Wie viele Häuser entstehen am Hornweg?

Bisher ist der Hornweg in Schillerslage nur auf der Westseite bebaut. Bald sollen auch auf der Ostseite Häuser entstehen.
 
Auf der landwirtschaftlichen Fläche östlich des Hornwegs plant die Stadt ein Baugebiet.

Vorentwurf für Bebauungsplan wird öffentlich ausgelegt / Diskussion über Grundstücksaufteilung

Schillerslage (fh). Die Stadtverwaltung macht beim geplanten Baugebiet am Hornweg jetzt Tempo. Sie hat einen Vorentwurf für den Bebauungsplan erarbeitet, der demnächst öffentlich ausgelegt werden soll. Der Verwaltungsausschuss hat dafür kürzlich grünes Licht gegeben. Allerdings forderten mehrere Fraktionen, die Grundstücksaufteilung noch einmal zu diskutieren und zu überprüfen.
Schon im Bauausschuss hatten die Politiker eine Woche zuvor erhebliche Zweifel an dem Konzept der Verwaltung geäußert. Doch sie kamen der Bitte von Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann nach, der öffentlichen Auslegung trotzdem zuzustimmen. "Die Zeit läuft uns sonst davon", warnte er. Denn die Stadt wolle den Bebauungsplan im sogenannten beschleunigten Verfahren aufstellen, weil der Aufwand dabei deutlich geringer sei und es deshalb auch weniger Personal binde. Das sei rechtlich nur möglich, wenn der Bebauungsplan bis Ende 2021 beschlossen werde. "Bedenken Sie, dass wir gerade über einen Vorentwurf sprechen. Die genaue Aufteilung können wir in einem späteren Stadium noch anpassen", argumentierte Brinkmann.
Am Hornweg will die Stadt keine große Neubausiedlung schaffen, sondern die Bebauung gewissermaßen vervollständigen. Denn bisher ist die Straße nur an der Westseite bebaut. Auf der Ostseite grenzt sie hingegen an Ackerland. Nun sollen dort auf einer 0,8 Hektar großen Fläche Einfamilienhäuser entstehen, sodass der Hornweg dann beidseitig bebaut ist.
Für die Aufteilung hat die Stadt fünf Varianten entwickelt. Sie favorisiert ein Konzept mit sechs Grundstücken. Fünf davon sollen so langgezogen sein, dass jeweils zwei Häuser hintereinander gesetzt werden könnten. Insgesamt wären also bis zu elf Bauplätze möglich. Allerdings könnte pro Grundstück nur eine gemeinsame Zufahrt vom Hornweg aus angelegt werden. Zielgruppe seien deshalb beispielsweise Eltern und ihre erwachsenen Kinder, die gemeinsam bauen wollen. Andere Arten von Bauherrengemeinschaften seien ebenfalls denkbar. Wenn Eigentümer ihr Grundstück hingegen formal teilen wollen, müssten sie sich selbst um die juristischen Voraussetzungen kümmern.
Genau das stieß bei vielen Kommunalpolitikern auf Skepsis. "Wir haben die Sorge, dass die großen und damit teuren Grundstücke sowie die rechtlichen Hürden junge Familien mit mittleren Einkommen abschrecken könnten", wandte Volkhardt Kaever von der WGS ein. Also gerade diejenigen, die man eigentlich erreichen wolle. Damit griff er ein Argument auf, dass auch seine Parteikollegen aus dem Ortsrat Schillerslage in einem Antrag formulieren. Sie plädieren deshalb dafür, dass die Stadt die großen Grundstücke aufteilen und separat vermarkten solle. Das will die Verwaltung wegen des höheren Erschließungsaufwandes eigentlich vermeiden.
Simone Heller von Bündnis 90 / Die Grünen warb indes dafür, die vorhandene Fläche nicht komplett als Bauland auszuschöpfen. "Ursprünglich war immer die Rede davon, die Bebauung am Hornweg zu spiegeln", rief sie in Erinnerung. Da es auf der Westseite keine Hinterbebauung gebe, solle die Stadt auch auf der Ostseite darauf verzichten und die Grundstücke kleiner anlegen. Dafür könne sie dann im hinteren Bereich Grünflächen schaffen, die gegebenenfalls sogar als Ausgleichsmaßnahmen für andere Baugebiete dienen könnten.