Burgdorfer Handball-Jugend erkämpft sich eine Bronzemedaille und viel Anerkennung

Julius Hinz taucht frei vor dem Magdeburger Torwart Felix Storbeck auf. (Foto: Holger Staab)

A-Jugend der TSV Burgdorf gewinnt „Kleines Finale“ der Deutschen Meisterschaft gegen SC Magdeburg

BURGDORF (hs). Die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft allein ist für die TSV Burgdorf schon aller Ehren wert und kann nicht hoch genug bewertet werden. Das die männliche A-Jugend um ihren Erfolgstrainer Carsten Schröter dann sogar mit der Bronzemedaille nach Hause reisen konnte, setzte dem Handballjahr bei der TSV noch die Krone auf. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass in Burgdorf in den vergangenen Jahren ausgezeichnete Jugendarbeit geleistet wurde. Nicht nur im männlichen Bereich, auch bei den Mädchen setzt sich immer mehr die Qualität in den Vordergrund und wird der TSV in den kommenden Jahren noch viel Freude bereiten.
Die Jugendarbeit ist sicherlich der Grundstein zum Erfolg im Seniorenbereich und so bleibt die Hoffnung, dass einige der jungen Talente sich vielleicht auch in der Bundesliga durchsetzen können und einen Platz im Team erhalten. Es ist schwer für die Jugend, etablierte Kräfte zu ersetzen, die Spieler werden viel Geduld mitbringen müssen, um erstmals einen Einsatz in der Bundesliga erhalten zu können. Aber Geduld zahlt sich aus und wer diese Tugend mitbringt, der ist auch reif für die Eliteliga im Handball.
Aber zunächst der Reihe nach: Im Vorfeld des Final-4 um die Deutsche Jugendmeisterschaft in Berlin konnte die A-Jugend der TSV Burgdorf überraschend die SG Kronau/Östringen im Viertelfinale in Hin- und Rückspiel mit 30:28 und 29:29 ausschalten. Der Weg nach Berlin war frei und jetzt sollte auch der Einzug ins Endspiel gelingen. Bereits am Morgen fuhr die Reisegruppe im bis auf den letzten Platz gefüllten Bus der Bundesligamannschaft in Richtung Berlin, damit die Spieler sich in der Halle des Horst-Korber-Sportzentrums in Berlin-Charlottenburg, gleich neben dem Olympiastadion, noch ein wenig akklimatisieren konnten. Die Halbfinals der B-Jugend waren schon gespielt und die Mannschaft schaute sich das Halbfinale der A-Jugend zwischen dem Gastgeber SG Spandau/Füchse Berlin und SC Magdeburg an. Die Füchse wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und konnten sich gegen SCM mit 35:25-Toren durchsetzen.
Die Spannung stieg, sowohl bei den mitgereisten Fans, das TSV-Team wurden noch zusätzlich von 30 mit Autos angereiste TSVern unterstützt, wie auch bei der Mannschaft, die gegen den Westmeister GWD Minden antreten musste. Es entwickelte sich gleich zu Beginn ein von beiden Abwehrreihen intensiv geführtes Spiel. Die Torwarte Malte Semisch und Bastian Räber zeigten ausgezeichnete Leistungen, obwohl in der 1. Spielhälfte bei allen Beteiligten die Nervosität zu spüren war.
Die Fans der TSV unterstützten ihre Mannschaft nach allen Kräften, aber gegen die offensive 3-2-1-Deckung der Mindener war die Offensive oft machtlos. Dennoch konnte die TSV um den stark auftrumpfenden Julius Hinz bis weit in die 2. Hälfte noch mithalten. Allerdings setzte sich mit zunehmender Spieldauer das körperlich stärkere Team aus Minden immer mehr durch. Am Ende musste eine 20:30-Niederlage hingenommen werden. Schade, die TSV konnte leider nicht ihre wahre Leistungsstärke zeigen, aber das Erreichen des kleinen Finals gegen Magdeburg sollte eine Entschädigung sein.
Zum Spiel um Platz 3 am darauf folgenden Tag waren die Schröter-Schützlinge auf die ersatzgeschwächten Magdeburger gut eingestellt. Bis zur Pause konnte sich die TSV auf 15:10-Tore absetzen. Leider wurden zu viele Chancen, darunter sechs (!) Siebenmeter, nicht verwandelt und so blieb das Spiel bis zum Schluss spannend. Letztlich setzte sich die TSV glücklich, aber verdient, mit 22:21-Toren durch und erkämpfte sich den 3. Platz.
Die Ehrung mit Bronzemedaille wurde durch den ehemaligen Nationalspieler und Jugendbundestrainer, Christian Schwarzer, vorgenommen. Für die TSV-Jungs ein toller Abschluss und so war die Rückfahrt nach anfänglicher Ruhephase dann auch stimmgewaltig und fröhlich. Das Endspiel wurde von der Favoritenstellung der Füchse Berlin geprägt, denn sie gewannen mit 29:19-Toren deutlich gegen GWD Minden. Auch beim Finale der B-Jugend gab es einen klaren Sieger. HBLZ Großwallstadt setzte sich mit 31:22-Toren gegen TV Hüttenberg durch.
Insgesamt eine tolle Veranstaltung, die die TSV Burgdorf in Deutschland weiter bekanntgemacht hat und die dem Handball in der Region Hannover wiederum Auftrieb geben wird. Die TSV kann mit Recht stolz auf die Entwicklung im Jugendbereich sein und will auch in den nächsten Jahren den erfolgreichen Weg fortsetzen. Vielleicht gelingt in nicht ferner Zukunft auch ein Titel „Deutscher Jugendmeister“.