Wacht Hannover 96 am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt endlich auf?

Ein Beitrag von Klaus Depenau - Zwei Sitzplatz-Tickets für das Heimspiel gegen Hertha BSC zu gewinnen

HANNOVER (kd). Bei dieser Vorschau handelt es sich leider um keinen Aprilscherz. Spätestens seit der 2:3-Niederlage von Hannover 96 im letzten Heimspiel vor der Länderspielpause gegen Borussia Dortmund ist die Abstiegsgefahr von Hannover 96 größer denn je.
Die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut taumelt von einer Niederlage zur anderen und vermittelt nach außen auch nicht den Eindruck, als wenn sich Entscheidendes zum Positiven ändern könnte. Die Lage ist vor dem Auswärtsspiel am Ostersonnabend, 4. April, um 15.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt nach zehn sieglosen Spielen äußerst bedrohlich.
Die nach einer passablen Hinrunde mit ambitionierten Zielen in die Rückserie gestarteten 96ern sind mit nur drei Punkten das mit Abstand schwächste Rückrundenteam aller Bundesligisten und sind nun so unvermittelt in den Abstiegskampf geraten.
Kein Wunder, dass nun auch Trainer Tayfun Korkut nach der Misserfolgsserie plötzlich ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist. Allerdings nicht unbedingt bei den Medien, die überwiegend noch schützend die Hand über den 40-jährigen Fußballlehrer halten. Genau so wie Präsident Martin Kind.
Doch wird spätestens nach der zu befürchtenden Niederlage in Frankfurt der Trainer zur Disposition gestellt. Weitere Misserfolge darf sich Tayfun Korkut nicht erlauben. Sonst könnte sich die Prognose des MARKTSPIEGEL bewahrheiten, dass in Hannover noch während des Saisonendspurts ein Trainerwechsel stattfinden wird.
Zumal es das Restprogramm mit acht Spielen in sich hat, wie die Übersicht der Spiele belegt, die in dieser Saison noch auf Hannover 96 warten:
Eintracht Frankfurt (A), Hertha BSC Berlin (H), Bayer 04 Leverkusen 04 (A), TSG Hoffenheim (H), VfL Wolfsburg (A), Werder Bremen (H), FC Augsburg (A) und SC Freiburg (H).
In der Hinserie holten die 96er aus diesen acht Spielen immerhin elf Punkte. Sechs Zähler davon allein aus den beiden folgenden Spielen, die auf die Hannoveraner warten. So ließen die "Roten" einem 1:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt danach einen 2:0- Sieg bei Hertha BSC Berlin folgen.
Doch wird es für die Hannoveraner am Ostersonnabend nicht einfach werden, den Hinspielerfolg bei Eintracht Frankfurt zu wiederholen. Mit seinem erfahrenen Coach Thomas Schaaf hat sich die "Eintracht" zu einem respektablen Bundesligisten mit Ambitionen auf das internationale Geschäft gemausert, wie trotz gelegentlicher Ausrutscher der 8. Tabellenplatz der Frankfurter mit 34 Punkten belegt, die mit Alexander Meier den mit 19 Treffern aktuellen Torschützenkönig stellen.
Es wäre zu schön, wenn sich die Mannschaft von Kapitän Lars Stindl an die Erfolge der Hinrunde erinnern könnten, um so auch für eine Jobgarantie ihres Trainers zu sorgen. Doch ist es ausgerechnet Lars Stindl, der als Kapitän trotz eines noch ein Jahr laufenden Vertrages jetzt das sinkenden Schiff verlässt, indem er vor von seiner Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch macht und für eine festgeschriebene Ablösesumme von 3 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach wechselt.
Ob dies im Abstiegskampf ein richtiges Zeichen trotz der weitaus besseren sportlichen Perspektive für den zweifellos talentierten und torgefährlichen 26-jährigen Mittelfeldspielers ist, darf zumindestens in Zweifel gezogen werden. Genauso wie die Diskussionen im Umfeld von Hannover 96 um die Zukunft von Trainer Tayfun Korkut und des Managers Dirk Dufner. Da beteuert zwar der 70-jährige Präsident immer wieder die Vertragstreue zu seinem Coach und seinem sportlichen Leiter, doch erklärt Martin Kind aber auch in einem Interview mit dem Fachmagazin "Kicker" auf die Frage, wie viel Misserfolg sich sein Coach Tayfun Korkut noch erlauben darf, ziemlich unverblümt:
"Das will und kann ich nicht näher erläutern. Allerdings habe ich immer gesagt, dass es nur um den Verein Hannover 96 geht. Das weiß auch Herr Korkut und er teilt diese Meinung."
Das Zerwürfnis zwischen einem großen Teil der Fans und dem Präsidium trägt auch nicht unbedingt zu einer stimmungsvollen Atmosphäre in der HDI- Arena bei. Dabei ist ein Schulterschluss aller Beteiligten, wie dem 96-Präsidium, Mannschaft, Trainer, Manager und den Fans nötiger denn je. Schließlich ist es bereits fünf nach zwölf. Auch wenn das Tabellenbild mit Hannover 96 als Tabellenvierzehnter mit 27 Punkten, bei zwei Punkten Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz, noch etwas anderes besagt. Doch was passiert, wenn die 96er in Frankfurt verlieren sollten und die noch hinter den 96ern liegenden Mannschaften vom SC Freiburg ihr Heimspiel gegen den 1. FC Köln oder der Hamburger SV bei Bayer 04 Leverkusen gewinnen sollte? Spätestens dann werden bei den "Roten" nicht nur die Alarmglocken schrillen, sondern sich auch das Personalkarussell auf vollen Toren drehen.
Wie bescheiden inzwischen die Ansprüche von Hannover 96 geworden sind, beweist der 3:0-Testspielsieg vom Freitagabend in der HDI-Arena gegen Rot Weiß Erfurt. Dass es sich bei dem Gegner um einen Drittligisten handelt, sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben. Dennoch zeigte sich 96-Coach Trainer Tayfun Korkut nach der Partie insgesamt zufrieden:
"Ein Sieg tut immer gut. Für uns war es wichtig, heute einen kleinen Schritt zu machen. Der nächste Schritt soll dann in Frankfurt folgen. Wenn es dann wieder um Punkte geht, müssen wir zuschlagen!"
Sind die "Roten" also endlich aufgewacht? Wir sind gespannt auf ihren Ergebnis-Tipp, mit dem Sie zwei Sitzplatzkarten für das nächste Heimspiel gegen Hertha BSC am Freitag, 10. April, ab 20.30 Uhr in der HDI-Arena gewinnen können. Tippen Sie den richtigen Spielausgang der 96er in Frankfurt und schicken Sie uns bis Ostersamstag, 15.00 Uhr, eine Mail (Namen, Adresse, Telefon/Handy-Nr. nicht vergessen) an: gewinnen@marktspiegel-verlag.de. Alle richtigen Tipps nehmen an der Verlosung teil, wenn Sie folgende Spielregeln beachten: Geben Sie in der Betreffzeile Ihr vermeintliches Ergebnis an (Frankfurt : 96 X : X) an und schicken Sie uns nur eine Mail!