Wird gut gemeintes Bildungs- und Teilhabepaket zur Makulatur?

SPD-Bundespolitikerin Caren Mark (Mi; Wedemark) beim Arbeitsbesuch mit dem Leiter der Agentur für Arbeit Burgdorf, Klaus Schwarzbach und Irmtraut Paulo (JobCenter), mit Burgdorfs stellvertretender Bürgermeisterin Christa Weilert-Penk sowie Corinna Feltz von Einem, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Celle. (Foto: Georg Bosse)

Noch bis zum 30. Juni können Leistungen rückwirkend beantragt werden

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Die Komplexität des Verfahrens verhindere die Antragstellung auf Leistungen aus dem so genannten Bildungs- und Teilhabepaket, die Kindern und Jugendlichen aus Familien mit Arbeitslosengeld II-, Sozialgeld-, Sozialhilfe-, Kinderzuschlags- und Wohngeldbezug zustehen. Zu diesem Ergebnis kam die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks (Wedemark), die im JobCenter Burgdorf bzw. in der Agentur für Arbeit am Wundramweg zu Besuch war.
Die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket können noch bis 30. Juni rückwirkend zum 1. Januar 2011 beantragt werden. Dazu gehören „Leistungen für Schülerbeförderung“, „Leistungen für soziale und kulturelle Teilhabe“ (Sport, Spiel & Kultur) sowie Lernförderungen für versetzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler. Obwohl bedürftige Familien für ihre leistungsberechtigten Kinder und Jugendlichen bis zu 960 Euro jährlich erhalten könnten, lägen dem JobCenter bis heute nur verhältnismäßig wenige Förderbeantragungen vor, so dessen Leiterin Irmtraut Paulo, zuständig für die Bereiche Burgdorf, Burgwedel und Lehrte.
Die Zahlen im Einzelnen: 129 Anträge aus Burgdorf und Uetze bei annähernd 1.000 anspruchsberechtigten Bedarfsgemeinschaften, 109 Anträge aus Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark bei rund 840 Leistungsberechtigten und 189 Anträge aus Lehrte und Sehnde bei etwa 1.800 Leistungsberechtigten. „Der Vorgang der Antragstellung mit zwei Formularen ist wirklich sehr schwierig“, gab Paulo zu. Sie habe aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, infrage kommende JobCenter-Kunden daraufhin nachdrücklich anzusprechen. „Das komplizierte Beantragungsverfahren macht die Menschen noch mehr zu Bittstellern. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist so sicherlich kein Selbstläufer, aber es darf auch nicht zur Makulatur werden“, meint Caren Marks.