Weihnachtsmänner luden zum Frauentag ein

Lila Shirts mit Botschaft zum Frauentag, v.l. Hilke Oesterling, Petra Pape und Doris Zander.

Aktionen im Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf rund um den 8. März

BURGDORF (dno). Wie hoch ist der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern? Wie viel mehr Zeit verbringen Frauen täglich mit unbezahlter Sorgearbeit, d.h. Pflege, Kinderbetreuung ect.? Wie hoch ist das Armutsrisiko für Alleinerziehende im Verhältnis zu Familien mit zwei Elternteilen? Wie viel Prozent der Bundestagsabgeordneten sind Frauen? Die Lösung: 22 Prozent Lohnunterschied – täglich 87 Minuten mehr an unbezahlter Arbeit – mehr als 3mal so hoch ist das Armutsrisiko für Alleinerzieher – nur knapp ein Drittel sind Frauen im Bundestag.
Diese Zahlen stammen von einem Straßenquiz, das anlässlich des Weltfrauentages, von der Mädchengruppe im Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf, durchgeführt wurde. Den Weg hierher fanden viele Frauen über eine nette Aktion am Rathaus. Hier standen kleine Schoko-Weihnachtsmänner, die auf die Aktion in der Gartenstraße aufmerksam machten. Etwa 25 Teilnehmerinnen rätselten beim Straßenquiz mit und waren über die Ergebnisse erstaunt.
„Wir haben viel erreicht, aber noch immer nicht all das, was uns eigentlich zusteht“, erklärt die 1. Vorsitzende des Frauen- und Mütterzentrums Burgdorf Doris Zander, „ Auch wenn sich seit 1911 die Rolle der Frau in der Gesellschaft gewandelt hat, gibt es auch heute noch genügend Gründe für diesen Tag, der Kampf für Frauenrechte ist noch lange nicht beendet.“
„An dem Internationalen Frauentag geht es nicht so viel ums Feiern, sondern es ist eher ein Gedenktag“, ergänzt Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape, „Es ist ein wichtiger Tag in der Geschichte der Frauen.“
Auch in Burgdorf gibt es viele aktive Frauen, die in den unterschiedlichsten Lebensbereichen wirken, arbeiten und ehrenamtlich tätig sind. „Es gibt Frauen, die schon lange hier leben, oder erst kürzlich zugezogen sind, Frauen aus unterschiedlichsten Kulturen, aber oft mit den gleichen Schwierigkeiten und Hürden, die es im Leben einer Frau so gibt“ erzählt Doris Zander.
Unter dem Motto „Ohne Feminismus keine Gerechtigkeit“ wurden im Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf auch lila-farbene T-Shirts mit Gendersymbolen bedruckt. Im Frauen-Café gab es nicht nur leckeren Kuchen und heißen Kaffee sondern auch Gespräche zum feministischen Alltags-Aktionismus.
Dazu hat Doris Zander gleich sechs Ideen: “Wichtig ist es, den Mund aufzumachen, wenn jemand sich in irgendeiner Form herablassend verhält, sich nicht klein machen zu lassen, sich solidarisch zeigen, die eigene Meinung vertreten, offen bleiben für andere, auch mal gegenteilige Meinungen akzeptieren und auch bewusst konsumieren. Denn wir entscheiden was wir kaufen und was eben nicht!“