Zeit für Beratung und Genuss

Anja Behn von Portugal Products (von links) berät Silke Lippert, Martina Meldau und Inna Daugh.
 
Ab 18 Uhr wird es bei der Edeka Cramer Weinmesse im Stadthaus richtig voll.

Bei der Edeka Cramer Weinmesse im Stadthaus präsentieren Winzer und Importeure an ihren Ständen eine vielfältige Produktpalette mit vielen Besonderheiten an

BURGDORF (fh). Ihre Runde beginnen Heike Schlenz und Stefan Wöhlken am Stand des Weinguts Schloss Ortenburg , wo sie auch gleich auf den Geschmack kommen. "Der Pinot Noir ist schon sehr lecker", schwärmt Wöhlken. Als die beiden kurz nach 17 Uhr im Stadthaus ankommen, kann sich Sommelier Ralf Kreuzpeintner noch viel Zeit für die Beratung nehmen. Denn die Edeka Cramer Weinmesse hat in diesem Jahr schon um 16 Uhr ihre Türen geöffnet - der große Besucheransturm begann dann gegen 18 Uhr mit dem Eintreffen der Bus-Shuttles aus Lehrte und Burgwedel. "Die ersten zwei Stunden sollten vor allem den Weinkennern zugute kommen, die sich intensiv in ruhiger Atmosphäre beraten lassen wollen", sagte Marc Wiedenroth von Edeka Cramer.
Schlenz und Wöhlken hatten zum Auftakt ihres Besuchs gleich eine der Neuheiten erwischt. Denn das Weingut Schloss Ortenburg aus Baden war zum ersten Mal auf der Messe im Stadthaus vertreten. "Unsere Produkte sind erst seit kurzem im Sortiment von Edeka Cramer", sagt Kreuzpeintner. Zielgruppe des Weinguts seien sonst vor allem Fachhandel und Gastronomie. "Wir wollen unsere Produkte eher exklusiv halten. Sie sollen nicht überall zu haben sein", so der Sommelier. Warum also gerade die Zusammenarbeit mit Edeka Cramer? "Man merkt sofort, dass da echte Wein-Freaks am Werk sind. Entsprechend liebevoll gestalten sie das Sortiment", lobt Kreuzpeintner. Das spiegele sich auch auf der Messe am Stadthaus wider. "Es gibt hier viele Besonderheiten, die man nicht an jeder Ecke bekommt", betont Kreuzpeintner.
Das trifft auch auf die Auswahl von Portugal Products zu. Das kleine Familienunternehmen aus Rümmel bei Wolfsburg war ebenfalls zum ersten Mal bei der Edeka-Weinmesse vertreten. Angefangen hat alles 2014: Damals war Wilhelm Behn 15 Jahre alt und absolvierte ein zweiwöchiges Schulpraktikum auf einem Hof im Norden Portugals. Der Funke sprang sofort über und zurück in Deutschland meldete er nur wenige Monate später mit Unterstützung seiner Familie ein eigenes Unternehmen an. Heute spricht der 21-Jährige gut Portugiesisch und importiert Weine von zwölf Gütern aus acht Regionen des Landes. "Inzwischen sind wir alle von der Idee infiziert. Oma schmeißt unseren kleinen Laden vor Ort, Opa liefert den Wein aus und ich stelle unsere Produkte hier auf der Messe vor", sagt Wilhelms Mutter Anja Behn mit einem Schmunzeln.
Solche Messen seien für das Familienunternehmen eine wichtige Präsentationsfläche. "Portugiesische Weine sind nicht sehr bekannt. Kaum jemand kommt in ein Geschäft und fragt gezielt danach", sagt sie. Auf der Messe seien viele Besucher hingegen auf der Suche nach neuen Entdeckungen. So auch Silke Lippert, Martina Meldau und Inna Daugh, die am Stand von Portugal Products unter anderem einen Prosecco probierten und den Moscatel de Sebutal, einen edelsüßen Wein mit 17,5 Prozent Alkohol. "Er wird im Eichenfass ausgebaut und die Gärung wird mit Brandy gestoppt. Dadurch bekommt er eine leichte Honignote", beschreibt Anja Behn.
Mit zu den ersten Besuchern an diesem Nachmittag gehörten Nora und Willi Vorlop sowie Heike und Werner Schmidt. "Wir waren um Punkt 16 Uhr hier und wir bleiben bis zum Schluss versicherte Willi Vorlop. Sie seien Stammgästen bei der Edeka-Weinmesse. "Als waschechten Otzern hat es uns noch etwas besser gefallen, als sie noch in Lahmanns Wellblech-Palast stattfand. Da war das noch etwas uriger", so Vorlop. Doch den Wein lassen die vier sich auch im Stadthaus schmecken. "Wir haben schon einen sehr leckeren Weißwein und einen guten Rosé am Stand des Feinkost- und Weinhändlers Supiello entdeckt", verrät seine Frau Nora.