Wie das Fahrrad den Motor bekam und ein Motorrad werden wollte

Die Geschichte des motorisierten Fahrrades wird ab dem 20. Oktober in der KulturWerkStadt anschaulich dargestellt. (Foto: VVV)

Fahrrad-Ausstellung wird in der KulturWerkStadt eröffnet

BURGDORF (r/jk). Vom 20. Oktober bis zum 2. Dezember 2012 präsentieren der VVV und die Stadt Burgdorf die Ausstellung „Vom Hühnerschreck zum Schluchtenflitzer – wie das Fahrrad den Motor bekam und ein echtes Motorrad werden wollte“ in der KulturWerkStadt. Die Exponate kommen überwiegend aus dem Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau. Mit einer namhaften Unterstützung ermöglicht die Stiftung Hannoversche Volksbank die einzigartige Schau. Die KulturWerkStadt öffnet sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr.
Die Geschichte des motorisierten Fahrrades begann in den 1880er Jahren und erreichte in der Entwicklung des Mopeds zu den Zeiten des Wirtschaftswunders ihren Höhepunkt. Nennenswerte Stückzahlen und interessante Konstruktionen gab es vor allem nach dem 1. und 2. Weltkrieg. Faszinierend daran ist, dass die Motoren an den verschiedensten Positionen zum Einsatz kamen. Die Konstrukteure nutzten Zwei-und Viertaktermotoren mit Selbstzündern, eingebaut in der Rahmenmitte, im Vorder- und Hinterrad, vor dem Lenker, unter dem Tretlager, und vieles mehr. Die skurrilste Variante war das „dritte Rad“, ein englischer Schieberadmotor. Als Problem erwies sich immer wieder, dass sie zu stark für die Fahrräder waren. Gabel- und Rahmenbrüche gab es dadurch ständig.
1952 entwickelten Hersteller wie NSU und Zündapp eine neue Fahrzeugart: das Moped, ein Kunstwort aus Motor und Pedale. Mit dem wachsenden Wohlstand der Menschen verdrängte das Auto allerdings die motorisierten Fahrräder.
Die Ausstellung zeigt über 30 Fahrzeuge: u.a. „The Wall Auto-Wheel“, ein Motorschieberad aus dem Jahr 1913, „Skootamota“, einen der ersten Motorroller der Welt aus dem Jahr 1925, „ÖWA Motorette“ aus dem Jahr 1915, „Express“ 74er Sachs Motorfahrrad (1932), frühes Elektromofa aus den 1940er Jahren (vermutlich Frankreich), Rabeneick „Cyclemaster“, ein verstärktes Fahrrad mit Radnabenmotor (ca. 1952), NSU „Quickly“, Deutschlands meistgebautes Moped (ca. 1958). Dazu kommen Reklame und Zubehör.
Den Rückblick auf die Geschichte des motorisierten Fahrrades eröffnet am Sonnabend, 20. Oktober, um 11.00 Uhr Eckhard Paga, Filialdirektor der Hannoverschen Volksbank. Fahrrad-Experte Walter Euhus lädt anschließend zu einem Rundgang ein.
Vereine und Gruppen können auch wochentags Führungen buchen. Ansprechpartner ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich, Telefon 05136/1862.