St. Pankratius-Pastor Schulze verabschiedet

Nach 30 Jahren als Pastor der Burgdorfer St. Pankratius-Kirchengemeinde freuen sich Michael und Lydia Schulze nun auf lange Wochenenden und gemeinsame Reisen. Foto: Georg Bosse

Lydia und Michael Schulze freuen sich auf lange Wochenenden

BURGDORF (gb). Als Michael Schulze am 1. August 1988 in Burgdorf seine erste Pfarrstelle als St. Pankratiuspastor antrat, war die ihm am häufigsten gestellte Frage: „Wie lange werden Sie wohl bleiben?“ Seine Antwort lautete jedes Mal: „Warten wir es ab.“ Tatsächlich wurde Michael Schulze einige Zeit später das Pastorenamt auf seiner vorherigen Vikarstelle in Hannover/Mittelfeld angeboten. Aber er blieb in Burgdorf. In einem Zeitraum von 30 Jahren und zwei Monaten hat Michael Schulze mit seinem seelsorgerischen Wirken und seinem diakonischen Engagement Spuren in der St. Pankratius-Kirchengemeinde und in der Stadt hinterlassen, die bei seiner Verabschiedung am 26. August ausdrücklich gewürdigt wurden. Bei einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus „Lippoldstaße“ wurde Schulze von Superintendentin Sabine Preuschoff von seinen Aufgaben als Pastor entpflichtet und in den (Un-)Ruhestand verabschiedet. „Die gesamte Zeremonie hat mich sehr gerührt“, erinnert sich Michael Schulze. Mit der Verabschiedung war auch die Aufgabe des Amtes als Kirchenvorstandsvorsitzender verbunden.
Getreu seinem Motto „Gemeinde muss auch außerhalb von Gottesdiensten erlebbar sein“, widmete sich Schulze anfangs intensiv der Jugend- und Familienarbeit sowie den „tollen Gemeindefesten“ und der Wiederbelebung des Bibelkreises. Dabei wurde er immer von seiner Gattin Lydia, einer Lehrerin für Deutsch, Kunst und Religion, unterstützt: „Wir haben viele Sachen gemeinsam gemacht.“
1991 übernahm Michael Schulze den Vorsitz im Kirchenvorstand. Neben seiner 25-jährigen Leitung der Gemeinde, entwickelte er die Neuaufstellung der Diakoniestation mit der Eröffnung der Tagespflege „Café Klönschnack“ am Rubensplatz und den Taufwald in Sorgensen, die Inbetriebnahme des Benefizz-Ladens vor gut 12 Jahren in der Hannoverschen Neustadt sowie einen Notfallseelsorge-Dienst im Kirchenkreis Burgdorf maßgeblich und auf lange Sicht mit. „Die Notfallseelsorge, die wir vor etwa 20 Jahren eingerichtet haben, war eine Herzensangelegenheit vom damaligen Uetzer Pastor Friedrich Kanjahn und mir“, erklärt Schulze. Nicht ohne ein wenig Stolz erzählt der Pastor im (Un-)Ruhestand vom Erfolg des ökumenischen Benefizz-Ladens. Auf seinen vier Säulen, „Secondhand-Bekleidung“ und „Eine-Welt-Produkte“ sowie „Christliche Bücher“ und „Cafeteria“, ist das ehrenamtlich geführte Geschäft in der Innenstadt und im Bewusstsein der Burgdorfer mittlerweile fest verwurzelt.
Lydia und Michael Schulze haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten hin und wieder „mal ein langes Wochenende“ gewünscht. Obwohl der Pastor i.R. Vorsitzender der Diakoniestation bleiben sowie in den (Vereins-) Vorstandsgremien vom Benefizz-Laden und der Lebenshilfe weiter aktiv sein wird, können lange Wochenenden jetzt gemeinsam genossen werden. Ferner stehen Reisen nach Frankreich und nach Rom auf ihrer Wunschliste.