Wie man (frau!) den Sonntagseinkauf im Schnee in Burgdorf doch noch zum Erlebnis macht!

Verbeugung vor den Zuschauern, die unter dem Dach-Unterstand auch im Schneeregen ausharrten: Paige Ernst bei einer der Feuershows des Kinderzirkus "Kritzpritzknorkelmuckeldü" aus dem Burgdorfer "Johnny B.". (Foto: Walter Klinger)
 
War die kleinsten Besucher das schönste Erlebnis: Die Fahrten mit der Kindereisebahn durch die Schneelandschaft vor der MARKTSPIEGEL-Geschäftsstelle in der Marktstraße/Ecke Poststraße waren das größte erlebnis für die kleinsten Besucher. (Foto: Walter Klinger)

Foto-Impressionen und Bericht vom unterkühlt-verschneiten "Burgdorfer Sonntag" mit dem "Auto-Frühling Burgdorf"

BURGDORF. Dramatisierende Wetternachrichten wie aus Alaska (selbst der einladende Burgdorf-Radiospot wurde komplett durch die warnenden Winter-Verkehrsmeldungen neutralisiert), zwei Grad minus, durch alle sechs Stunden schräg einfallender, dichter, nerviger Schneegrieselregen. Hätte jemand am "Burgdorfer Sonntag" mit "Burgdorfer Auto-Frühling" die Wette unserer Redaktion angenommen, dass überhaupt jemand den Fuß vor die Tür setzen würde, es hätte Traumquoten gegeben. Denn im Vertrauen auf die Attraktivität Burgdorfer Familien-Einkaufssonntage und die Erlebnisangebote von Stadtmarketing (SMB) und des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins (VVV) kamen sie trotz aller Widrigkeiten doch, mehrere Tausend Burgdorfer Kunden, welche den Familieneinkaufs-Sonntag unter dem Strich (auch an den Kassen) doch noch zu einem angesichts der Umstände unerwarteten Erfolg machten.
"Mit so viel Besuchern hätte ich bei diesem Wetter nicht gerechnet", bekannte Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerhard Bleich, der mit seinen Helfern erstmals in der Verantwortung für die Organisation auch des kompletten verkaufsoffenen Sonntages stand. "Angesichts der widrigen Umstände ging das voll in Ordnung", freute sich auch Martin Polch (Schuh- und Sport-Polch) von der SMB-Projektgruppe für Einkaufssonntage über die erreichte Kundenresonanz: "Dass aber Winterschnäppchen mehr Interesse fanden, sich noch so recht keiner für Sandaletten und Träger-T-Shirts begeistern konnte, war bei dem Wetter verständlich".
Sogar "bombig" befanden Anbieter von Waren, die problemlos in die Manteltasche oder unter denselben passten (wie Parfümerieartikel oder Taschenbücher) den Umsatz. Im Textileinzelhandel gingen besonders Einzelteile, größere Einkaufstaschen mit kompletten Frühjahrsoutfits wollte kaum jemand durch das Schneetreiben tragen - was sich mit dem demnächst besserem Wetter ändern dürfte, schon die knapp zwei Stunden Sonne am Montag gaben einen kleinen Vorgeschmack auf das Nachgeschäft.
Dieses fand auch in den Burgdorfer Autohäusern statt, wo noch am Montag mehrere Autos verkauft wurden - die Beratungsgespräche im Schneetreiben am "Auto-Frühling"-Sonntag waren noch mit wind- und wetterbedingt recht verniffenen Mienen erfolgt.
Gepunktet bei den Besuchern hat am Schneesonntag aber auch die Verlässlichkeit der Burgdorfer Veranstaltungsmacher: Neben allen 35 beteiligten Geschäften öffneten auch die Aktionsinseln des Stadtmarketings, die Automeile der Autohäuser, die Mitmachaktionen der Stadtsparkasse und die Kindereisenbahn des MARKTSPIEGELS pünktlich. Stadtmuseum und KulturWerkStadt verzeichneten Rekordbesuch.
Lediglich der Flohmarkt in der Neuen Torstraße (als Brückenfunktion zwischen Marktstraße und Hannoverscher Neustadt gedacht) musste wegen des Schneefalls abgesagt werden, die Kinderzirkus-Kinder des "JohnnyB." mussten wegen Verletzungsgefahr nach Hause geschickt werden - die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aber machten weiter. Und auch die Gastronomiestände öffneten und belebten mit ihren Ständen das Straßenbild, obwohl es in sie so hereinregnete, dass trotz Glühwein kaum Umsatz zu erwarten war.
Viele aktiv Mitwirkende haben den Dank der Besucher bereits persönlich erfahren, wir statten den Durchgefrorenen (insbesondere auch den 15 SMB-Lotsen an den Parkplätzen um die City) unseren Respekt mit diesmal etwas mehr Fotos als sonst bei einem verkaufsoffenen Sonntag ab.
Und freuen uns, dazu gehören zu können. Zu der Gemeinschaft in Burgdorf nämlich, die auch einen schrecklich winterkalten und verschneiten Einkaufssonntag noch zu einem Erfolg werden lässt . . .