Wählergemeinschaft stellt sich neu auf

Der neue Vorstand von "WGS Freie Burgdorfer - Unabhängige Wählergemeinschaft" setzt sich aus Rüdiger Nijenhof (von links), Heinrich Bührke, Volkhard Kaever, Lukas Kirstein und Richard Massion zusammen. (Foto: privat)

Mit verändertem Namen treten WGS und Freie Burgdorfer bei der Kommunalwahl zusammen an

Burgdorf (fh). Bei der Kommunalwahl im September wollen Freie Burgdorfer und WGS gemeinsam antreten. Bereits im September waren die drei Ratsherren der Fraktion „Freie Burgdorfer“ deshalb der Wählergemeinschaft (WGS) beigetreten. Nun folgte bei der Jahreshauptversammlung die Umbenennung in „WGS FreieBurgdorfer – Unabhängige Wählergemeinschaft Burgdorf“.
Außerdem haben die Mitglieder einige Satzungsänderungen beschlossen und einen neuen Vorstand gewählt, der sich nun sowohl aus bisherigen Mitgliedern der WGS als auch der Freien Burgdorfer zusammensetzt. Der Vorsitzende Volkhard Kaever wurde in seinem Amt bestätigt, die weiteren Posten übernehmen Lukas Kirstein, Richard Massion, Heinrich Bührke und Rüdiger Nijenhof. Drei bisherige Mitglieder des WGS-Vorstands haben ihre Ämter dafür jetzt abgegeben: Mit Applaus bedankten sich die Anwesenden bei Fritz Haake, Hartmut Conrad und Kurt-Ulrich Schulz für ihr langjähriges Engagement.
Die Jahreshauptversammlung war ursprünglich bereits für Januar angesetzt, wurde wegen der Corona-Epidemie jedoch zunächst verschoben. Ein weiterer Aufschub sei nun aber nicht mehr möglich gewesen, um die Beschlüsse noch mit genug Vorlauf vor der Kommunalwahl fassen zu können. „Wir haben die Versammlung unter strikter Beachtung der Corona-Regeln abgehalten“, betont Nijenhof. Vieles sei bereits vorab auf digitalem Weg geklärt worden, sodass die Zusammenkunft selbst kurz gehalten werden konnte.
Nachdem die Formalitäten geklärt sind, will sich die Wählergemeinschaft in den nächsten Monaten inhaltlichen Fragen und der Aufstellung der Kandidatenlisten für Stadtrat und Ortsräte widmen. „Wir können noch gut Kandidaten brauchen, die ihre Fähigkeiten und ihren Verstand einbringen wollen um unsere Stadt und unsere Ortschaften voranzubringen,“ sagt Lukas Kirstein vom neuen Vorstandsteam und ergänzt: „Gerade auch unsere Ortsräte brauchen Mitglieder, die nicht bei jedem Thema eine Parteibrille aufhaben, sondern sich engagieren und einfach nach dem besseren Ergebnis suchen.“
Im gegenwärtigen Rat stellen WGS und Freie Burgdorfer noch zwei getrennte Fraktionen, arbeiten aber schon seit längerem eng zusammen und gehörten beide dem Mehrheitsbündnis mit SPD und Grünen an. Seit dessen Zerfall vor wenigen Wochen bilden sie jetzt eine Zweier-Gruppe. „Thematisch sind wir meist sehr nahe beieinander und von den Schwerpunkten ergänzen wir uns großartig“, betonte Kaever.
Deshalb wolle man bei der anstehenden Kommunalwahl auch nicht gegeneinander antreten. „Für zwei Wählergemeinschaften mit ähnlicher Ausrichtung ist Burgdorf zu klein“, begründet Nijenhof den Schritt. Inhaltlich bestehe große Einigkeit. „Wenn es in den vergangenen Jahren einmal Differenzen gab, was nicht oft vorkam, dann nicht zwischen WGS und Freien Burgdorfern, sondern quer durch die beiden Gruppierungen“, so Nijenhof.
Wenn es aber ohnehin kaum Unterschiede gibt, ist der neue Name dann nur Kosmetik oder bringen die Freien Burgdorfer trotzdem eignee Akzente in die Wählergemeinschaft ein? „Wir sind uns zwar in allen wichtigen Themen einig, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte“, so Nijenhof. Die WGS sei historisch stärker im Bereich Verkehr und Infrastruktur verortet, die Freien Burgdorfer richteten den Fokus auf Familie, Bildung und Soziales.
Die WGS wurde 1991 ausgehend vom Zusammenschluss mehrerer Bürgerinitiativen zunächst als „Wählergemeinschaft für die Südumgehung“ gebildet. Bei der Kommunalwahl im selben Jahr erhielt sie 8,6 Prozent der Wählerstimmen und zog in den Rat ein. Alleiniges Thema war damals zunächst die Förderung einer Neugestaltung der Innenstadt unter Einrichtung einer Südumgehung für den hauptsächlichen Durchgangsverkehr. 1999 erfolgte die Gründung des eingetragenen, gemeinnützigen Vereins „Unabhängige Wählergemeinschaft Burgdorf – WGS e.V.“, verbunden mit einer Erweiterung der kommunalpolitischen Themen.
Die dreiköpfige Ratsfraktion der Freien Burgdorfer hatte sich 2017 gebildet, nachdem Rüdiger Nijenhof und Lukas Kirstein aus der CDU und Niklas Gottschalk aus der Partei Die Linke ausgetreten waren. Sie hatten sich daraufhin der Gruppe aus SPD, Grünen und WGS angeschlossen, die erst dadurch über eine Mehrheit verfügte. Die Opposition hatte diesen Schritt massiv kritisiert, CDU und Linke forderten von den drei Ratsherren eine Rückgabe ihrer Mandate.