Wunsch nach Frieden

Der IKU-Chor singt bei der Gedenkveranstaltung in der KulturWerkStadt unter anderem "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg. (Foto: Helmut Steinseifer)

Schüler der Rudolf-Bembenneck-Gesmtschule und der IKU-Chor beteiligen sich erstmals am Gedenken zum Volkstrauertag

BURGDORF (hst). Seit längerem versucht der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, junge Menschen in das Gedenken am Volkstrauertag einzubinden und diese Tradition an die nächste Generation weiterzugeben. Diesem Ziel sind die Beteiligten in Burgdorf jetzt ein großes Stück näher gekommen: Zum ersten Mal haben sich Schüler der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule mit Wortbeiträgen beteiligt. Und auch der interkulturelle IKU-Chor mit Schülern von Gymnasium, Gesamt- und Realschule war mit dabei. Er eröffnete die Gedenkveranstaltung in der vollbesetzten KulturWerkStadt mit thematisch passenden Stücken wie „Imagine“ von John Lennon und „Wozu sind Kriege da?“ von Udo Linderg.
Die Schulleiterin der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, Saskia van Waveren-Matschke, hatte mit Schülern Wortbeiträge vorbereitet, unter anderem zu den Themen "Aktuelle Krisengebiete und Länder aus denen unsere Schülerinnen und Schüler kommen", "Flüchtlingslager in Burgdorf früher und heute", "Zeitzeugeninterviews und was wir daraus gelernt haben" sowie "Wünsche für die Zukunft" vorbereitet.
Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn begrüßte die Anwesenden und begann seinen Vortrag mit einem Zitat von Heinrich Heine: Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte. "Das gilt für Menschen, die das Glück hatten, nach einem satten Leben, alt, quasi vom Leben müde, zu sterben. Heute gedenken wir aber jener, die nicht alt starben, die ihr Leben noch nicht gelebt hatten. Wir gedenken der Menschen die im Krieg starben, die Opfer des Kriegs wurden. Ein vermeidbarer Tod", so Pollehn. Auch Burgdorf habe Väter, Mütter und Kinder zu beklagen gehabt, die im Krieg gefallen oder beim Bombenangriff am 24. und 25. Februar 1945 getötet wurden, rief er in Erinnerung. Außerdem erinnerte er an die Opfer des Ersten Weltkriegs zwischen 1914 und 1919.
Im Anschluss machte sich die Zuhörerschaft auf den Weg zum Ehrenmal im Burgdorfer Stadtpark. Nach dem Aufmarsch der Delegationen, Freiwillige Feuerwehr Burgdorf, Burgdorfer Schützengesellschaft, Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Burgdorf/Hänigsen verlas Armin Pollehn dort das offizielle Totengedenken. Darin wird nicht nur an die Soldaten erinnert, die in den Weltkriegen ums Leben kamen, sondern auch an diejenigen, "die verfolgt oder getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugeordnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde". Und auch der Opfer gegenwärtiger Bürgerkriege sowie von Hass und Hetze wird gedacht.
Nach der Kranzniederlegung durch die Freiwillige Feuerwehr Burgdorf spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Burgdorf/Hänigsen „Ich hatte einen Kameraden“.