Rauchen wird teurer - wie hört man auf?

Zigarettenschachtel mit Beratungs-Hotline (Foto: Birgit Malchow)

Beratung bei der Entwöhnung

REGION. (be.p) Im Januar wird erneut die Tabaksteuer angehoben - Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Feinschnitt und Pfeifentabak werden teurer. Schon jetzt will etwa die Hälfte der Raucher vom blauen Qualm weg. Der Preisanstieg könnte für sie eine zusätzliche Motivation sein. Leichter wird die Entwöhnung mit professioneller Hilfe. Hier die Antworten der Berater für Raucherentwöhnung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf häufig gestellte Fragen:
Was ist die beste Methode, sich das Rauchen abzugewöhnen?
Mit der „Schlusspunkt-Methode“ haben es die meisten geschafft. Das heißt, man bestimmt in den nächsten zehn Tagen einen „Stopp-Tag“, an dem man definitiv aufhört. Das Zigaretten-Geld kann man in einem Gefäß sammeln und sich davon etwas kaufen, was man sich sonst nie geleistet hätte.
Was hilft bei der Entwöhnung?
Um die körperliche Abhängigkeit vom Nikotin zu überwinden, helfen oftmals Nikotinkaugummi, -pflaster oder -tabletten. Schwieriger ist es mit der psychischen Abhängigkeit. Man hat sich angewöhnt, in bestimmten Situationen zur Zigarette zu greifen. Gegen diese Gewohnheit gibt es keine Medizin. Man kann sie sich aber wieder „abtrainieren“.
Wie funktioniert dieses „Abtrainieren“?
Indem man herausfindet, wann und warum man raucht und sich dafür Gegen-Strategien überlegt. Dabei hilft ein Rauchertagebuch. Darin vermerkt man bei jedem Griff zur Zigarette die Uhrzeit und was man jetzt vom Rauchen erwartet. Dann gilt es, für diese typischen Rauch-Situationen Alternativen zu finden.
Welche Alternativen gibt es?
Will man sich mit der Zigarette beispielsweise entspannen, hilft vielleicht ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder zehn Mal tiefes Durchatmen am offenen Fenster oder eine kleine Teezeremonie. Man sollte für sich selbst entsprechende Gegenmaßnahmen überlegen und sie aufschreiben.
Wie kann man das Rauchen nach dem Essen vermeiden?
Indem man die Situation so weit wie möglich verändert: nicht am Tisch sitzen bleiben, sondern sofort aufstehen und etwas anderes beginnen, zum Beispiel die Zähne putzen oder das Geschirr spülen oder eine kurze Runde ums Haus drehen.
Wie wird man morgens ohne Zigarette richtig wach?
Helfen können Fitnessübungen zu flotter Musik, eine warm-kalte Wechseldusche, ein belebender Tee oder ein zügiger Spaziergang an der frischen Luft.
Was tun, wenn die Zigarette zwischen den Lippen fehlt?
Den Mund kann man mit zuckerfreiem Kaugummi, mit Salzstangen oder mit mundfertig geschnittenem Obst und Gemüse beschäftigen. Gut geeignet sind zum Beispiel Karotten, Blumenkohlröschen, Kohlrabi, Äpfel oder Gurken. Mancher Ex-Raucher kaut die erste Zeit auf einem Holz-Zahnstocher oder zieht Luft durch einen kurz geschnittenen Strohhalm. Man sollte in jedem Fall viel trinken, immer in kleinen Schlucken. Dann hat der Mund etwas zu tun und außerdem wird der Stoffwechsel angekurbelt.
Wo erhält man persönliche Beratung bei der Entwöhnung?
Man kann die Raucherentwöhnungsberater der BZgA vor dem Stopp-Tag anrufen und sich 30 Tage telefonisch begleiten lassen. Sie erreichen die Experten Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10 bis18 Uhr unter 01805/313131 (14 Cent pro Minute). Die Begleitung erfolgt dann kostenfrei per Rückruf. Im Internet gibt es ein kostenfreies interaktives Ausstiegsprogramm der BZgA unter www.rauchfrei-info.de und unter www.anbieter-raucherberatung.de einen Überblick über Raucherentwöhnungsberatungen in Wohnortnähe. (be.p)