Wechsel beim Stadtkitabeirat

Britta Müller, hier mit ihren beiden Söhnen, ist neue Vorsitzende des Stadtkitabeirates. (Foto: privat)
 
Britta Müller ist neue Vorsitzende des Stadtkitabeirates.

Britta Müller übernimmt den Vorsitz / Ihr Vorgänger Fabian Schwelgin wird Stellvertreter

Burgdorf (fh). Britta Müller ist neue Vorsitzende des Stadtkitabeirates und versteht sich dabei vor allem als Mittlerin. „Der Austausch zwischen Stadt und Elternschaft hat für mich Priorität“, betont die 41-Jährige. Gerade jetzt in der Corona-Epidemie müssten immer wieder neue Regeln kommuniziert und Absprachen getroffen werden. „Da ist es wichtig, dass es jemanden gibt, der die Informationen der Stadt weitergibt und andererseits Fragen, Sorgen und Kritik der Eltern gebündelt bei der Stadt vorbringt“, beschreibt sie ihre Rolle.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen, anderthalb und vier Jahre alt, in Sorgensen. Kaum war ihr älterer Sohn im vergangenen Jahr in die Kita gekommen, wurde sie auch schon stellvertretende Elternsprecherin. „Ich habe einfach nicht schnell genug weggeguckt, als gefragt wurde, wer das übernehmen kann“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Aber vor allem schaue sie gern auch mal nach rechts und links und arbeite sich in neue Themen und Aufgaben ein. Seit diesem Jahr ist sie nun Elternsprecherin der Sorgenser Kita und übernimmt außerdem den Vorsitz im Stadtkitabeirat.
Zusätzlich zu den Herausforderungen durch die Corona-Epidemie werde sie in den nächsten Monaten die geplante Sommerschließzeit beschäftigen, die die Stadt 2022 in ihren Kitas einführen will. Auch bei diesem Thema setzt Müller auf Dialog. Bis zum Ratsbeschluss im Juli hatte sich der Stadtkitabeirat unter dem bisherigen Vorsitzenden Fabian Schwelgin vehement gegen dieses Vorhaben gewehrt, weil es sowohl Erzieher als auch Eltern in ihrer Urlaubsplanung einschränke und sie dazu zwinge, in der teuren Ferienzeit zu verreisen.
Die neue Vorsitzende schlägt nun versöhnlichere Töne an. „Ich kann die Entscheidung nachvollziehen“, betont die 41-Jährige. Als Führungskraft in einer Wohngruppe der Lebenshilfe wisse sie, wie wichtig es sei, die Urlaubsplanung der Mitarbeiter zu koordinieren und auch aus pädagogischen Gründen habe die gemeinsame Auszeit für die Kinder einen Vorteil. Denn ihre Erzieherinnen und Erzieher hätten dann das das restliche Jahr über seltener frei, sodass es weniger Vertretungszeiten und mehr Kontinuität in der Betreuung gebe.
Dennoch müssten vor der ersten Schließzeit im Sommer 2022 noch viele Details geklärt werden. Ein großes Thema sei dabei vor allem die geplante Notbetreuung. Nach dem Vorschlag der Stadt können Eltern sie in Anspruch nehmen, wenn sie während der zweiwöchigen Kita-Ferien keinen Urlaub bekommen. „Da müssen wir ganz genau hinschauen, ob die Plätze ausreichen und nach welchen Kriterien sie vergeben werden“, betont Müller. Der Stadtkitabeirat werde die Umsetzung kritisch begleiten, kündigt sie an.
Sie sei dankbar, dass sie dabei weiterhin auf die Unterstützung ihres Vorgängers zählen könne. Denn Fabian Schwelgin bleibt nicht nur Elternsprecher der Kita in Otze, sondern übernimmt auch den Posten des Stellvertreters im Stadtkitabeirat. „Mir ist es wichtig einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen“, betont er.
Den Vorsitz habe er aus Zeitgründen abgegeben. „Hinter uns liegen herausfordernde Monate“, begründet er. Denn in seine einjährige Amtszeit seien viele große Themen gefallen: der Konflikt mit dem Cateringservice, der das Mittagessen in die Kitas lieferte, der Wechsel an der Spitze der städtischen Jugendverwaltung, die Debatte um die Einführung der Sommerschließzeit und schließlich die Corona-Epidemie. „Das hat alles viel Zeit gekostet und irgendwann musste ich entscheiden, wie ich meine Kräfte zwischen Beruf, Familie und Ehrenamt einteile“, sagt er.