Nach 40 Jahren sagt Rudolf Alker "Tschüss"

Andreas Stein (li.) besiegelte die offizielle Verabschiedung von Rudolf "Rudi" Alker (re.) aus dem Schuldienst. Foto: Georg Bosse
 
Mit dem Volkslied "Dona nobis pacem" (Gib uns Frieden) gaben die Kollegiumsmitglieder Kathrin Schilling, Lisa Riedel, Inka Fanck und Cindy Walta dem Festakt eine musikalische Note. Foto: Georg Bosse

Schräge Töne beim Festakt zur Verabschiedung des RBG-Schulleiters

BURGDORF (gb). Einen "verdienten Schulleiter und Freund" nannte der Referatsleiter im Niedersächsischen Kultusministerium, Andreas Stein, den scheidenden Rektor der Burgdorfer Rudolf Bembenneck-Gesamtschule (RBG), Rudolf "Rudi" Alker", zum Auftakt eines Festakts zu dessen offizieller Verabschiedung. In der bestuhlten Aula hatten am vergangenen Freitag Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter, Mitglieder des Lehrerkollegiums und berufliche Weggefährten aus Burgdorf und Hambühren (Celle) sowie Stadtsparkassenvorstand Heiko Nebel und Bürgermeister Alfred Baxmann Platz genommen, um dem musik- und wortreichen Lebewohl-Programm beizuwohnen.
Der 1951 "tief im Westen" geborene Bochumer sei immer ein beharrlicher Ideen- und Impulsgeber mit einem klaren inneren Kompass gewesen, was ihn gelegentlich unbequem gemacht habe, so Andreas Stein, und: "Du hast dabei deine Ziele und Vorstellungen stets mit hohem Sachverstand vertreten. Und bei der kürzlich erfolgten Namensgebung der Bildungseinrichtung hast Du eine entscheidende Rolle gespielt. Mit der Bezeichnung "RBG" hat die Gesamtschule eine Verantwortung übernommen, mit der das Vermächtnis des Namensgebers weiterlebt." Bevor Andreas Stein den langjährigen Pädagogen formell in den Ruhestand verabschiedete, zitierte er den deutschen Philosophen, Mathematiker und politischen Berater der frühen Aufklärung Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716): "Die Ruhe ist eine Stufe zur Dummheit. Man muss stets etwas finden, was es zu tun, zu denken, zu entwerfen gilt, wofür man sich interessiert, sei es für die Öffentlichkeit oder den Einzelnen." Er sei sicher, dass Rudi Alker immer etwas Interessantes zu denken und zu entwerfen finden werde, schickte Stein gleich hinterher. 
Vize-Bürgermeister Matthias Paul nahm in seiner Würdigung Bezug auf die Ruhrpott-Hymne "Bochum" (1985) von Herbert Grönemeyer: "Bochum ich komm` aus dir, bist ´ne ehrliche Haut...". Das Loblied auf die Kumpel-Stadt und ihre Menschen passe trefflich auch auf Rudi Alker. "Du hast dir in der Burgdorfer Ratspolitik viel Respekt erworben sowie mit Gradlinigkeit und einem geprägten Gerechtigkeitssinn maßgeblichen Anteil am Gelingen der IGS", unterstrich Paul und wünschte ihm mehr Zeit für die Kommunalpolitik in der Regionsversammlung sowie viel Freude bei der langersehnten Reise nach Kuba.
Dem Anlass in keinster Weise angemessen, trafen die schrägen Töne der Ansprache des Schulelternratsvorsitzenden Jörg Fröhlich auf ungläubiges Kopfschütteln bei den Gästen. Er vermutete bei der Erstbesetzung des Schulleiterpostens "Burgdorfer Klüngel" und "sozialdemokratische Seilschaften". Dieser haltlosen Spekulation widersprach Rudi Alker etwas später energisch: "Die Landesschulbehörde hat mich zum Schulleiter bestimmt."
In ihrem anschließenden Wortbeitrag sparte RBG-Schulsprecherin Ilaria Cerro nicht mit feinen Noten für Rudi Alker und stellte ihm ein sehr gutes Versetzungszeugnis in den Ruhestand aus. Auch der Schulsprecher der Hauptschule, Resvan Saeed, hielt sich nicht mit Dank für das Engagement des künftigen (Un-)Ruheständlers zurück.