Woche der Diakonie startet

Die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention in Burgdorf, v.l. Dagmar Verbeke, Astrid Grube-Thielke und Kirsten Gesemann. (Foto: Dana Noll)

Berichte und Interviews statt Veranstaltungen

BURGDORF (dno). Die Woche der Diakonie ist jedes Jahr aufs Neue eine gute Gelegenheit diakonische Angebote kennenzulernen, so auch im Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie sind Vorträge oder Tage der offenen Tür nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Die diesjährige Woche der Diakonie in Niedersachsen vom 6. bis 13. September 2020 unter dem Thema „MITREDEN“ findet daher im Kirchenkreis Burgdorf medial statt - in der Berichterstattung der örtlichen Medien, auf der Kirchenkreiswebsite oder in kurzen Videointerviews auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises.
So können Interessierte die Angebote der Kirchengemeinden - von den Burgdorfer Paulus Perlen über das gelbe Haus in Hänigsen bis zum Besuchsdienst in Haimar/Rethmar – kennenlernen. Auch der Diakonieverband Hannover-Land zu denen beispielsweise die Schuldnerberatung, die Suchtberatung, die Tageswohnung oder die Jugendwerkstatt zählen, gewähren Einblicke.
In der Fachstelle Sucht und Suchtprävention wird sowohl beraten als auch behandelt. Die ambulante Behandlung vor Ort findet im Rahmen von Einzel- und Gruppengesprächen statt, auch Paar- und Familiengespräche sind möglich. Dabei geht es hauptsächlich um Probleme mit Alkohol, Cannabis, Medikamenten, Life-Style Drogen oder Glücksspiel. Die Beratungsangebote sind kostenfrei und vertraulich.
„Viele bevorzugen eine ambulante Behandlung, sie scheint ein wenig anonymer, da man seinem Beruf weiter nachgehen kann, in Wohnortnähe ist und auch innerhalb der Familie bleiben kann“, erklärt Astrid Grube-Thielker. Sie leitet die Fachstelle und wird dabei von Kirsten Gesemann und Dagmar Verbeke unterstützt. Alle sind erfahrene Sozial- und Suchttherapeutinnen, die sich als Ansprechpartnerinnen sowohl für abhängigkeitsgefährdete, als auch erkrankte Menschen und deren Angehörige verstehen.
Corona hat die Arbeit hier verändert. Nicht nur die Arbeitsbedingungen für das Team sondern auch den Kontakt zu den Klienten. Hygienekonzept, Plexiglasscheiben, Abstandsregelung, Mundschutz und Desinfektionen stehen auf der Tagesordnung. Einen größeren Zulauf aufgrund der Pandemie, wird nicht verzeichnet. Noch nicht. Denn viele Folgen treten erst zeitversetzt auf.
Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und auch interne Umstrukturierungen ist seit gut einem Jahr das Interesse an der Fachstelle gestiegen. „Es ist etwas in Bewegung gekommen“, berichten die Therapeutinnen.
Die Suchtproblematik zieht sich durch alle Alters- und Sozialstrukturen. Das Risiko steigt, wenn in der Familie bereits Suchtprobleme vorhanden sind. Alkohol stellt immer noch das größte Suchtproblem dar. Hier ist besonders die Zielgruppe von 35 bis etwa 65 Jahre betroffen. Cannabis oder Partydrogen können dagegen eher für jüngere Menschen ein Problem werden. Therapie-Abbrecher sind eher die Ausnahme, auch rückfällig werden nur wenige.
Weitere Informationen, Texte, Videos und Links zu den Themen der Woche der Diakonie unter https://www.kirchenkreis-burgdorf.de.