereits im Hinspiel zeigten Morten Olsen und seine Mitspieler, wie die Wetzlarer bezwungen werden können. Der 30:24-Sieg in Hannover wurde nach dem 7:7-Zwischenstand Mitte der ersten Spielhälfte schon zur Pause (16:10) in die richtige Richtung gelenkt. Über 26:17 in der 48. Spielminute entstand so ein sicherer und doppelter Punktgewinn. Dabei waren Piotr Przybecki (7) und Lars Lehnhoff (6) die besten Torschützen. Auf Seiten der HSG erzielte der ehemalige Burgdorfer Lars Friedrich mit acht Toren die meisten Treffer.
Die HSG mit Trainer Gennadij Chalepo, der mittlerweile von Kai Wandschneider abgelöst wurde, hatte nicht den Hauch einer Chance, aber deshalb sollte die TSV die Wetzlarer keinesfalls unterschätzen. Beim Gastgeber stehen mit Nikola Marinovic und Nikolai Weber zwei Klassetorwarte im Kasten und auch im Feld bietet die HSG einige gefährliche Akteure auf. Der slowakische Nationalspieler Daniel Valo ist neben Friedrich aus dem rechten Rückraum ebenso gefährlich, wie als Spielmacher der deutsche Nationalspieler Timo Salzer. Auch Steffen Fäth oder Philipp Müller aus dem linken Rückraum müssen von der TSV-Abwehr beachtet werden. Dazu kommen der bullige Kreisläufer Georgios Chalkidis, sein Positionskollege Kari Kristjan Kristjansson und die Außenspieler Peter Jungwirth und Kevin Schmidt.
Insgesamt eine ausgeglichene Mannschaft, die jederzeit und gerade in eigener Halle auch favorisierte Teams bezwingen kann und eigentlich in dieser Serie einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wollten. Jetzt ist Abstiegskampf pur gefragt und so zählt für die Mittelhessen jeder Punktgewinn und besonders in eigener Halle. Die TSV ist keineswegs favorisiert, sollte aber alles versuchen, um einen oder besser zwei Punkte auf die Heimreise mitnehmen zu können. Das wäre vielleicht schon ein entscheidender Schritt zum Klassenerhalt. Die Mannschaft um Coach Nordmeyer hat es selbst in der Hand, sich aus der Umklammerung und der Abstiegsangst zu befreien. Das will sie möglichst schnell schaffen und sich dann in den nächsten Partien weiter entwickeln.
Am Sonnabend, 15. April hat die TSV ab 17.30 Uhr in Hannover in der AWD-Hall den SC Magdeburg zu Gast. Dann steht am 21. April das Auswärtsspiel bei TV 05/07 Hüttenberg auf dem Programm. Mit einem Sieg in Wetzlar im Rücken könnten auch diese Begegnungen durchaus erfolgreich gestaltet werden und der Respekt der anderen Teams in der TOYOTA Handball-Bundesliga vor den Hannoveranern weiter wachsen.