Beim PORTA-Pokal hielten sich die Überraschungen in Grenzen

Gegen den TuS Celle FC kam der Heesseler SV (rechts) bei der 1:3-Vorrundenniederlage nicht richtig zum Zug. (Foto: Klaus Depenau)

Von den Favoriten blieb nur Pokalverteidiger TSV Havelse auf der Strecke

RAMLINGEN (mj). Die guten Witterungsverhältnisse trugen ihren Teil dazu bei, dass die erste Turnierwoche beim 23. PORTA-Pokalturnier wiederum zu einem großen Erfolg wurde, wie annähernd 2.000 Besucher an den bisherigen vier Turniertagen belegen. Nach viertägiger Pause setzte der Veranstalter SV Ramlingen/Ehlershausen am Montag und Dienstag dieser Woche das Turnier mit den abschließenden Vorrundenspielen fort (Die Ergebnisse lagen bei Redaktionssschluss noch nicht vor).
Bevor in der 2. Turnierwoche die restlichen Vorrundenpartien ausgetragen wurden, konnten sich nach der ersten Turnierwoche bereits mit Hannover 96 II, SC Langenhagen und Arminia Hannover drei Teams für die an diesem Freitag stattfindende Zwischenrunde qualifizieren. Dem Veranstalter SV Ramlingen/Ehlershausen reichte am Montagabend bereits ein Unentschieden gegen das punktgleiche Team des TuS Celle FC zum Weiterkommen. Bereits nach der Vorrunde ausgeschieden ist der Regionalligaaufsteiger TSV Havelse, der das Turnier in den vergangenen beiden Jahren gewann. Die enttäuschenden Havelser schieden nach zwei Vorrundenniederlagen in der B-Gruppe genauso aus wie die TSV Burgdorf, die ebenfalls ohne Punktgewinn blieb. In der Gruppe A widerfuhr dieses Malheur dem Heesseler SV, der sich ebenfalls nach der Vorrunde verabschiedete.
RSE wurde deklassiert
Der Eröffnungstag begann am vergangenen Montag mit einer Überraschung, Nicht vom Ergebnis her, sondern von der Höhe des Sieges. Mit sage und schreibe 7:1 (3:0) deklassierte der Regionalligist Hannover 96 II den SV Ramlingen/Ehlershausen. „Wir konnten von Glück sagen, dass es zur Pause nur 2:0 für die 96er stand. Es hätte auch durchaus 6:0 stehen können“, gestand Ramlingens Trainer Kurt Becker ein, der sich von dem Auftritt des Gegners ebenso beeindruckt zeigte, wie die 700 Zuschauer, die am ersten Turniertag erschienen waren. Entscheidend für den Kantersieg der „Roten“ war ein gelungener Auftakt mit zwei frühen Toren, die Florian Büchler (3.) und Nico Gießelmann (5.) zur 2:0-Führung erzielten, die Florian Beil (45.) noch mit dem Halbzeitpfiff auf 3:0 ausbaute.
Zwar konnte Tim Niklas Becker in der 52. Minute auf 1:3 verkürzen, doch war der Gegentreffer der Ramlinger das Startsignal für den Bundesliganachwuchs, noch eine Schippe draufzulegen. Tore von Victor Bopp (67.), Fatmir Ferati (69.), Ali Gökdemir (87.) und Engin Kiy (90.) sorgten noch für einen 7:1-Sieg der 96er, die damit eine bessere Bilanz aufweisen konnten, als ihre Profis eine Woche zuvor, die gegen den RSE „nur“ mit 6:1 gewannen. Im zweiten Spiel des Tages gewann der TuS Celle FC mit 3:1 (1:0) gegen den Heesseler SV. Den Torreigen eröffnete in der 32. Minute Marco Kirsch mit einem Foulelfmeter zur 1:0-Führung des Landesligaabsteigers aus Celle. Benjamin Zeising erhöhte in der 54. Minute nach einer schönen Kombination auf 2:0. Zwar konnte Önder Duyar in der 79. Minute mit einem Foulelfmeter auf 1:2 verkürzen, doch währte die Freude der Heeßeler über den Anschlusstreffer nicht lange. Bereits eine Minute später sorgte erneut Benjamin Zeising mit dem Treffer zum 3:1 für den Endstand in dieser Partie.
Am zweiten Turniertag sorgte Arminia Hannover für den ersten Paukenschlag. Der Oberligaaufsteiger brachte dank einer ausgezeichneten ersten Halbzeit das Kunststück fertig, den Pokalverteidiger TSV Havelse mit 3:2 (3:2) zu besiegen. Dank einer ausgezeichneten Einzelleistung von Jens Jansen gelang den Arminen bereits in der 9. Minute die 1:0-Führung. Nach dem Ausgleich durch Jan-Thede Smidt in der 11. Minute schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Havelser erstmals in Führung gehen sollten. Doch es kam anders. Carsten Folprecht (28.) und Marvin Ibekwe (32.) waren es, die den Oberligaaufsteiger vom Bischofshol auf 3:1 davon ziehen ließen, ehe Christoph Rischker in der 45. Minute nach einem Stellungsfehler von Jan Hentze noch zum 2:3 Halbzeitstand aus Sicht des Regionalligaaufsteigers aus Havelse verkürzen konnte. Trotz eifrigen Bemühens und auch einiger guter Möglichkeiten blieb es aber beim 3:2- Sieg für die Arminen, die damit für eine echte Überraschung sorgten. Nicht so torreich ging es in der zweiten Begegnung des Abends zu, die der SC Langenhagen durch ein Tor seines Neuzugangs Ertan Ametovski in der 70. Minute mit 1:0 gegen die TSV Burgdorf gewann.
96er weiter auf Torejagd
Am dritten Turniertag kam es in der Gruppe A zum Aufeinandertreffen zwischen Hannover 96 II und dem TuS Celle FC. Auch in diesem Spiel entdeckte der Bundesliganachwuchs seinen Torhunger. Mit 8:0 (2:0) wurde der TuS Celle FC besiegt, nachdem es zur Pause durch Tore von Fatmit Ferati (2.) und Ali Gökdemir (9.) noch 2:0 stand. Doch ließen die 96er nach dem Wechsel nicht mit sich spaßen. Serder Dursun (48.), Florian Beil (59. und 66.), eine Eigentor von Tobias Zeising (70.), Lars Fuchs (80.) und erneut Florian Beil (84.) sorgten mit ihren Toren für den 8:0- Endstand für die 96er.
Im zweiten Spiel des Abends wahrte der RSE durch einen 3:1(1:1)-Sieg gegen den Heesseler SV seine Anwartschaft auf das Erreichen des Halbfinales. Doch täuscht der Sieg darüber hinweg, wieviel Mühe die Ramlinger hatten, um als Sieger vom Platz zu gehen. So führten die Heeßeler nach einer guten Einzelleistung von Moritz Peithmann mit einem Tor aus der 18. Minute mit 1:0, ehe Manuel Brunne in der 28. Minute zum 1:1 ausgleichen konnte, wobei der Treffer aufgrund eines Handspiels mehr als umstritten war. Erneut Manuel Brunne war es dann, der mit seinen Toren in der 67. und 89. Minute zum 3:1-Endstand die Hoffnungen des kleinen HSV auf einen Sieg wie Seifenblasen zerplatzen ließen.
Am vierten Turniertag sorgte der SC Langenhagen mit einem 3:1(1:0)- Sieg gegen den TSV Havelse für das vorzeitige Aus des Pokalverteidigers. Dabei waren es mit Marco Hansmann und Arafate Tcha-Gnaou zwei ehemalige Havelser, die dem Regionalligisten den K.O. verpassten. Bereits in der 5. Minute war es Marco Hansmann, der mit einem Distanzschuss für die 1:0- Führung des SCL sorgte, die Ertan Ametovski in der 69. Minute mit einem 30-Meterschuss auf 2:0 ausbaute. Danach glückte Arafate Tcha-Gnaou in der 74. Minute mit einem Lupfer das 3:0. Für eine Ergebniskosmetik sorgte in der 85. Minute Christian Werner, als er noch auf 1:3 verkürzen konnte. Als danach auch noch Arminia Hannover die TSV Burgdorf durch ein Tor aus der 4. Minute von Dimitri Alexoudis mit 1:0 besiegen konnte, standen mit dem SC Langenhagen und Arminia Hannover bereits beide Halbfinalteilnehmer der Gruppe B fest, während für den TSV Havelse und die TSV Burgdorf bereits das Aus kam.
Neuer Pokalsieger
Am Montag und Dienstag dieser Woche wurde noch der vierte Halbfinalteilnehmer gesucht, wobei dem SV Ramlingen/Ehlershausen bei Punktgleichheit mit dem TuS Celle FC bereits ein Unentschieden zum Einzug ins Halbfinale reichte. (Ergebnisse lagen bei Redaktionschluss noch nicht vor). Das Halbfinale des mit insgesamt 2.500 Euro dotierten Turniers wird am Freitag dieser Woche von 18.30 Uhr an ausgetragen. Dabei kommt es zuerst zum Aufeinandertreffen des bereits feststehenden Vorrundensiegers der Gruppe A, des Regionalligisten Hannover 96 II, gegen den Zweiten der B-Gruppe, der Arminia Hannover heißen könnte. Von 20.15 Uhr an trifft der Zweite der Gruppe A (SV Ramlingen/Ehlershausen?) auf den Sieger der Gruppe B, der SC Langenhagen heißt, sofern er nicht sein letztes Gruppenspiel gegen Arminia Hannover verliert.
Das Endspiel des diesjährigen PORTA-Pokalturniers der beiden Halbfinalsieger findet dann am Sonntag, 1. August, von 15 Uhr an in Ramlingen statt.
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Fotos: mj

Foto 1: Heeßels Abwehrspieler Fritz Michelssen (Nr. 2) im Zweikampf mit Ramlingens Jonas Künne (Foto liegt vor).

Foto 2: Hochbetrieb vor dem Strafraum des TSV Havelse mit Torhüter David Primke. Die Havelser René Ney (Nr. 10), Jan-Thede Smidt (Nr. 5), Patrick Posipal (Nr. 6) sichern den Torraum gegen Arminen-Stürmer Dimitri Alexoudis (Nr. 25) ab.