1. FC Burgdorf und MTV Mellendorf schaffen Sprung ins Finale des MARKTSPIEGEL-Pokals

Die Körpersprache war im Halbfinalspiel zwischen SV 06 Lehrte und dem 1. FC Burgdorf entscheiden. Während FC-Torschütze Felix Zimbelmann (rechts) mit dem Willen zum Sieg immer weiter Druck machte, sah sich Abdulmenaf Erdogan (links) mit dem SV 06 Lehrte immer weiter in die Defensive gedrängt. (Foto: Kamm)
 
Engensens Torjäger Adnan Zuko (rechts) mühte sich gegen Mellendorfs Christian Möller um einen Torerfolg. Zwar gelang Zuko kurz vor Schluss noch der Anschlusstreffer, viele seiner Aktionen waren aber unglücklich oder ließen eine genaue Vorbereitung durch seine Mitspieler vermissen. (Foto: Kamm)

Favoriten SV 06 Lehrte und TSV Engensen scheiden aus

HÄNIGSEN (kd). Was für eine Überraschung! Annähernd 300 Zuschauer kamen am Mittwochabend im Hänigser Stadion aus dem Staunen nicht heraus. Nicht die favorisierten Mannschaften setzten sich in den Halbfinalspielen des MARKTSPIEGEL-Pokalturniers durch, sondern die Außenseiter. So gelang dem 1. FC Burgdorf mit dem 3:2- Sieg über den SV 06 Lehrte ein weiterer Husarenstreich. Der krasse Außenseiter aus der 2. Kreisklasse zieht damit in das am heutigen Sonnabend stattfindende Endspiel ein, wo der 1. FC Burgdorf in der MARKTSPIEGEL-Arena der TSV Burgdorf an der Sorgenser Straße von 16 Uhr an auf den Mellendorfer TV trifft. Die Mellendorfer setzten sich ebenfalls überraschend mit 2:1 gegen den TSV Engensen durch.

1. FC Burgdorf -
SV 06 Lehrte 3:2 (1:1)

Der 1. FC Burgdorf machte auch am Mittwoch in Hänigsen seinem Ruf als Favoritenschreck alle Ehre. Im Halbfinale des MARKTSPIEGEL-Pokals bezwang die Mannschaft von Spielertrainer Dogan Demiray den SV 06 Lehrte überraschend mit 3:2 (1:1)-Toren. Nachdem die Burgdorfer bereits in der Vorrunde mit Hertha Otze, Inter Burgdorf und danach im Viertelfinale mit dem TSV Friesen Hänigsen drei Kreisligisten besiegten, mussten nun die Schwarz-Gelben aus Lehrte die Überlegenheit des Außenseiters anerkennen. „Ich habe meine Mannschaft noch vor dem Spiel gewarnt, dass sie sich auf einen heißen Tanz einstellen sollen. Doch haben meine Spieler leider meine Warnungen ignoriert oder waren sich nach unserer frühen Führung durch Niklas Kirchner in der 16. Minute zu sicher“, spekulierte nach dem Abpfiff 06-Coach Lars Bischoff, der zugab: „Meine Mannschaft hat jegliche Körpersprache vermissen lassen. Da brauche ich nicht mehr zu betonen, dass ich nach der verdienten Niederlage maßlos enttäuscht von meiner Mannschaft bin." Da klangen selbst die aufmunternd gedachten Worte des 06-Präsidenten Ulf Meldau wie Hohn, als er sagte: „Das war zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug. Im vergangenen Jahr haben wir den MARKTSPIEGEL-Pokal gewonnen und sind dann in den Punktspielen eingebrochen. Ich hoffe, in diesem Jahr läuft es anders herum."
Allerdings bedarf es dazu einer Kehrtwende um 180 Grad. Es war in Hänigsen bedenklich mit anzusehen, wie die Burgdorfer dem zwei Klassen höher spielenden Gegner auch in spielerischer Hinsicht seine Grenzen aufzeigten. Und dies, obwohl die 06er einen Traumstart erwischten und mit einem schnell ausgeführten Freistoß von Shirwan Shamo nach gut einer Viertelstunde mit ihrer ersten Chance durch Niklas Kirchner zur 1:0-Führung kamen. Dabei hätten die Lehrter trotz der Führung gewarnt sein müssen, da bis zur Führung ausschließlich die FCer das Spiel bestimmt hatten.
Das taten sie dann auch wieder nach dem 0:1-Rückstand. Nur drei Minuten später hatte Florian Pszolla Pech, als er nach einem Freistoß von Sascha Haack mit einem Kopfball nur die Latte traf. Besser machte es Burgdorfs überragender Yakub Tüfekci, als er in der 29. Minute mit einem Spannschuss aus 22 Metern den längst überfälligen 1:1-Ausgleich erzielte, was gleichzeitig der Halbzeitstand war. „Ich bin vom Auftritt meiner Mannschaft begeistert. Schade nur, dass ihr noch nicht die längst verdiente Führung geglückt ist“, bedauerte Burgdorfs Coach.
Als Felix Zimbelmann zu Beginn der 2. Halbzeit in der 37. und 39. Minute gleich zwei dicke Chancen ausließ, hatte die in großer Zahl angereiste Anhängerschar aus Burgdorf bereits erste Zweifel an einer erneuten Überraschung. Doch weit gefehlt. Die Lehrter wurde auch nach den verpassten Gelegenheiten der FC weiterhin kräftig durchgeschüttelt. Jeweils nach Zuspiel von Yakub Tüfekci, dem nach dem Spiel sein Trainer ein Sonderlob aussprach, sorgten Sascha Haack (40.) und Felix Zimbelmann (47.) innerhalb von nur acht Minuten für eine deutliche 3:1-Führung. Wie harmlos die 06er an diesem Tage waren, verdeutlicht auch die Tatsache, dass sie erst nach knapp einer Stunde zu ihrer ersten Ecke kamen, was von den Lehrter Anhängern prompt mit ironisch gemeintem Szenenaplaus bedacht wurde. So war aus Sicht des überglücklichen Außenseiters aus Burgdorf der Treffer zum 2:3 durch Shirwan Shamo in der 65. Minute auch nicht mehr als ein Schönheitsfehler. „Was meine Mannschaft heute wieder gezeigt hat, war einfach überragend. Das war Leidenschaft pur", fand Dogan Demiray und lag mit seiner Äußerung gar nicht mal so daneben.

TSV Engensen -
Mellendorfer TV 1:2 (0:1)

Auf den Mellendorfer TV ist Verlass. „Ich bin perplex, zu welchen Leistungen meine Mannschaft fähig ist“, gestand MTV-Trainer Alexander Fleischer nach dem 2:1 (1:0)- Überraschungssieg seines Mellendorfer TV über den TSV Engensen ein. „Mit den Spielen in der Brelinger Sportwoche ist es für uns jetzt das achte Spiel innerhalb von nur zehn Tagen. Ich wundere mich selber, wo meine Spieler die Kraft hernehmen, sich so ins Zeug zu legen,“ freute sich zu recht Alexander Fleischer. Mit zum Überraschungssieg mag sicherlich auch aus Sicht der Wedemärker das Eigentor des Engenser Abwehrspieler Timm Bruhns beigetragen habe, von dessen Bein der Ball bereits nach fünf Minuten zur 1:0-Führung des Mellendorfer TV ins Netz trudelte. Zwar bemühte sich fortan der Bezirksligaabsteiger, noch vor der Pause wenigstens für den Ausgleich zu sorgen, doch blieb nahezu alles nur Stückwerk. Lediglich Kevin Rufaioglu und Adnan Zuko sorgten für etwas Bewegung im Engenser Sturm, ohne allerdings Torgefahr zu bringen.
Das sollte sich auch zu Beginn der 2. Halbzeit nicht ändern, so dass die Begegnung so dahin plätscherte. Zwar bemühten sich beide Mannschaften, für Torraumszenen zu sorgen. Doch blieb es beim Willen. So bedurfte es in der 48. Minute schon eines eklatanten Abspielfehlers von Engensens Kapitän Michael Roth, der bei einem Querpass schlichtweg Dominic Meyer übersah. Der wiederum bedankte sich für das Geschenk seines Gegenspielers und schoss zur 2:0-Führung des Mellendorfer TV ein. Die beste Gelegenheit der Mannschaft von Trainer Jens Straßburg, wenigstens den Anschlusstreffer zu erzielen, vergab Adnan Zuko in der 50. Minute, als er freistehend MTV-Keeper Leon Burkert anschoss. Auf der Gegenseite war es wiederum Dominic Meyer, der in der 55. Minute die Gelegenheit vergab, auf 3:0 zu erhöhen. So dauerte es dann bis vier Minuten vor dem Abpfiff, ehe Adnan Zuko (66.) mit einem von Renè Zimmermann noch abgefälschten Schuss noch für den 1:2- Anschlusstreffer aus Sicht des TSV Engensen sorgte. Die verbleibende Spielzeit reichte für die favorisierte Mannschaft aus Engensen aber nicht mehr aus, um den Ausgleich zu erzielen. „Wir haben uns das Ausscheiden im Halbfinale selber zuzuschreiben“, zeigte sich nach dem Spiel Jens Straßburg als fairer Verlierer. „Unsere Fehlpassquote war heute zu hoch. Außerdem haben wir nicht zielstrebig genug den Gegner gestellt und uns auch zu wenige Torchancen erarbeitet. Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man verdientermaßen als Verlierer den Platz verlassen muss“, gestand selbstkritisch Engensens Trainer Jens Straßburg ein.