Absicherung ist wichtig

Großvater und Enkel sind ein tolles Team. Doch was passiert, wenn Opa pflegebedürftig wird? (Foto: mso/Foto: wwp-Archiv)

Viele Menschen unterschätzen die Kosten im Pflegefall - Gesetz-liche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten

REGION. Je älter Menschen werden, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Tätigkeiten Hilfe in Anspruch zu nehmen. Von den über 80jährigen sind rund 1/3 pflegebedürftig.
Die meisten Pflegebedürftigen wohnen zu Hause. Dort werden sie von Familienangehörigen oder von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt. Einen Teil der Kosten übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung. In Pflegestufe I wird entweder ein Pflegegeld in Höhe von 225 EUR gezahlt oder Leistungen bis zu einem Gegenwert von 440 EUR übernommen. Das reicht aber in den meisten Fällen nicht aus. Erfahrungen zeigen, dass in Pflegestufe I rund 300 EUR anfallen, die aus der eigenen Tasche zu zahlen sind.
Neben der reinen pflegerischen Unterstützung, wie zum Beispiel der Körperpflege, benötigen die meisten Pflegebedürftigen auch noch Hilfe im Haushalt, die selber gezahlt werden muss (z.B. die Putzfrau). Auch fallen oft zusätzliche Kosten bei den Angehörigen an. Wie zum Beispiel die Fahrtkosten, um regelmäßig die Mutter oder den Vater zu besuchen. Da sind schnell noch mal 200 EUR und mehr ausgegeben. Zusammenfassend kann man sagen, dass schon in der Pflegestufe I, 300 bis 1.000 EUR an zusätzliche Kosten entstehen können.
Nicht jeder kann diese zusätzlichen Kosten nebenbei aufbringen. Daher empfiehlt es sich frühzeitig eine Pflegetagegeld-Versicherung abzuschließen. Diese zahlt den vorher vereinbarten Betrag sobald eine Pflegestufe vorliegt. Man kann sich nicht dagegen versichern, Pflegebedürftig zu werden - aber man kann die finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit abmindern. Der Versicherungsmathematiker Rudolf Bönsch empfiehlt immer verschiedene Angebote einzuholen und diese genau zu prüfen. Die Bedingungen sind sehr unterschiedlich. Bönsch: „Wichtig ist, dass die Versicherung in allen Pflegestufen den vollen Tagessatz zahlt. Denn Pflegestufe II ist oft genauso teuer wie Pflegestufe III. Auch sollte die Versicherung keinen Unterschied zwischen ambulanter, stationärer, privater und professioneller Pflege machen“. (mso)