Wechsel beim Benefizz-Laden

Der neue Vorsitzende Volkhard Kaever und seine Stellvertretende Imke Fronia übernehmen die Regie beim Benefizz-Laden.

Volkhard Kaever und Imke Fronia übernehmen die Leitung des Trägervereins

Burgdorf (fh). Beim Trägerverein des gemeinnützigen Benefizz-Ladens gibt es einen Wechsel an der Spitze: Der bisherige Vorsitzende Rudolf Baumeister gibt sein Amt an Volkhard Kaever ab. Zu seiner Stellvertreterin wurde bei der Mitgliederversammlung Ende Juli Imke Fronia gewählt. Die beiden „Neuen“ sind vielen Burgdorfern schon von anderer Stelle her bekannt – Volkhard Kaever unter anderem als Vorsitzender der Burgdorfer Wählergemeinschaft (WGS) und Imke Fronia von der Sozialarbeit im Haus der Diakonie. Und auch untereinander kennen sich die beiden schon aus dem Sozialausschuss, wo Kaever seine Partei vertritt und Fronia aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung beratendes Mitglied ist. „Wir wussten deshalb, dass wir gut miteinander klar kommen“, sind sie sich einig.
Und so haben sie schon wenige Wochen nach ihrer Wahl gemeinsam eine Reihe von Ideen entwickelt, wie sie die Arbeit im Benefizz-Laden künftig gestalten wollen. Es sei ihnen ein Anliegen, guten Kontakt zu den Ehrenamtlichen zu halten und ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Als ersten Schritt besuchen sie reihum alle Verkaufsschichten, um die 65 Ehrenamtlichen persönlich kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wer neu hinzukommt, soll künftig außerdem eine Begrüßungsmappe mit Infos und Ansprechpartnern bekommen.
Außerdem sei es ihnen wichtig, sich nicht allein auf die Vorstandsarbeit zu konzentrieren, sondern auch den Bezug zum Tagesgeschäft zu behalten. Volkhard Kaever übernimmt seit seinem Eintritt in den Ruhestand vor etwa einem Jahr regelmäßig Schichten im Benefizz-Laden. Das wolle er ebenso wie Imke Fronia auch weiterhin beibehalten. So bekämen sie hautnah mit, wenn es Probleme gebe oder Abläufe optimiert werden könnten.
In die tägliche Arbeit im Benefizz-Laden müssten sie als Vorsitzende ansonsten aber kaum eingreifen. „Da können wir uns auf die Ehrenamtlichen voll und ganz verlassen. Das läuft quasi von alleine“, betont Imke Fronia. So gebe es beispielsweise für jedes Sortiment wie Kleidung, Bücher oder Geschirr jeweils einen Verantwortlichen, der die Ware federführend sortiert und die Preise festlegt. „Da mischen wir uns nicht ein“, stellt Fronia klar.
Im Moment beschäftige sie vor allem die Corona-Epidemie. „Angesichts der vorübergehenden Schließung mussten wir erst einmal gucken, wie wir finanziell über die Runden kommen“, sagt Kaever. Denn die Miete und viele weitere Kosten seien auch während der Schließung weitergelaufen. „So langsam berappeln wir uns jetzt wieder“, zeigt sich der Vorisitzende zuversichtlich.
Doch es bleibe längst nicht so viel Geld übrig, um soziale Projekte zu unterstützen wie sonst. Trotzdem sei jüngst eine Förderung für die katholische St.-Nikolaus-Gemeinde beschlossen worden, die ihre Online-Gottesdienste ausweiten und dafür die technischen Voraussetzungen schaffen möchte. „Das finanzieren wir hauptsächlich aus den Rücklagen vom vergangenen Jahr“, so Kaever.
Und auch viele praktische Fragen gelte es zu klären. Kurz nach ihrer Wahl hätten sie beispielsweise in Abstimmung mit den Mitgliedern und dem Burgdorfer Ordnungsamt entschieden, wieder Sachspenden anzunehmen und die Maskenpflicht für die ehrenamtlichen Verkäuferinnen und Verkäufer abzuschaffen. Als nächstes gehe es beispielsweise darum, ob die Öffnungszeiten wieder ausgeweitet werden sollen und wann der Café-Betrieb im Benefizz-Laden wieder starten könne.
Zur Zeit öffnet der Benefizz-Laden in der Hannoverschen Neustadt 8 montags bis freitags von 12 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 12.30 Uhr.


Benefizz - Gutes Leben

Vor 15 Jahren haben die Burgdorfer Kirchengemeinden den Trägerverein „Benefizz - kirchliches Engagement für Burgdorf und Umgebung“ als ökumenisches Projekt gegründet. Bereits im November 2005 wurde dann der gemeinnützige Laden an der Hannoverschen Neustadt 8 eröffnet. Dort werden Sachspenden angenommen, wie beispielsweise gebrauchte, gut erhaltene Kleidung, Bücher oder Geschirr. "Wir bitten darum, nur Dinge abzugeben, über die man sich auch selbst noch freuen würde", betont Imke Fronia. Größere Mengen könnten außerdem nur nach Rücksprache mit dem Vorstand entgegengenommen werden. Zusätzlich zu den Secondhand-Waren bietet der Benefizz-Laden auch christliche Literatur und Fair-Trade-Produkte an. Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen sozialen Projekten mit einem klaren Bezug zu Kirche oder Diakonie zugute. Im vergangenen Jahr wurden 25 Anträge bewilligt mit einem Volumen von insgesamt rund 30.000 Euro.