Aue Kicker gehen an den Start

Der Vorsitzende des FC Burgdorf Dirk Schülke (von links), der Leiter der Fußballabteilung der TSV Burgdorf Dirk Bierkamp und der Vorsitzende des SV Sorgensen Jens Berkhan unterzeichnen den Vertrag zur Gründung der Jugendspielgemeinschaft Aue Kicker. Er hat eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren.
 
Die Jugendleiter Florian Baumöller (von links) vom FC Burgdorf, Jana Heinemann vom SV Sorgensen und Rolf Tamling (rechts) von der TSV Burgdorf freuen sich auf die Zusammenarbeit in der Jugendspielgemeinschaft. Die beiden A-Jugendspieler Julien (3. von links) und Marlin Tameling stellen die neuen Trikots der Aue Kicker vor.

TSV Burgdorf, FC Burgdorf und SV Sorgensen gründen Jugendspielgemeinschaft

Burgdorf (fh). Die Nachwuchsfußballer von der TSV Burgdorf, dem FC Burgdorf und dem SV Sorgensen treten künftig gemeinsam an: Schon für die nächste Saison haben die drei Vereine ihre Jugendmannschaften nicht mehr einzeln angemeldet, sondern unter dem Dach der neu gegründeten Jugendspielgemeinschaft (JSG) Aue Kicker. „Für sich genommen konnten die Vereine zuletzt nicht mehr alle Altersklassen besetzen“, begründet Rolf Tameling, der Jugendwart der TSV Burg­dorf. Gemeinsam habe man nun einen Pool von mehr als 300 jungen Spielern.
Die JSG Aue Kicker startet mit 15 Mannschaften von der A-Jugend bis hinunter zur G-Jugend und den Bambinis. Fünf davon sind in den Altersklassen A bis E als Leistungsmannschaften angelegt. Schon zum Auftakt sollen sie sich möglichst für die Kreisliga qualifizieren. „Mittelfristig peilen wir mit ihnen die Bezirksliga an“, stellt Tameling in Aussicht. Ab dem nächsten Jahr soll es ein spezielles Auswahltraining geben, bei dem jeweils entschieden wird, wer in diese Teams aufrückt.
Zunächst seien nur einige wenige Mannschaften zusammengelegt oder gemischt worden. „Die meisten machen erst einmal in der Konstellation weiter, wie sie sich in den einzelnen Vereinen gebildet haben“, erläutert Tameling. Doch perspektivisch sollen die Teams nicht mehr primär nach Vereinszugehörigkeit aufgeteilt werden, sondern nach dem Leistungsniveau der Spieler. „Es ist ein großer Vorteil der Jugendspielgemeinschaft, dass wir jetzt besser zwischen Leistungs- und Breitensport differenzieren können“, betont der Jugendwart.
Denn man wolle allen etwas bieten – sowohl talentierten und ehrgeizigen Spielern, als auch denjenigen, die einfach nur Spaß am Fußballspielen hätten. Wenn man pro Altersklasse nur eine Mannschaft zusammenbekomme, könne man nie allen gerecht werden. „Entweder die einen sind über- oder die anderen unterfordert“, so die Erfahrung des Jugendwarts. Da eröffne die JSG neue Möglichkeiten.
Für Training und Spiele sollen künftig die Plätze aller drei Partnervereine genutzt werden. Für den ein oder anderen könnte sich der Anfahrtsweg dadurch zwar etwas verlängern, doch in einem überschaubaren Rahmen. „Die Spielfelder liegen mit dem Fahrrad nur zehn Minuten auseinander, sind also trotzdem für alle gut erreichbar“, betont der Vorsitzende der TSV-Fußballabteilung Dirk Bierkamp. Praktisch werde sich für die Nachwuchsspieler also wenig ändern.
Sie bleiben auch weiterhin Mitglied ihres jeweiligen Heimatvereins TSV Burgdorf, FC Burgdorf oder SV Sorgensen. Denn bei der JSG handelt es sich nicht um einen eigenen Verein, sondern um eine Kooperationsform. Sichtbar werde die Änderung aber trotzdem auch auf dem Spielfeld: Denn die Kinder und Jugendlichen werden in der neuen Saison in eigens für die JSG designten Trikots auflaufen. „Sie sind komplett schwarz, weil diese Farbe bei allen drei Vereinen vorkommt“, erläutert Bierkamp. Ausweichtrikots gibt es in weiß und grau. Auf den Kleidungsstücken ist auch das Logo der Aue Kicker abgebildet, das für die Jugendspielgemeinschaft entworfen wurde.
Dabei setze man nicht auf eine kurzfristige Zweckgemeinschaft aus der Not heraus, sondern wolle langfristig zusammenarbeiten – das betont Bierkamp ebenso wie der Vorsitzende des FC Burg­dorf Dirk Schülke und der Vorsitzende des SV Sorgensen Jens Berkhan. Deshalb sei der Vertrag über die Kooperation von vornherein auf zehn Jahre angelegt, sodass auch bei einem Vorstandwechsel ein Verein nicht einfach aussteigen könne.
Und damit zwischen den drei Vereinen im Jugendbereich nicht doch eine heimliche Konkurrenz um die besten Spieler aufkomme, gebe es eine klare Regel: „Die Partnervereine dürfen gegenseitig keine Kinder und Jugendlichen abwerben“, betont Jugendwart Rolf Tameling und fügt hinzu: „Wenn ein Trainer das doch versuchen sollte, fliegt er sofort raus. Das haben wir klipp und klar gesagt.“
Doch er glaube nicht, dass es dazu komme. Die Voraussetzungen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit seien gut. „Die Vorstände, Jugendleiter und Trainer kennen sich schon lange“, begründet er. Einige spielten sogar gemeinsam in den Altersklassen Ü30, Ü40 und Ü50, bei denen die TSV Burgdorf, der FC Burgdorf und der SV Sorgensen bereits kooperieren. Außerdem bringe die Jugendspielgemeinschaft letztlich allen drei Vereinen Vorteile. „Wir alle profitieren von gut ausgebildeten Spielern“, betont Dirk Bierkamp.
Außerdem hoffe man als JSG auch neue Sponsoren gewinnen können. „Wir bekommen immer mal wieder zu hören, dass Unternehmen nicht einen Verein bevorzugen wollen und sich deshalb mit einer dauerhaften finanziellen Unterstützung schwer tun“, sagt der Vorsitzende der TSV-Fußballabteilung. Vielleicht falle es dem ein oder anderen nun leichter, für die JSG zu spenden, weil das den drei Vereinen gleichermaßen zugute komme.