Wer wird Ortsbürgermeister?

Die gewählten Vertreter in Ramlingen-Ehlershausen streben eine breite Mehrheit an

Ramlingen/Ehlershausen (fh). In Ramlingen-Ehlershausen diskutieren die künftigen Ortsratsmitglieder darüber, wer neuer Ortsbürgermeister oder neue Ortsbürgermeisterin werden soll. Denn keine der Parteien hat eine eindeutige Mehrheit in dem Gremium: Die CDU hat die meisten Stimmen erhalten und im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl 2016 deutlich hinzugewonnen, während sich das Ergebnis der SPD massiv verschlechtert hat. Unterm Strich kommen die beiden Parteien aber jeweils auf zwei Sitze. Grüne und FDP haben jeweils einen Sitz errungen.
Komplettiert wird das siebenköpfige Gremium von dem parteilosen Einzelvertreter Wolfram Nolte, der bei der Wahl mit 664 Stimmten das zweitbeste persönliche Ergebnis erhalten hat. Er könnte damit bei der Wahl des Ortsbürgermeisters oder der Ortsbürgermeisterin zum Zünglein an der Waage werden. „Aber genau das will ich vermeiden. Eine 4:3-Abstimmung wäre kein guter Start in die Arbeit des neuen Ortsrates. Mit ist es wichtig, dass wir mit einer möglichst breiten Mehrheit ein gutes Klima in dem Gremium schaffen, um gemeinsam das Beste für Ramlingen und Ehlershausen zu erreichen“, so Nolte.
Deshalb ist nun auch eine eher ungewöhnliche Variante im Gespräch: Nolte selbst könnte das Amt des Ortsbürgermeisters übernehmen – allerdings nur, wenn es dafür eine breite Unterstützung gebe. „Noch habe ich nicht entschieden, ob ich mich tatsächlich zur Wahl stelle“, betont er. Es gebe eine Reihe von offenen Fragen. „Ich könnte es aus beruflichen Gründen nicht leisten, das Amt ganz klassisch auszufüllen und an jedem Termin in den beiden Dörfern teilzunehmen. Da müssten wir eine andere Lösung finden“, nennt er eine seiner Bedingungen.
Außerdem wolle er auch bei den weiteren Posten eine einvernehmliche Lösung finden. „Mein Vorschlag wäre, dass wir nicht wie bisher nur einen stellvertretenden Ortsbürgermeister wählen, sondern zwei. Dann könnten die beiden stärksten Fraktionen CDU und SPD jeweils eine Person vorschlagen“, so Nolte. Und nicht zuletzt wolle er auch noch mit seiner Familie besprechen, ob er dieses Ehrenamt übernehme.
Die CDU Burgdorf hat auf ihrer Internetseite schon ihre Bereitschaft signalisiert, die Wahl von Nolte zu unterstützen. „Die Veröffentlichung war so nicht abgesprochen und kommt aus meiner Sicht zu früh, weil viele Fragen noch offen sind“, sagt Nolte. Es gebe auch noch andere Optionen, beispielsweise die Wahl der CDU-Spitzenkandidatin Katrin Thies zur Ortsbürgermeisterin und eines SPD-Mitglieds zum Stellvertreter, sofern sich dafür eine breite Mehrheit finde.
Katrin Thies betonte gegenüber dem Marktspiegel: „Wer am Ende den Namen Ortsbürgermeister oder Ortsbürgermeisterin trägt, sollte nicht so entscheidend sein. Wir wollen auf jeden Fall gemeinsam die beste Lösung für Ramlingen und Ehlershausen finden.“ Auch Torsten Carl von der SPD bestätigt die Verhandlungen. „Das sind aber alles noch ungelegte Eier“, sagt er. Bis zur konstituierenden Sitzung am 30. November solle es weitere Gespräche geben.