Wie liest ein Jude das Neue Testament?

Wann? 18.03.2010 20:00 Uhr

Wo? Paulusgemeinde, Berliner Ring 17, 31303 Burgdorf DEauf Karte anzeigen
Der Religionswissenschaftler Dr. Youval Lapide referiert über das Thema: „Wie liest ein Jude das Neue Testament?“. Foto: Arbeitskreis Gedenkweg 9. November (Foto: Arbeitskreis Gedenkweg 9. November)
Burgdorf: Paulusgemeinde |

Arbeitskreis Gedenkweg 9. November lädt zum Vortrag ein

BURGDORF (r/jk). Zu einem interessanten Vortragsabend lädt der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November ein, in dem alle Kirchengemeinden der Stadt und der Kulturverein Scena zusammenwirken. Der Religionswissenschaftler Dr. Youval Lapide referiert am Donnerstag, 18. März, ab 20.00 Uhr im Kirchenzentrum der Paulusgemeinde über die jüdischen Spuren im Neuen Testament.
Sein Thema lautet: „Wie liest ein Jude das Neue Testament? Rabbinische Gedanken zu grundlegenden hebräischen Begriffen und Glaubensaussagen im Zweiten Testament“.
Der in Israel geborene Religionswissenschaftler ist ein Sohn der bekannten Religionsgelehrten Pinchas und Ruth Lapide. Er wird der spannenden Frage nachgehen, was im Neuen Testament jüdisch und was christlich ist. Die Beschäftigung mit dem Neuen Testament fordert Christinnen und Christen heraus, sich mit dem jüdischen Hintergrund des zweiten Teils der Bibel vertraut zu machen.
Es sind nicht nur die immer wiederkehrenden zentralen theologischen Begriffe, wie Halleluja, Hosianna, Amen, Himmelreich bzw. Reich Gottes, Gnade, Barmherzigkeit und Vater Unser, die dem hebräischen Denken Jesu von Nazareth entspringen. Letztlich sind alle Begebenheiten seines Lebens: seine Geburt, seine Beschneidung, seine Auslösung im Tempel, seine Konfirmation (Bar-Mitzwa), seine Unterweisung durch die Rabbiner im Tempel, seine Predigten in den Synagogen, seine Gleichnisreden und die Geschehnisse vor seinem Tod, von seinem „Jude sein“ her zu verstehen. Im Vortrag soll die zugrunde liegende hochinteressante jüdische Glaubenswelt des Neuen Testamentes aufgezeigt werden.
Dr. Lapide: „Ich glaube, dass es der Gesalbte war, der die ehemaligen Heiden zum Christentum führte. Ohne Jesus von Nazareth wäre kein Christentum entstanden. Als Jude akzeptiere ich das Neue Testament, den Evangelientext, da ich berufen bin, die Hand zu reichen und eine Brücke zu den Christen zu schlagen.“ Sein Vater Pinchas Lapide pflegte immer zu sagen: „Sie als Christen warten auf die Wiederankunft, wir als Juden warten auf die Urankunft, darum trinken wir eine Tasse Tee miteinander!“
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird es die Chance zu einer Kollekte geben.