Weihnachtsabo fürs Theater

Am 24. Januar führt das Ensemble des Theaters für Niedersachsen in Burgdorf das Schauspiel "Jugend ohne Gott" auf. (Foto: TfN)

Angebot beinhaltet den Besuch von zwei Aufführungen in der Aula des Gymnasiums

BURGDORF (r/fh). Pünktlich zur Adventszeit bieten der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) und die Stadt Burgdorf wieder ein Weihnachtswahl-Abonnement für das Theater am Berliner Ring als Geschenkidee fürs Fest an. Damit können die Beschenkten in der zweiten Hälfte der Spielzeit 2019/2020 zwei Gastspiele des Theaters für Niedersachsen (TfN) in der Aula des Gymnasiums, Berliner Ring 27, besuchen. Zur Auswahl stehen folgende Theaterstücke: „Jugend ohne Gott“ (Schauspiel, 24. Januar 2020), „Pera Palas“ (Schauspiel, 21. Februar 2020), „Waisen“ (Schauspiel, 24. April 2020), „Ich habe Bryan Adams geschreddert“ (Mittelstandskomödie, 8. Mai 2020) und „Der Kirschgarten“ (Schauspiel am 12. Juni 2020). Die Zweier-Abos gibt es in den Preisklassen 34,90 Euro, 30,90 Euro und 26,90 Euro. Die Aufführungen beginnen jeweils freitags um 20 Uhr. Bereits um 19.30 Uhr sind die Zuschauer zu einer kostenlosen Einführung eingeladen. Das Weihnachtswahl-Abo ist bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon (05136) 1862, erhältlich.

„Jugend ohne Gott“

Schweigen oder aufbegehren? Darum geht es in dem am 24. Januar gezeigten Schauspiel „Jugend ohne Gott“, das auf Ödön von Horváths gleichnamigem Roman beruht: Ein Lehrer muss im Deutschland der 1930er Jahre seine Schüler unter Verleugnung seiner humanistischen Ideale „moralisch zum Krieg“ erziehen. Die Klassenfahrt entwickelt sich zum vormilitärischen Ausbildungslager. Diese Jugendlichen sind ihm fremd, denn sie haben sich offenbar problemlos mit der Kälte und dem Populismus des neuen Systems arrangiert. Dann finden die Schüler die Leiche eines ermordeten Klassenkameraden...

„Pera Palas“

Das berühmte historische Grandhotel „Pera Palas“ in Istanbul steht in dem Schauspiel am 21. Februar 2020 im Mittelpunkt dreier spannender Geschichten, die geschickt miteinander verwoben sind: 1920 reist eine britische Schriftstellerin nach Istanbul und erhält die Einladung einer jungen Türkin, ihren Aufenthalt in einem adligen Harem zu verbringen. 1950 verliebt sich eine junge amerikanische Lehrerin in einen charmanten und leidenschaftlichen türkischen Mann. 1995 kehrt ein türkischer USA-Auswanderer in Begleitung seines amerikanischen Lebensgefährten in seine Heimatstadt Istanbul zurück. Dabei quält ihn ein Dilemma: Werden es die anderen Familienmitglieder akzeptieren, dass er eine Liebesbeziehung zu einem Mann unterhält ?

„Waisen“

Nervenzerreißende Spannung bis zum Schluss verspricht Dennis Kellys Schauspiel „Waisen“ am 24. April. Helen und Danny hatten eigentlich vor, sich einen romantischen Abend machen, als plötzlich Helens Bruder Liam blutüberströmt im Zimmer steht. Er beteuert, dass er einem bei einem Messerangriff verletzten Jungen zu Hilfe eilen wollte. Doch schnell kommen Zweifel auf, ob seine Äußerungen wirklich der Wahrheit entsprechen, da er kein Unschuldslamm und bereits vorbestraft ist.

„Ich habe Bryan Adams geschreddert“

Dialoge, die es in sich haben, böse Wahrheiten und Lachtränengarantie: Diese bietet der Theaterabend am 8. Mai: Abteilungsleiter Frank Peukert hat seine Untergebenen zur Grillparty in den eigenen Garten geladen. Ausgelassenheit ist verordnet, gerade weil alle wissen, dass betriebsbedingte Kündigungen anstehen. Nur Teenager Jannik nimmt kein Blatt vor den Mund, während die Gäste seiner Eltern versuchen ihre Haut zu retten. Autor Oliver Bukowski ist mit „Ich habe Bryan Adams geschreddert“ eine fulminante Mittelstandskomödie gelungen, ein verbales Gemetzel, mit dem das TfN-Schauspielensemble die Abgründe der modernen Arbeitswelt mit bissigem Humor auf den Punkt bringt.

„Der Kirschgarten“

Zum Saisonabschluss am 12. Juni 2020 erzählt der russische Dramatiker Anton Tschechow in seiner 1904 uraufgeführten Tragikomödie „Der Kirschgarten“ vom drohenden Verlust eines mit Erinnerungen und Emotionen aufgeladenen Sehnsuchtsortes. Nach Jahren in Paris kehrt die Russin Ljubow Ranewskaja in ihr Elternhaus und den zugehörigen Kirschgarten zurück – ein Ort, an dem sich für sie glückliche Kindheitserinnerungen und schmerzliche Verlusterfahrung bündeln. Tochter Anja hat sie zurückgeholt, da das Anwesen überschuldet und der Kirschgarten unrentabel ist. Rasches Handeln wäre gefragt, um die drohende Zwangsversteigerung noch abzuwenden. Ljubow und ihr Bruder zelebrieren jedoch lieber ihr Wiedersehen und hängen der Vergangenheit und ihren Sehnsüchten nach. Lopachin, Kaufmann und Freund der Familie, bietet wiederholt Hilfe an: Er schlägt vor, den Kirschgarten abzuholzen, das Grundstück zu parzellieren und es an Erholungssuchende aus der Stadt zu verpachten. Doch dies ist für das Geschwisterpaar unvorstellbar. Es geht schon irgendwie gut – hoffen sie so lange, bis es zu spät ist …