Wird nach Heinrich Schuster der neue Kreisel benannt?

Historischer Rundgang“ war für Frank und Pfeiffenbring eine gelungene Premiere

BURGDORF (gb). Nicht nur alte Gebäude und Plätze zeugen von der bewegten Geschichte Burgdorfs, sondern auch längst verstorbene Persönlichkeiten, wie Heinrich Schuster (1858-1931) oder Philipp Spitta (1801-1859), haben durch ihr verdienstvolles bürgerschaftliches Engagement bzw. nachhaltiges Wirken erhebliche historische Spuren in der Stadt hinterlassen. Auf diese und andere überlieferte Spuren begab sich der „Stadtgeschichtliche Rundgang“ des Stadtmarketingvereins Burgdorf (SMB), der am vergangenen Sonntag mit den neuen Führern Dieter Frank und Peter Pfeiffenbring sowie 18 Interessierten am Burgdorfer Schloss seinen Anfang nahm.
Zu den geschichtsträchtigen Bauwerken, die Dieter Frank und Peter Pfeiffenbring ihrer Besuchergruppe während des etwa zweistündigen Rundganges vorstellten, gehörten unter anderem die St.-Pankratiuskirche, das Rathaus I an der Marktstraße, das Schloss und das „Pfarrwitwenhaus“.
Ihr Weg führte auch auf den 1583 entstandenen Magdalenenfriedhof, der heute längsseits im geräuschvollen Schatten der „Hochbrücke“ liegt. Unweit der gleichnamigen Kapelle, die dem VVV-Kulturverein Scena derzeit als schön-schlichter Ort für eindrucksvolle Kunstausstellungen dient, hat Heinrich Schuster seine letzte Ruhestätte gefunden. Ein polierter schwarzer Obelisk erinnert an einen Mann, der ungewöhnliche lange Bürgermeister dieser Stadt war - 37 Jahre! Bis heute ist es seinen zahlreichen Nachfolgern nicht gelungen, nach Heinrich Schuster eine Straße oder einen Platz zu benennen. Da trifft es sich ja gut, dass fast in Sichtweite von seinem Grab aus der neue Kreisverkehrsplatz am Fuße der „Hochbrücke“ entsteht, der dann vielleicht seinen Namen („Schuster-Kreisel“) tragen könnte. So jedenfalls brodelt es in der Burgdorfer Gerüchteküche.
Im Gegensatz zu Schuster ist der lutherische Theologe und Dichter Phillipp Spitta allgegenwärtig. Nach Spitta, der 1859 als Superintendent nach Burgdorf kam, ist der der St.-Pankratiuskirche vorgelagerte Stadtplatz mit dem „Wickenthies-Brunnen“ in der Mitte benannt. Und auch ein Spittadenkmal steht vor der heutigen Superintendentur, dass für Frank und Pfeiffenbring auch die letzte Station ihres stadtgeschichtlichen Premierenrundganges als Stadtführer war.
Firmen, Gruppen und Vereine können bei SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich eine stadtgeschichtliche Sonderführung unter der Rufnummer: (05136) 1862 buchen.

BU: Der „Stadtgeschichtliche Rundgang“ zu den historischen Winkeln und Plätze Burgdorfs führte die Gruppe auch auf den Magdalenenfriedhof, wo Dieter Frank und Peter Pfeiffenbring am schwarzen Grabobelisken von Heinrich Schuster von dessen (fast vergessener) Zeit als Burgdorfer Bürgermeister berichteten. Foto: Georg Bosse