Wechsel in der Wirtschaftsförderung

Der langjährige Abteilungsleiter André Scholz verlässt die Stadtverwaltung

Burgdorf (fh). Mehr als 25 Jahre lang hat André Scholz die Wirtschaftsförderung in Burgdorf geprägt. Jetzt hat er seinen Vertrag gekündigt und wird die Stadtverwaltung im Sommer verlassen. „Ich möchte mich beruflich noch mal verändern und künftig ein größeres Augenmerk auf das Privatleben legen als in meiner jetzigen Funktion“, begründet er den Schritt. Er wolle weiterhin in Ehlershausen wohnen bleiben. Welchen Weg er beruflich einschlagen werde, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Scholz leitet die Abteilung für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften seit 1995. „Als ich anfing, war Burgdorf als Gewerbestandort sehr stark auf sich selbst begrenzt. Im Laufe der Zeit ist es uns gelungen, die Außenwahrnehmung der Stadt deutlich zu stärken“, so ­Scholz. Dazu habe auch der Bau der Umgehungsstraße B188 beigetragen. „Vorher war die Verkehrs­anbindung für Unternehmen unattraktiv“, betont er. Das habe sich geändert, was sich insbesondere an der Erfolgsgeschichte des Gewerbegebiets Burgdorf-Nordwest ablesen lasse. Die mittlerweile dritte Erweiterung dieses Standortes wolle er in seinen letzten Monaten bei der Stadt Burgdorf noch auf den Weg bringen.
Auch in die Diskussion und Planung zur möglichen Gründung einer Burgdorf GmbH werde er sich gern noch aktiv einbringen. Ein solches Unternehmen mit städtischer Beteiligung könnte in der Wirtschaftsförderung neue Impulse geben, so ein Vorschlag der CDU-Fraktion, den die Verwaltung aufgriff. Wichtige Aufgaben wären die Außendarstellung der Stadt sowie die Kontaktpflege mit Unternehmen, die sich künftig in Burgdorf ansiedeln könnten.
Bei diesen Überlegungen solle unbedingt auch das Stadtmarketing Burgdorf (SMB) eingebunden werden, betont Scholz. Die Gründung dieses Vereins im Jahr 2004 hatte er selbst angeschoben. Dank des Engagements von Politikern und örtlichen Unternehmen habe sich das SMB in Burgdorf zu einer festen Größe entwickelt und übernehme viele Aufgaben, die die Stadt alleine kaum leisten könnte. Als Beispiele nennt Scholz die Organisation der verkaufsoffenen Sonntage und der Lichtwochen, die Netzwerkarbeit innerhalb der lokalen Wirtschaft sowie die Beratungs- und Informationsangebote für Unternehmen.
Bei einer Debatte über die künftige Ausrichtung der Wirtschaftsförderung in Burgdorf hatte Bürgermeister Armin Pollehn die Arbeit von Scholz erst kürzlich gewürdigt: „Mit André ­Scholz haben wir einen Top-Liegenschaftsmanager, der der Stadt in den vergangenen Jahren zweistellige Millionenbeträge eingebracht hat“, betonte er. Tatsächlich hatte Burgdorf 1995 Gewerbesteuern in Höhe von rund 9 Millionen Mark eingenommen. 2011 beliefen sie sich auf 5,5 Millionen Euro, 2020 auf rund zehn Millionen Euro und im Jahr 2021 laut jüngster Prognose auf rund 12 Millionen Euro. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren haben sie sich demnach mehr als verdoppelt.
Nun muss die Stadt einen Nachfolger suchen. Die Stelle solle zeitnah neu ausgeschrieben werden, kündigt Pollehn an. Im ersten Schritt müsse aber auch in Abstimmung mit den Kommunalpolitikern beraten werden, ob bei den Aufgaben des künftigen Wirtschaftsförderers neue Akzente gesetzt werden sollten.