"Wir bekommen viel Zuspruch"

Gemeinsam haben die Brüder Georgios (von links) und Christos Triantis den Brand mit Feuerlöschern und Gartenschlauch von außen bekämpft, bis die Feuerwehr eintraf. Nun wollen sie alles dafür tun, das Restaurant "Parthenon" bald wieder öffnen zu können.
 
Das Schlafzimmer in der Wohnung über dem Restaurant ist völlig ausgebrannt. Dort ist das Feuer entstanden.

Nach dem Brand über dem griechischen Restaurant "Parthenon" bedankt sich Familie Triantis für die Hilfsbereitschaft

BURGDORF (fh). Als Geschäftsführer Christos Triantis im Restaurant nach dem Rechten sieht, kommt eine Burgdorferin vorbei und überreicht ihm ein Paket mit Kuchen. "Als Seelentröster", sagt sie und umarmt ihn fest. Seit die Wohnung über dem griechischen Restaurant "Parthenon" Anfang der vergangenen Woche ausgebrannt ist, erfahre er viel Unterstützung und Zuspruch von Stammgästen, Geschäftsleuten und Bürgern. Sein Bruder Georgios pflichtet bei: "Wenn ich die Straße entlang gehe, werde ich von vielen angesprochen und gefragt, ob wir irgendetwas brauchen."
Spenden-Aufrufe, wie sie beispielsweise auf Facebook vorgeschlagen wurden, wehrt die Familie aber ab. "Es ist eine tolle, großzügige Geste. Wir wissen das zu schätzen", sagt Christos Triantis. Doch auf finanzielle Hilfe oder Sachspenden seien sie nicht angewiesen. "Wir sind ja nicht mittellos", betont er. Und macht zugleich einen anderen Vorschlag: "Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen. Wer uns etwas Gutes tun will, kann zum Essen in unser Restaurant kommen, sobald wir wieder eröffnen."
In der Wohnung über dem Restaurant hat Inhaber Sotirios Triantis mit seiner Frau gelebt; allzu viel Hausrat hätten sie dort aber nicht gehabt. "Finanziell ist der Verlust der Einrichtung verschmerzbar", sagt Christos Triantis. Schlimm sei vor allem, dass viele Erinnerungsstücke zerstört worden seien. Und dann fügt er fast im gleichen Atemzug hinzu: "Aber das Wichtigste ist: Wir sind noch am Leben."
Vorübergehend sind seine Eltern jetzt bei ihm untergekommen, aber der Vermieter, von dem sie das Haus an der Kreuzung Vor dem Celler Tor/Marktstraße angemietet haben, habe bereits zugesagt, ihnen für die Zeit der Sanierung eine Ersatzwohnung zur Verfügung zu stellen. Der ersten Prognose zufolge könnten sie dann in etwa drei bis vier Monaten wieder in ihre angestammte Wohnung zurückkehren.
Beim Restaurant werde es deutlich schneller gehen, hofft die Familie. Denn das Erdgeschoss ist bei dem Brand weitgehend verschont geblieben. Dort sind hauptsächlich Schäden durch das Löschwasser entstanden, die die Handwerksbetriebe von dieser Woche an beheben wollen. Christos Triantis hat erst einmal alle Reservierungen bis Ende Juni storniert. "Wir werden natürlich so schnell es geht, wieder aufmachen. Wann das genau sein wird, können wir aber leider noch nicht abschätzen", bittet er um Verständnis.
Den Brand hat nach Erkenntnissen der Polizei der siebenjährige Sohn seines Bruders verursacht. "Wir waren an dem Nachmittag zu Besuch gekommen und mein Sohn ist gleich nach oben gelaufen, um seine Großeltern zu besuchen", erläutert Georgios. Er selbst sei hingegen ins Restaurant gegangen, um etwas mit seinem Bruder zu besprechen. Dort waren zu dem Zeitpunkt auch seine Eltern, der Inhaber Sotirios Triantis und seine Frau, sodass der Junge in der Wohnung kurz allein gewesen sei. "Schon nach wenigen Minuten ist er wieder zu uns herunter gekommen", erinnert sich Georgios. Doch in der Zwischenzeit habe er im Schlafzimmer wohl eine Kerze angezündet und diese versehentlich umgestoßen.
Die Tragweite seines Missgeschicks habe er nicht erkannt und den Erwachsenen nichts davon erzählt. Und so breitete sich das Feuer unbemerkt in der Wohnung aus, während die Familie unten saß. In der Wohnung habe sich zu dieser Zeit niemand aufgehalten. "Ich habe dann die Rauchmelder gehört und fast zeitgleich machten mich Passanten auf das Feuer aufmerksam", so Georgios.
Sofort sei er zusammen mit seinem Bruder nach oben gelaufen. "Aber der Rauch war schon so dicht, dass wir nichts mehr tun konnten. Deshalb sind wir sofort wieder umgekehrt", schildert Christos. Gemeinsam hätten sie Tische und Stühle vor dem Restaurant gestapelt und seien darauf geklettert, um den Brand von außen, so gut es eben ging, mit Feuerlöschern und später auch mit einem Gartenschlauch zu bekämpfen. "Erst als die Feuerwehr eingetroffen ist, haben wir damit aufgehört", betont der Parthenon-Geschäftsführer.
Die beiden Brüder seien daraufhin mit leichten Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Auch ihre Mutter sei aufgrund von Herzrasen in die Klinik gebracht worden. Alle drei sind aber wieder wohl auf. Und nach dem ersten Schreck schauen sie schon wieder nach vorne. "Das wird schon. Von jetzt an geht es wieder bergauf", versichert Christos Triantis der Burgdorferin, die Kuchen vorbeibringt, und macht sich damit vielleicht auch selbst ein bisschen Mut.