Wechsel an der Stadtspitze

Armin Pollehn (CDU) hat sich bei der Stichwahl durchgesetzt. Seinen Wahlsieg feierte er am Sonntag in in der Abendsonne vor dem Parteibüro an der Marktstraße.
 
Monika Reißer (CDU) gratuliert Armin Pollehn zum Wahlsieg. "Ich bin zufrieden, dass sich die viele Arbeit gelohnt hat", sagt sie.

CDU-Kandidat Armin Pollehn gewinnt die Stichwahl mit 55,1 Prozent der Stimmen

BBURGDORF (fh). Schon 45 Minuten nach Schließung der Wahllokale konnten die Mitglieder der Burgdorfer CDU am Sonntag die Sektkorken knallen lassen. Denn da waren die letzten Stimmen ausgezählt und das Ergebnis stand fest: Armin Pollehn (CDU) ist Burgdorfs neuer Bürgermeister. Er hat sich in der Stichwahl mit 55,1 Prozent der Stimmen durchgesetzt; Paul kam auf 44,9 Prozent. Der CDU-Kandidat lag in fast allen Ortschaften und Stadtteilen vorne. Nur fünf Wahlkreise in der Burgdorfer Südstadt stimmten mehrheitlich für Paul. Insgesamt entfielen auf Armin Pollehn 5.833 Stimmen, bei Matthias Paul machten 4.749 Wähler ihr Kreuzchen.
„Es ist überwältigend, wie klar das Ergebnis ausgefallen ist. Das begreife ich als einen ganz deutlichen Auftrag der Bürger“, kommentierte Pollehn euphorisch. In der Abendsonne und bei angenehmen Temperaturen stieß er zusammen mit vielen CDU-Mitgliedern erst einmal auf dem Bürgersteig vor dem Parteibüro auf seinen Wahlsieg an. Einige Autofahrer verlangsamten kurz, kurbelten die Scheiben herunter und gratulierten ihrem künftigen Bürgermeister im Vorbeifahren.
Bis Armin Pollehn seinen Amtssitz im Rathaus II, Vor dem Hannoverschen Tor, beziehen kann, muss er sich allerdings noch ein paar Monate gedulden. Die Amtszeit von Alfred Baxmann endet erst am 31. Oktober. Vom 1. November 2019 bis zum 31. Oktober 2026 wird dann Armin Pollehn an der Spitze der Burgdorfer Verwaltung stehen und die Stadt repräsentieren.
Dabei gibt es eine Besonderheit: Alfred Baxmann war 2011 noch für acht Jahre gewählt worden. 2014 hat die Landesregierung dann die Amtszeit der Bürgermeister auf fünf Jahre verkürzt. Dieser Beschluss wird nun schrittweise umgesetzt, wobei auch die Wahltermine für Ratsmitglieder und Bürgermeister angeglichen werden. Pollehn ist deshalb für die Restdauer der laufenden und die komplette Dauer der nächsten Wahlperiode im Amt – insgesamt also sieben Jahre.
„Ich hätte mir das Ergebnis natürlich andersherum gewünscht“, konstatierte der unterlegene SPD-Kandidat Matthias Paul. Dennoch wolle er die Erfahrung des Wahlkampfes nicht missen. „Es war für mich eine aufregende Zeit. Wir haben uns viele Monate lang intensiv damit beschäftigt, wie es für Burgdorf weitergehen soll“, so Paul. Und wie wird es nun für ihn selbst weitergehen? „Ab morgen gehe ich wieder auf Schicht“, kün­digte er noch am Wahlabend an. Sprich: Er nimmt seine Arbeit in der St.-Paulus-Gemeinde in der Südstadt wieder auf. Für die Zeit des Wahlkampfes hatte ihn die Landeskirche beurlaubt.
Auch seine Partei will in die Zukunft blicken. „Wir werden uns neu aufstellen und die SPD wieder nach vorne bringen“, kün­digt der Vorsitzende des Burgdorfer Ortsverbandes, Ahmet Kuyucu, an. Über die Gründe für die Niederlage des SPD-Kandidaten will er zumindest am Wahlabend nicht spekulieren. „Ob es am schweren Stand der SPD auf Bundesebene oder an der geringen Wahlbeteiligung lag, wissen wir nicht“, sagte er vor sichtlich enttäuschten Mitgliedern im Parteibüro an der Bahnhofsstraße.
Die Wahlbeteiligung fiel bei der Stichwahl tatsächlich deutlich geringer aus als im ersten Wahlgang. Ende Mai, als zeitgleich auch die Europawahl stattfand, hatten 65,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, jetzt waren es nur noch 42,9 Prozent. „Das macht mich fassungslos. Gerade auf kommunaler Ebene, wo man ganz direkt Einfluss nehmen kann, verstehe ich das nicht“, kommentierte der noch amtierende Bürgermeister Alfred Bax­mann. Von dem Ergebnis sei er persönlich enttäuscht. Gleichwohl gratuliere er dem Wahlsieger. „Ich wünsche ihm ein glückliches Händchen in seinem Amt“, so Baxmann.
Fast wortgleich äußerte sich auch Matthias Paul. Und der Burgdorfer SPD-Chef Ahmet Kuyucu betonte, dass er sich nun vor allem eine gute Zusammenarbeit wünsche. „Der Wahlkampf hat die Stadt polarisiert. Ich hoffe, dass sich das, was sich gespalten hat, nun wieder vereinen kann und dass wir zusammen mit dem neuen Bürgermeister viel für Burgdorf erreichen können“, sagte er.